St. Leonhard (Ollersdorf)

Pfarrkirche Ollersdorf

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Leonhard in der niederösterreichischen Ortschaft Ollersdorf ist ein einheitlicher Barockbau im Süden des Dorfangers. Die Pfarre Ollersdorf ist aus 1429 urkundlich belegt und wurde 1783 wiedererrichtet. Bis 1782 war die Kirche der Kartause Mauerbach inkorporiert. Der bemerkenswerte Längszentralbau wurde 1742–1746 unter Abt Bruno von Mauerbach errichtet. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und gehört zum Dekanat Gänserndorf.

Inhaltsverzeichnis

Äußeres

Wappen der Kartause Mauerbach

Die hohe und reich gegliederte Westturmfassade verfügt über Riesenpilaster mit betonter Mitte und seitlichen Figurennischen. Über dem Rundbogenportal mit bekrönendem Laubwerkdekor befindet sich ein Segmentbogenfenster, darüber ein Wappenstein der Kartause Mauerbach. Das schwere, umlaufende Gesims mit schmalen Segmentbögen leitet über zum Turm mit Putzbandgliederung, rundbogigen Schallfenstern und barockem Zwiebelhelm. Die barocke, eiserne Eingangstür ist reich dekoriert. Das ein wenig vorgezogene Langhaus hat mittige Rechteckportale und Segmentbogenfenster zwischen Lisenen. Der eingezogene, runde Chor mit ovalem Schlussfenster ist von symmetrisch angelegten, eingeschossigen Anbauten flankiert.

Inneres

Innenraum

Der hohe Längszentralraum hat ein weitgespanntes Platzlgewölbe zwischen Gurten auf reicher Pilastergliederung mit schwerem, umlaufendem Gebälk. An den Längsseiten schließen zwei schmälere Joche mit querrechteckigen Platzlgewölben an: Im Westen das Emporenjoch mit leicht vorschwingender Orgelempore mit Putzfeldgliederung und im Osten das Chorjoch mit Platzlgewölbe zwischen Gurtbögenn und mit flachbogigem Schluss. Im Norden liegt die zweijochige Sakristei mit einem querrechteckigen Platzlgewölbe zwischen Gurtbögen und im Süden ein entsprechender Beichtraum. Die Vorhalle, die zugleich das Untergeschoss des Turms ist, verfügt ebenfalls über ein Platzlgewölbe.

Einrichtung

Die einheitlich barocke Einrichtung wurde laut einer Urkunde 1750–1756 unter Abt Ambrosius von Mauerbach angefertigt. Der mächtige, reich gegliederte Hochaltar mit einer zentralen, von Muscheln bekrönten Figurennische verfügt über eine Figur des hl. Leonhard und Figuren der Hilfesuchenden. Die Seitenfiguren stellen die Hll. Florian, Ambrosius, Anthelmus und Donatus dar. Im Auszug ist eine großzügig angelegte, das Schlussfenster miteinbeziehende Dreifaltigkeitsgruppe mit reichem Strahlenkranz zu sehen. Über einem schlichten Tabernakel mit adorierenden Engeln befindet sich eine Aussetzungsnische mit Baldachinbekrönung. Vor dem Altar stehen zwei große Leuchterengel.

Die beiden Seitenaltäre haben zentrale Figurennischen. Links sind neben einer Figurengruppe der Hl. Familie die Seitenfiguren der Hll. Joachim und Anna zu sehen; rechts eine Figurengruppe der heiligen Notburga mit zwei Hilfesuchenden und Seitenfiguren des hl. Bruno und eines Kartäuserabtes.

Die reich dekorierte Kanzel hat am Korb Reliefs der vier Evangelisten und auf dem Schalldeckel eine Figur Salvator und Engel mit Posaunen und Gesetzestafeln sowie an der Tür der Kanzel ein Relief Christus als Sämann.

Zur weiteren Ausstattung zählen eine Immaculatafigur umgeben von einem von Putten gehaltenem Baldachin, barocke Figuren der vier Evangelisten, weitere Figuren der Hll. Josef und Johannes Nepomuk, ein Pietà-Bild, Kreuzwegbilder vom Anfang des 19. Jahrhunderts, ein Betschemel mit Wappen der Kartause Mauerbach sowie ein Taufstein mit einer Figurengruppe Taufe Christi.

Die Orgel wurde 1976 von Franz Donabaum gebaut.

Literatur

Weblinks

48.3943216.79591Koordinaten: 48° 23′ 40″ N, 16° 47′ 45″ O