Stadt Bregenz (Schiff)

p1

Stadt Bregenz
p1
Schiffsdaten
Flagge OsterreichÖsterreich Österreich
Schiffstyp Dampfschiff
Heimathafen Bregenz
Eigner bis 1919: k.k. österreichische Staatsbahnen
1919-1938: Österreichische Bundesbahn
1938-1945: Deutsche Reichsbahn
ab 1945: Österreichische Bundesbahn
Bauwerft Schiffswerft Linz
Stapellauf 1910
Verbleib 1967 abgebrochen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
60,15 m (Lüa)
Breite 13,75 m
Tiefgang max. 1,65 m
Verdrängung 366 tdep1
Maschine
Maschine Dampfmaschine
Maschinen-
leistung
850 PSi
Geschwindigkeit max. 15,5 kn (29 km/h)
Propeller 2 Seitenräder
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 1000

Der Salondampfer Stadt Bregenz war ein Dampfschiff, das auf dem Bodensee verkehrte. Die Indienststellung erfolgte am 22. Juli 1910. Der Heimathafen des Schiffes war Bregenz in Österreich. 1965 wurde es stillgelegt und 1967 verschrottet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahre 1905 beschlossen die k.k. österreichische Staatsbahnen den Bau eines sogenannten Expressdampfers, der ausschließlich im stark frequentierten Sommerhalbjahr eingesetzt werden sollte. Den Zuschlag erhielt im Jahre 1908 die Schiffswerft in Linz an der Donau. Schon bei der Auftragsvergabe wurde erkannt, dass die Dimensionen dieses Neubaus auf das im Jahre 1892 angelegte Trockendock im Bregenzer Hafen abgestimmt werden musste. Anstatt einer Gesamtlänge von 63 Metern, blieb deshalb die Länge auf 60,15 Meter beschränkt, wodurch es später im Schiffsbetrieb zu Stabilitätsproblemen kam. Am 22. Juli 1910 wurde das Schiff feierlich auf den Namen Stadt Bregenz getauft. Die Passagierkapazität betrug 1000 Personen. Trotz mehrfacher Umbauten und der erwähnten Mängel blieb die Stadt Bregenz bis zur Stilllegung im August 1965 ein Schiff von besonderer Auffälligkeit auf dem Bodensee. Im Winterhalbjahr 1937/38 wurde der hintere Teil des Schiffsrumpfes zu Verbesserung der Stabilität von 7,00 m auf 7,82 m verbreitert. Außerdem erhielt das Schiff einen Salonaufbau auf dem Oberdeck. 1952 erfolgte die Umstellung von Kohle- auf Schwerölfeuerung (760 PSi), 1956 der Einbau von zwei MAN-Flammrohrkesseln (850 PSi). Die Höchstgeschwindigkeit erhöhte sich auf 29 km/h. Durch den Brennstoffwechsel ersparte man sich zwar den zweiten Schiffsheizer und die teure Importkohle, ein gravierender Nachteil der Dampfschiffe gegenüber den Motorschiffen blieb aber weiter bestehen: Es dauerte immer noch zwei Stunden bis der notwendige Betriebsdruck der Kessel erreicht wurde und das Schiff einsatzbereit war. Deshalb wurden am Bodensee außer der Stadt Bregenz nur noch die beiden Schweizer Schwesterschiffe St. Gallen (1905) und Rhein (1906) auf den Betrieb mit Schweröl umgestellt, aber keine deutschen Dampfschiffe. In den letzten Betriebsjahren befuhr die Stadt Bregenz in der Regel die Route zwischen Bregenz und Konstanz. Die Verschrottung dieses technisch und optisch interessanten Dampfschiffes im Jahre 1967 wird nach heutigen Maßstäben gemessen als kurzsichtig betrachtet.

Literatur

  • Arnulf Dieth: Rot-weiß-rot auf dem Bodensee - Die Österreichische Schiffahrt im Wandel der Zeit. Hecht-Verlag, A - Hard 1995, ISBN 3-85298-013-5.
  • Karl F. Fritz: Abenteuer Dampfschiffahrt auf dem Bodensee. MultiMediaVerlag Marcel Hinze, Meersburg 1989, ISBN 3-927484-00-8.
  • Klaus v. Rudloff und Claude Jeanmaire: Schiffahrt auf dem Bodensee Band 2: Die Blütezeit der Dampfschiffahrt, Verlag Eisenbahn, Villigen AG 1981, ISBN 3-85649-071-X

Siehe auch

Weblinks