St. Pankraz am Haunsberg

Kirche St. Pankraz

Die Kirche St. Pankraz am Haunsberg ist eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Kirche im Norden des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Sie liegt in der zur Gemeinde Nußdorf am Haunsberg gehörenden Ortschaft Schlößl am Nordhang des Haunsbergs.

Geschichte

Wappen von Erzbischof Johann Erst Thun, erstellt 1707 von Michael Bernhard Mandl, auf der Kirche St. Pankraz
Plan des Laufener Pflegers Andreas Seethaler von 1804 zu Burg und Kirche

Als Vorgänger der Kirche existierte eine seit 1402 bezeugte Kapelle als Teil der heute nur noch als Ruine erhaltenen Burg Haunsperg. Da mit dem Verfall der Burg ihre Nutzung beeinträchtigt war, wurde 1693 ein Neubau der Kirche auf dem unteren Burgplatz geplant. Die ursprünglichen Pläne kamen nicht zur Ausführung. 1701 beschloss aber Erzbischof Johann Ernst Fürst von Thun, die Kirche auf eigene Kosten zu errichten. 1706 begann Baumeister Jacob Huber aus Salzburg mit dem Bau des Gotteshauses, das am 18. September 1707 von Erzbischof-Koadjutor Anton Fürst Harrach eingeweiht wurde. Die unter Verwendung von Steinen der Burg erbaute Kirche ist ein Beispiel für einen hochbarocken Sakralbau mit entsprechend prächtiger barocker Ausstattung.

1733 wurde noch die alte Kapelle instand gesetzt, weil dorthin eine Wallfahrt entstanden war. 1758 wurde ein Mesnerhaus und etwas später das „geistliche Stöckl“ gebaut. Schon damals wurde hier (wie auch heute noch) ein Schankgewerbe ausgeübt. 1769 erklärte Erzbischof Sigismund die St. Pankraz Kirche zur „cappella regia“ und unterstellte sie somit der Hofkammer.

Die Kirche fällt durch drei Rundapsiden auf, an der Westseite steht ein Glockentürmchen und oberhalb des übergiebelten Hauptportals findet sich das Wappen von Erzbischof Johann Erst Thun, erstellt 1707 von Michael Bernhard Mandl. Im Kircheninneren befinden sich acht 1750 gestiftete Tafeln zur Pankratiuslegende in Bild und Schrift. Der Kirchenheilige ist einer der Eisheiligen, die Saat und Blüten vor Kälte schützen sollen. Restaurierungen der Kirche wurden mit einer Altarweihe durch Erzbischof Alois Kothgasser am 16. September 2007 abgeschlossen.

Der heutige Torbau mit danebenstehendem Stöckl, dem früheren Mesnerhaus bzw. heutigem Gasthaus „Schlößl“ entstand im 18. Jahrhundert und dürfte an der Stelle des Torbaus der alten Burg stehen.

Literatur

  • Roland Peter Kerschbaum: St. Pankraz am Haunsberg. Geschichte – Kunst – Spiritualität. Herausgegeben vom Pfarramt Nußdorf am Haunsberg. Reihe: Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 526. Verlag St. Peter, Salzburg, 2011.

Weblinks

 Commons: St. Pankraz am Haunsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.93122222222212.989194444444Koordinaten: 47° 55′ 52,4″ N, 12° 59′ 21,1″ O