Staatspreis für literarische Übersetzung

Der Staatspreis für literarische Übersetzung, auch Translatio genannt, ist einer der Staatspreise der Republik Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Er wird seit 1987 jeweils zweifach ausgeschrieben und dabei

  1. für die Übersetzung eines Werkes der zeitgenössischen österreichischen Literatur (vor allem Werke lebender Autoren, aber auch Werke der Zwischen- und Nachkriegszeit) in eine Fremdsprache sowie
  2. für die Übersetzung eines fremdsprachigen Werkes der zeitgenössischen Literatur ins Deutsche verliehen.

Die Übersetzungen sollten während der letzten fünf Jahre in Buchform erschienen sein. Der Preis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache wird unabhängig von Wohnsitz und Staatsbürgerschaft der Übersetzer verliehen, jener für die Übersetzung ins Deutsche erfordert entweder die österreichische Staatsbürgerschaft oder einen ständigen Wohnsitz in Österreich. Beide Preise sind mit € 7.300 (früher 100.000 Schilling) dotiert und werden vom Übersetzungsbeirat beim österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) (1997-2006 beim Bundeskanzleramt) in nichtöffentlicher Sitzung vergeben.

Gegenstand der Auszeichnung kann sowohl die Übersetzung eines umfangreichen Einzelwerks als auch eines übersetzerischen Gesamtwerks sein. Die Zugehörigkeit zu literarischen Gattungen ist dabei unter bestimmten Bedingungen ohne Belang: so können Prosatexte, Lyrik, Drama oder Essays herangezogen werden, jedoch unter Ausklammerung von wissenschaftlicher Literatur, von Sachbüchern und von Trivialliteratur.

Eine Einreichung für den Preis ist durch die Übersetzenden selbst sowie durch Verlage, Interessenvertretungen und universitäre Einrichtungen möglich. Weiters hat auch der Beirat selbst die Möglichkeit, Kandidaten für diesen Preis zu nominieren. Vorsitzender des Beirats ist ein Beamter des Bundesministeriums (Kanzleramts). Er beruft die Jury ein und leitet die Sitzung, ist aber selbst nicht stimmberechtigt. Die Jury entscheidet mit Stimmenmehrheit.

Die Verleihung des Preises erfolgt jeweils im Folgejahr im Rahmen eines Festakts, der seit 1998 im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt abgehalten wird.

Preisträger

Übersetzung ins Deutsche

Übersetzung in eine Fremdsprache

  • 1985: Solomon Apt (Russland)
  • 1986: Albert Kohn (Frankreich)
  • 1987: Michael Hamburger (Deutschland)
  • 1988: Bohumila Grögerová / Josef Hirsal (beide Tschechien)
  • 1989: Truda Stamac (Kroatien) / Claudio Groff (Italien)
  • 1990: Osamu Ikeuchi (Japan)
  • 1991: Heinz Schwarzinger (Österreich/französisch)
  • 1992: Ludvik Kundera (Tschechien)
  • 1993: Josef Balvin (Tschechien) / Bernard Kreiss (Deutschland)
  • 1994: Nina Fjodorowa (Russland)
  • 1995: Fedja Filkowa (Bulgarien)
  • 1996: Miguel Sáenz (Spanien)[1]
  • 1997: Alma Münzova (Slowakei)
  • 1998: Jiri Stromsik (Tschechien)
  • 1999: Juan José del Solar Bardelli (Peru)
  • 2000: Sverre Dahl (Norwegen)
  • 2001: Sead Muhamedagic (Kroatien)
  • 2002: Vladko Murdarov (Bulgarien)
  • 2003: Anthea Bell (Großbritannien)
  • 2004: Jacek St. Buras (Polen)
  • 2005: Mati Sirkel (Estland)
  • 2006: Slawa Liesicka (Polen)
  • 2007: Branimir Živojinović (Jugoslawien/Serbien)
  • 2008: Jurko Prochasko (Ukraine)
  • 2009: Nelleke van Maaren (Niederlande)[1]
  • 2010: Adan Kovacsics (Chile)[2]
  • 2011: Ljubomir Iliev (Bulgarien)[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b BMUKK: Österreichische Staatspreise für literarische Übersetzung vergeben, 19. Juni 2010
  2. a b Der Standard: Übersetzer-Staatspreise an Johann Strutz und Adan Kovacsics, 28. Februar 2011
  3. a b Übersetzer-Staatspreise an Leopold Federmair und Ljubomir Iliev