Stainzerbahn

Stainzerbahn
Preding-Wieselsdorf–Stainz
Geografische Daten
Kontinent Europa
Staat Österreich
Bundesland Steiermark
Streckenbezogene Daten
Stainzer „Flascherlzug“
Stainzer „Flascherlzug“
Strecke der Stainzerbahn
Streckenlänge: 11,3 km
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Preding-Wieselsdorf 287 m ü. A.
Strecke – geradeaus
Anschluss an die Graz–Köflacher Eisenbahn (GKB)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Durchlass Oisnitz
   
0,7 Wohlsdorf Endhaltestelle 1981–1999
Brücke über Wasserlauf (groß)
Stainzbach
Haltepunkt, Haltestelle
5,1 Kraubath
Haltepunkt, Haltestelle
7,3 Neudorf
Haltepunkt, Haltestelle
8,5 Herbersdorf
Kopfbahnhof – Streckenende
11,3 Stainz 325 m ü. A.

Die Stainzerbahn oder Lokalbahn Preding-Wieselsdorf–Stainz ist eine Schmalspurbahn in der Weststeiermark. Die ehemalige Strecke der Steiermärkischen Landesbahnen wurde nach ihrer Einstellung von der Marktgemeinde Stainz übernommen und wird seitdem als Touristikbahn „Stainzer Flascherlzug“ betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit der Konzession des Jahres 1871 zum Bau der Wieserbahn war für die Graz-Köflacher-Bahn auch die Berechtigung verbunden, eine normalspurige Zweiglinie nach Stainz zu errichten. Davon wurde nicht Gebrauch gemacht, die erwartete jährliche Frachtmenge bzw. deren Ertrag wurde nicht erreicht: Die Linie wäre nur bei einem voraussichtlichen Transportvolumen von 100.000 Tonnen zu errichten gewesen (zwei Mio. damalige Zollzentner).[1] Andere Projekte, die Dampfstraßenbahnen im Verlauf der Landesstraße zwischen Stainz und Preding vorsahen, wurden ebenfalls nicht verwirklicht. Es war bei der Planung der Wieserbahn auch überlegt worden, diese Bahn direkt über Stainz zu führen, dies hätte allerdings zur Überquerung der Täler der Weststeiermark eine Reihe teurer Kunstbauten erfordert. Die Wieserbahn quert das Tal des Stainzbaches daher ungefähr elf km südöstlich von Stainz.[2]

1892 wurde eine neuerliche Konzession erteilt, diesmal zum Bau einer Lokalbahn.[3] Die Bauarbeiten begannen am 17. Juni 1892, die Eröffnung war am 26. November 1892. Für den Eröffnungszug wurden, wie zeitgenössische Bilder zeigen, mehr Personenwagen verwendet als die Stainzerbahn jemals besaß: Es wird angenommen, dass damals auch Wagen der einige Wochen später eröffneten Bahnlinie Pöltschach - Gonobitz in der Untersteiermark herangezogen wurden.[4] Die Bahn war die erste steirische Schmalspurbahn mit öffentlichem Verkehr und auch die erste Verbindung, auf der normalspurige Güterwagen aufgeschemelt auf Rollböcken transportiert wurden.[5] Damit wurde die Marktgemeinde Stainz an das normalspurige Streckennetz der Graz-Köflacher Eisenbahn angeschlossen.

1926 wurde eine Autobuslinie zwischen Stainz und Graz eröffnet. Die Konkurrenz des Straßenverkehrs auf der wesentlich kürzeren und direkten Straßenroute nach Graz (27 km statt 41 km mit der Bahn einschließlich einmaligem Umsteigen) und der Wegfall des größten Frachtkunden, der Stallhofer Zündwarenfabrik 1927[5] (nach anderer Quelle: 1930[6]) führte 1932 erstmals zur Stilllegung der Schmalspurbahn. Lokomotiven und Waggons wurden zur Lokalbahn Kapfenberg–Au-Seewiesen gebracht.

Auf Drängen der Marktgemeinde Stainz wurde ab 16. November 1933 wieder ein beschränkt-öffentlicher Betrieb aufgenommen, ab 28. August 1941 der öffentliche Güterverkehr. Personenzüge wurden ab Februar 1945 wieder geführt, allerdings nur so lange, als die Autobuslinie nach Graz nicht wieder in vollem Umfang eingerichtet war. Dies war ab Februar 1951 der Fall, der Personenverkehr wurde mit diesem Datum zum zweiten Mal, diesmal endgültig, eingestellt. Der Güterverkehr wurde bis 1980 geführt, als die Erneuerung des Vierschienengleises bei Preding-Wieselsdorf fällig wurde. Die verbliebene Frachtmenge – hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte – rechtfertigte größere Investitionen nicht mehr, als größere Kunden waren nur mehr ein Obstverarbeitungsbetrieb in Stainz und eine Mühle in Herbersdorf verblieben. Auch mit dem Transport von Stainzerplatten und Holz konnte keine Kostendeckung erzielt werden. Zuletzt wurden Diesellokomotiven verwendet. Die ersten Exemplare dieser Lokomotiven waren aus Beständen der Heeresfeldbahn erworben worden.

Die Konzession für die Eisenbahnstrecke erlosch mit 1. November 1980. Die 120-Jahr-Feier des Bestandes der Stainzerbahn wurde am 26. November 2012 mit einer Sonderfahrt des Flascherlzuges gefeiert.[7]

Der Fahrplan (Beispiel: Sommer 1914) war auf die Züge der Wieserbahn abgestimmt[8]

Strecke

Die Strecke ist 11,5 km lang, einspurig mit einer Spurweite von 760 mm (sogenannte Bosnische Spur). Mit Nebengleisen wurden insgesamt 12,7 km Gleis verlegt. Ursprünglich wurden 9 m lange Schienen verlegt (Gewicht pro 17,9 kp/m), es war ein Achsdruck von 6 t zulässig. Später wurde der zulässige Achsdruck auf 12 t erhöht. Ausschlaggebend für den Bau einer Schmalspurbahn waren finanzielle Überlegungen: Der Bau einer normalspurigen Bahn war um 90.000 Gulden teurer geschätzt worden.[5]

Die Strecke der Stainzerbahn beginnt im Bahnhof Preding-Wieselsdorf der Wieserbahn auf 287 m Seehöhe. In diesem Bahnhof befindet sich die Abfahrtsstelle im Zufahrtsbereich westlich des Bahnhofes, eigene Gebäude für die Stainzerbahn wurden dort nicht errichtet. Im südlichen Bahnhofsbereich wurden zwei Anlagen für die Umsetzung von Normalspurwaggons auf Rollböcke (Schemelgleise) gebaut. Im Süden des Bahnhofes mündete die Strecke bis 1980 in das Gleis der Wieserbahn: Auf 428 m benützten beide Bahnen ein gemeinsames Gleis, in dem zwischen den beiden Schienen für die Normalspur noch zwei weitere Schienen für die Schmalspur lagen (Vierschienengleis). Damit konnte die Stainzerbahn die Errichtung eines eigenen Bahnkörpers und einer Brücke über das Bett des damaligen Stainzbaches (heute, nach umfangreichen Flussregulierungen in den Jahren um 1960: Oisnitz) vermeiden. Das Vierschienengleis wurde 1980 abgetragen, danach endete die Strecke kurz vor der ehemaligen Einmündung in die Wieserbahn bei Wohlsdorf. Diese Haltestelle „Wohlsdorf“ war von 1980 bis 1999, bis zur Wiedererrichtung des fehlenden Streckenstücks, Endstation der Schmalspurbahn und ihrer touristischen Nutzung, der Flascherlzüge. 1999 wurde im Zuge der Sanierung der Wieserbahn in diesem Streckenteil parallel zur Wieserbahn ein selbstständiger Unterbau für die Stainzerbahn errichtet, auf dem die Strecke seither wieder zum Bahnhof Preding-Wieselsdorf führt. Die Brücke über den früheren Stainzbach (nun: Oisnitz) wurde durch einen Durchlass ersetzt. Im Bahnhof stehen heute zwei Parallelgleise mit zwei Weichen für das Umsetzen der Lokomotive zur Verfügung.

Nach dem Abbiegen von der GKB-Strecke (früher: Verlassen des Vierschienengleises) überquert die Strecke auf einer Stahlbrücke den heutigen Lauf des Stainzbaches. Diese erst um 1960 über das begradigte Bett des Stainzbaches gebaute Brücke ist der einzige Brückenbau der Stainzerbahn, die anderen nur kleinen Bäche werden über gemauerte Durchlässe gequert.

Die Originallokomotive 2 mit dem Namen „Stainz“ ist gegenwärtig in Murau hinterstellt

Die Einmündung in das Vierschienengleis wurde damals durch ein Distanzsignal gesichert (aufklappbare rote Scheibe mit weißem Rand), welches das letzte Signal seiner Art in Österreich war. Bei ihm befand sich eine Gleisabzweigung (Stumpfgleis), deren Weiche über ein eigenes kleines Stellwerk gesteuert wurde. Das Distanzsignal wurde vom Bahnhof Preding-Wieselsdorf aus gestellt. Dieses Signal war auch das lange Zeit einzige Signal auf der Strecke der Stainzerbahn, auf der in der Regel nur ein Zug auf der ganzen Strecke verkehrte (ein ähnliches Signal beim Bahnhof Stainz wurde abgebaut).[9] Es gibt auf der Stainzerbahn keine Schrankenanlagen oder Lichtsignaleinrichtungen, Eisenbahnkreuzungen werden durch Andreaskreuze oder händisch mit Fahnen gesichert. Das Stumpfgleis war von 1980 bis 1999 durch eine zweite Weiche ergänzt und zum Umsetzen der Lokomotiven verwendet worden, diese Weiche wurde wieder ausgebaut. Die Stainzerbahn besitzt keine Bahndämme, Einschnitte oder sonstige Kunstbauten, sie verläuft vollständig im weiten, flachen Tal südlich des Stainzbaches.

Nach 5 km von Preding-Wieselsdorf aus liegt an der Strecke die Haltestelle Kraubath (auch Kraubath bei Stainz, Kraubath in der Weststeiermark genannt). Dort befindet sich ein 1974 errichtetes Ausweichgleis[9], von dem ein weiteres Gleis in einen kleinen Lokschuppen führte. Darin war eine Draisine abgestellt.[10] Dieser Lokschuppen beherbergt heute WC-Anlagen für die Passagiere des Flascherlzuges.

Bei den weiteren Haltestellen Neudorf bei Stainz und Herbersdorf befanden sich je ein Ladegleis, jenes von Neudorf wurde mangels Bedarf bald wieder abgetragen. Die Haltestelle Neudorf war erst 1900 errichtet worden.[9] Über das Ladegleis bei Herbersdorf wurde einer der Hauptkunden der Bahn, die „Hans Gogg Mühle“ bedient. In den Gebäuden südlich der Haltestelle Herbersdorf befinden sich Mauerreste des früheren Schlosses Herbersdorf.

Kurz vor km 11 und damit vor der Einfahrt in den Bahnhof Stainz zweigte ein 597[11] (nach anderen Angaben: 300[9]) m langes Anschlussgleis zur Zündwarenfabrik in Stallhof ab. Dieser Gleisanschluss wurde nach Einstellung dieses Werkes 1927 nicht mehr benötigt, aber erst 1967 abgetragen.[9]

Der Bahnhof Stainz liegt auf 325 m nur um 38 m höher als der Streckenbeginn. In ihm befand sich ein Stück Normalspurgleis, auf dem Normalspur-Güterwagen abgestellt und ent- bzw. beladen werden konnten, um die Rollböcke unterdessen neuerlich verwenden zu können.[11] Der Bahnhof hat mehrere Abstellgleise, die in eine breite Remise münden.

Eigentümerin der Strecke ist die Marktgemeinde Stainz, die Grundstücke wurden teilweise mit dem Kauf aus dem Eisenbahnbuch in das allgemeine Grundbuch übertragen.[12] [11]

Betrieb

Die Stainzerbahn war ein kleiner Bahnbetrieb. Sie verfügte anfangs nur über zwei zweiachsige, 12 t schwere Lokomotiven, die „Stainz“ und „Meran“ (nach der Familie Erzherzog Johanns, den Grafen von Meran) benannt waren. Im Regelbetrieb reichte eine Lokomotive für die Führung der Züge aus.[13] Züge waren als gemischte Züge für Güter- und Personenbeförderung vorgesehen, reine Güterzüge fuhren nur nach Bedarf. An Waggons waren ursprünglich zwei Personenwagen, zwölf Güterwagen (davon vier Kohlenwagen und zwei gedeckte Güterwagen) und zwei kombinierte Post- und Dienstwagen vorhanden.

Auf der Strecke verkehrten zwei bis vier Personenzüge pro Richtung, an Ausflugstagen (Sonn- und Feiertage) allenfalls ein fünfter. Die höchst zulässige Fahrgeschwindigkeit betrug um 25 km/h, für Züge mit Rollböcken 15 km/h. Dies war auch die Streckenhöchstgeschwindigkeit in der Zeit, in der nur mehr Güterzüge verkehrten.

Bis 1922 wurde die Strecke von der Südbahngesellschaft betrieben, danach von den Steiermärkischen Landesbahnen. Es waren zu Beginn nur zwei Rollböcke vorhanden, sodass anfangs nur ein einziger zweiachsiger normalspuriger Güterwagen transportiert werden konnte. Später waren bis zu zwölf Rollbockpaare vorhanden, womit auch der Transport vierachsiger Güterwagen auf keine Schwierigkeiten mehr stieß. Die Bahn verfügte nach 1945 auch über einen normalspurigen Güterwaggon (Gw 533). Mit ihm konnte zwar nicht die Strecke befahren werden, aber es war möglich, mit (in Stainz eingeladenen) Gütern auf Rollböcken bis nach Preding-Wieselsdorf zu fahren, dort den Waggon abzuschemeln, ohne Umladen der Güter an Normalspur-Züge der Wieserbahn anzukoppeln und damit Transporte z. B. nach Graz abzuwickeln. Da dieser Wagen keine Bremsen hatte, konnte er ab den 1970er Jahren nur mehr eingeschränkt verwendet werden. Er wurde 2002 an das Eisenbahnmuseum Ampflwang abgegeben.[14]

auf Rollböcken aufgeschemelter Güterwagen

Drei weitere Waggons (ehemalige Triebwagengarnituren mit 71 Plätzen)[15] erhielt die Stainzerbahn von der Salzkammergut-Lokalbahn, als nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1951 noch Personenverkehr geführt wurde. Diese Wagen hatten sich bereits auf anderen Strecken nicht bewährt, standen über Jahre im Bahnhof Stainz und wurden um 1961 verschrottet.[16]

Ab 1960 wurde der Betrieb mit zwei Diesellokomotiven geführt. Diese Lokomotiven stammen aus Beständen der Heeresfeldbahn und wurden 1943 gebaut.[17]

Nach der Einstellung des konzessionierten Betriebes 1980 wurden Wagen und Lokomotiven an andere Bahnen der Steiermärkischen Landesbahnen abgegeben. Die Wagen des Flascherlzuges stammen nicht aus dem Bestand der Stainzerbahn, sondern gehörten zu Schmalspurbahnen der Österreichischen Bundesbahnen, der Murtalbahn und der Zillertalbahn.[18] Die zweiachsigen Wagen des Flascherlzuges entsprechen aber vom Typ her den ursprünglichen beiden Personenwagen der Stainzerbahn.

Seit 2011 befindet sich eine aus Rumänien stammende Diesellok bei der Stainzerbahn.[19] Sie wird als Reserve für die Führung der Flascherlzüge verwendet. In Stainz befindet sich auch noch ein kleiner Schneepflug und ein Wagen mit Einrichtungen zur Unkrautbekämpfung. Um Gebüsch am Rand der Strecke zu entfernen und neben den Gleisen einen Brandschutzstreifen freizuhalten, wird ein Traktor mit einem mobilen Mähwerk auf einen Flachwagen verladen und mit einer Lokomotive langsam vorwärts bewegt.

Die Stainzerbahn hatte einen schweren Unfall zu verzeichnen: Am 1. Dezember 1943 war ein Zug irrtümlich zu früh vom Bahnhof Preding-Wieselsdorf abgefahren, er prallte auf dem Vierschienengleis gegen einen Zug der Wieserbahn. Bei diesem Unfall wurde der Heizer,[13] nach anderen Angaben der Lokomotivführer[20] der Lokomotive der Stainzerbahn getötet.

„Flascherlzug“

Der „Flascherlzug“ mit Lok S11 in Kraubath, 1988

Ab 1971 wurde mit Unterstützung von Eisenbahnfreunden ein gelegentlicher Dampfbummelzug in Verkehr gesetzt, der zu einer permanenten Einrichtung und beliebten Fremdenverkehrsattraktion mit rund 20.000 Fahrgästen[21] in der Region wurde (in der Jubiläumssaison 2012 verzeichnete man etwa 26.000 Fahrgäste).[7] Die Strecke wurde von der Gemeinde Stainz zunächst gepachtet und 1994 gekauft.[11] Sie wird auf der Grundlage des Veranstaltungsgesetzes betrieben („Ringelspielkonzession“).[22] Es besteht daher keine Betriebspflicht, wie es bei öffentlichen Bahnen der Fall wäre.

Der Name des heutigen Touristenbummelzuges „Stainzer Flascherlzug“ ist keine Neuschöpfung, sondern war bereits in den 1920er Jahren gebräuchlich. Sein Name kommt aus der Zeit des „Wunderdoktors“ Höllerhansl (1866–1935), der den Ruf hatte, aus dem bloßen Betrachten des Urins Krankheiten erkennen zu können und in Marhof in der Nähe von Stainz lebte. Aus diesem Grund reisten viele Kranke mit einem Fläschchen (Flascherl) Urin an, was dem Zug zu diesem Namen verhalf. Er kommt bereits im Höllerhansl-Lied, das 1922 von Friedrich Moser geschrieben wurde, vor.[23] Da vom Höllerhansl häufig Tees zur Behandlung der Beschwerden angeboten und die Patienten mitgegeben wurden, erhielten die von Stainz nach Preding zurückführenden Zuge den scherzhaften Namen „Tee-Zug“[24] in phonetischer Anlehnung an die D-Züge der Normalspurbahnen.

Zwischen April und August sowie im November verkehrt der Stainzer Flascherlzug jeweils nachmittags an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Im September und Oktober verkehrt er an Freitagen nachmittags sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen vormittags und nachmittags. Ausgangs- und Endpunkt der Fahrten ist Stainz. Der Fahrpreis beinhaltet den Eintritt in das kleine „Zugmuseum“. Ein Kinderwaggon und ein Buffetwaggon, die „Schilcherschaukel“, werden mitgeführt. Darüber hinaus kann der „Stainzer Flascherlzug“ für Veranstaltungen und Sonderfahrten gebucht werden.[25] Eine Fahrt dauert etwa 50 Minuten, für Hin- und Rückfahrt ist einschließlich der Pausen bzw. des Rangierens der Lokomotive mit zwei bis drei Stunden zu rechnen. Fahrkarten können vorausbestellt werden.

Die klassische Zugzusammenstellung besteht aus

  • Generatorwagen
  • Höllerhansl (grün, nach Johann Reinbacher)
  • Bergliesl (rot, nach der für den Höllerhansl tätigen Kräutersammlerin Elisabeth Strametz)
  • Kräuterwagerl (gelb)
  • Schilcherschaukel (blauer Buffetwagen)

Bei Bedarf werden auch die großen Waggons angehängt:

  • Erzherzog Johann (rot)
  • Panoramawagen 1 und 2 (mit großen Panoramascheiben)

In den Ferien gibt es Kinderunterhaltung im

  • Kinderwaggon (bunt)

Bis 2000 wurde der Flascherlzug hauptsächlich mit der von der Salzkammergut-Lokalbahn stammenden Lokomotive S11 geführt. Da diese mit einem Kesselschaden abgestellt werden musste, kamen danach bis 2010 die von einer rumänischen Waldbahn stammende Dampflokomotive 764.411R - Reșița und als Reserve eine ungarische Diesellok (Reihe Mk48) zum Einsatz. Die Dampflokomotive wurde ab 2011 für eine Revision abgestellt, in den Jahren 2011 und 2012 wurde der Flascherlzug von einer Lokomotive der Baureihe U, der 295.56 geführt, die von der Taurachbahn geliehen wurde. Ab 2013 soll wieder die Lok der Reihe 764 eingesetzt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Dietmar Zehetner: 120 Jahre Stainzer Lokalbahn. Sutton Verlag Erfurt 2012. ISBN 978-3-95400-002-9
  • Sepp Tezak: Steiermärkische Landesbahnen, Band III (Stainz, Ratten). Wien 1985, Verlag Peter Pospischil. Band 43 der Reihe „Bahn im Bild“
  • Walter Krobot, Josef Otto Slezak, Hans Sternhart: Schmalspurig durch Österreich. Geschichte und Fahrpark der Schmalspurbahnen Österreichs von 1825 bis 1975. Verlag Slezak, 3. Auflage Wien 1984. ISBN 3-85416-095-X. Text S. 35, Bilder S. 130–132.
  • Herbert Fritz, Alfred Luft: Die Stainzerbahn. Herausgeber: club 760. Verein der Freunde der Murtalbahn. Murau 1982.

Quellen

  1. § 3 Absatz 2 der Konzessionsurkunde vom 8. September 1871: österreichisches Reichsgesetzblatt XLIX. Stück, Nr. 129, ausgegeben 17. November 1871, S. 344.
  2. Fritz, Luft: Stainzerbahn. S. 1.
  3. Konzessionsurkunde vom 14. Mai 1892: österreichisches Reichsgesetzblatt XXXIII. Stück, Nr. 91, ausgegeben am 28. Juni 1892, S. 517–522.
  4. Fritz, Luft: Stainzerbahn. inneres Umschlagblatt.
  5. a b c Zehetner: 120 Jahre. S. 8.
  6. Kroboth, Slezak, Sternhart: Schmalspurig. S. 35.
  7. a b Abschlussdampf für das Jubiläumsjahr. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. vom 30. 11. 2012. 85. Jahrgang Nr. 48. S. 14.
  8. P=Personenzug, G=Zug mit Güter- und Personenbeförderung, SF: fährt nur an Sonn- und Feiertagen. Unterstrichene Minutenangaben: Nachtzeit, vor 6 Uhr morgens und ab 6 Uhr abends. Wellenlinie (zwischen Uhrzeiten): Briefpostbeförderung, Punkte: Gesamtpostbeförderung, zwei Striche: Bahnpost niederer Ordnung.
  9. a b c d e Fritz, Luft: Stainzerbahn. S. 4.
  10. Zehetner: 120 Jahre. S. 72.
  11. a b c d Zehetner: 120 Jahre. S. 37.
  12. Kaufvertrag vom 30. Dezember 1993: Bezirksgericht Stainz, Grundbuch 61239 Stainz, Einlagezahl 535. Weitere Grundbuchsdaten: KG 61217 Herbersdorf EZ 181, KG 61210 Grafendorf EZ 244, KG 61212 Graschuh KG 87, KG 61227 Neudorf KG 69, KG 61029 Kraubath EZ 201, KG 61074 Wohlsdorf KG 110, KG 61079 Wieselsdorf KG 99 und 194. Teilweise Übertragung aus dem Eisenbahnbuch GB 02301 EZ 1601, 1602, 1604, 1605, 1608, 1908, 1910 (abgerufen 4. September 2012).
  13. a b Fritz, Luft: Stainzerbahn. S. 8.
  14. Zehetner: 120 Jahre. S. 71.
  15. Fritz, Luft: Stainzerbahn. S. 9.
  16. Zehetner: 120 Jahre. S. 69.
  17. Zehetner: 120 Jahre. S. 65.
  18. Zehetner: 120 Jahre. S. 73–84.
  19. Zehetner: 120 Jahre. S. 68.
  20. Zehetner: 120 Jahre. S. 56.
  21. Marktgemeinde Stainz: Der Stainzer Flascherlzug
  22. Fritz, Luft: Stainzerbahn. S. 14.
  23. Der komplette Text des Höllerhansl-Liedes
  24. Zehetner: 120 Jahre. S. 35.
  25. Marktgemeinde Stainz: Stainzer Flascherlzug

Weblinks

 Commons: Stainzer Lokalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.8908515.268358333333Koordinaten: 46° 53′ 27″ N, 15° 16′ 6″ O