St. Jakobus der Ältere (Marbach am Walde)

Pfarrkirche Marbach am Walde

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere liegt etwas erhöht am Rande des Angers der niederösterreichischen Ortschaft Marbach am Walde. Sie ist von einem Friedhof und einer niedrigen Bruchsteinmauer umgeben. Der spätgotische Bau aus dem 13./14. Jahrhundert erhielt um 1500 einen Südturm und wurde 1775 barockisiert. Die Kirche steht ebenso wie der Friedhof und dessen romanische Kapelle unter Denkmalschutz.

Die Pfarre Marbach bestand schon vor 1338, war 1483 Vikariat und ab dem 16. Jahrhundert wieder eine eigene Pfarre. Sie gehört zum Dekanat Zwettl.

Inhaltsverzeichnis

Baubeschreibung

Das Langhaus hat eine glatte Giebelfront und Rundbogenfenster von 1699. Die im Westen vorgebaute barocke Vorhalle mit vorspringendem Mittelteil und abgerundeten Ecken ist durch Pilaster und Gesimse gegliedert. Der Chor ist leicht eingezogen. Er verfügt über einen dreiseitigen Schluss und Strebepfeiler. Der Turm hat ein spätgotisches Portal und Schallfenster. Er wird von einer welschen Haube bekrönt. An der Nordseite des Chors liegt ein eingeschossiger Sakristeianbau mit gotischen Rechteckfenstern.

Das zweijochige Langhaus erhielt 1726 ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Im Inneren erhebt sich an der Westseite eine dreibogige, kreuzgratunterwölbte Empore. Vor dem leicht erhöhten Chor, der so wie das Langhaus über eine Stichkappentonne verfügt, befindet sich ein rundbogiger Triumphbogen. Die Sakristei liegt unter einem Tonnengewölbe.

Einrichtung

Der barocke Hochaltar wurde 1713 von Hans Jörg Zöttler angefertigt. Er verfügt über einen Säulenaufbau aus Holz mit gesprengtem Giebel, ein Altarblatt Hl. Familie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ein barockes Relief des hl. Jakobus im Auszug. Der linke Seitenaltar im frühbarocken Stil aus der Zeit um 1700 verfügt über Figuren der Madonna, des Gottvaters und des hl. Josef aus der Bauzeit des Altars. In seiner Mitte ist eine spätgotische Gruppe hl. Anna Selbdritt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu sehen. An seiner rechten Seite befindet sich eine Johannes-Nepomuk-Statue aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Altarplatte dient ein frühgotischer Grabstein mit Ritzkreuz. Der rechte Seitenaltar ist mit einem Kreuzigungsbild aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts versehen.

Zur weiteren Ausstattung zählen eine frühbarocke Kanzel von Michael Miller mit später verändertem Schalldeckel sowie eine Orgel von Benedikt Latzl aus dem Jahr 1865.

Friedhofskapelle

Friedhofskapelle und Kriegerdenkmal

Die Friedhofskapelle gegenüber der Kirche ist der hl. Anna geweiht. Der romanische Bau aus dem 12. Jahrhundert hat einen eingezogenen Rechteckchor und an ist an der Südseite sowie am Chor von romanischen Rundbogenfenstern in Trichterlaibung durchbrochen. Das Innere ist tonnengewölbt und verfügt über einen spitzbogigen Triumphbogen und einen kreuzgratgewölbten Chor. 1935 wurde sie als Kriegerdenkmal geweiht und wird heute als Aufbahrungshalle genutzt.

Am Friedhof steht unter Anderem ein Kruzifix von Wilhelm Engelmayer aus den 1950er-Jahren. Das Holzkreuz mit geschwungenem Blechdach und einem geschnitzten Bildnis schlafender Christus steht auf einem Findling aus dem Waldviertel. Dieser trägt die Inschrift „Ehrendes Gedenken den Opfern beider Weltkriege 1914-18 * 1939-45“.[1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kriegerdenkmal. In: ZCrux – Kleindenkmäler rund um Zwettl im Waldviertel. TZ-COM, 19. Juni 2011, abgerufen am 19. August 2012.

48.5481715.08682Koordinaten: 48° 32′ 53″ N, 15° 5′ 13″ O