Stall (Gemeinde)

Stall
Wappen von Stall
Stall (Gemeinde) (Österreich)
Stall (Gemeinde)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 96,46 km²
Koordinaten: 46° 53′ N, 13° 2′ O46.88694444444413.034722222222867Koordinaten: 46° 53′ 13″ N, 13° 2′ 5″ O
Höhe: 867 m ü. A.
Einwohner: 1.649 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 17,1 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9832
Vorwahl: 0 48 23
Gemeindekennziffer: 2 06 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 6, 9832 Stall
Website: www.gemeinde-stall.at
Politik
Bürgermeister: Peter Ebner (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
5 SPÖ, 4 ULS, 3 FPK,
3 ÖVP
Lage der Gemeinde Stall im Bezirk Spittal an der Drau
Bad Kleinkirchheim Baldramsdorf Berg im Drautal Dellach im Drautal Flattach Gmünd in Kärnten Greifenburg Großkirchheim Heiligenblut am Großglockner Irschen Kleblach-Lind Krems in Kärnten Lendorf Lurnfeld Mallnitz Malta Millstatt am See Mörtschach Mühldorf Oberdrauburg Obervellach Radenthein Rangersdorf Reißeck Rennweg am Katschberg Sachsenburg Seeboden am Millstätter See Spittal an der Drau Stall Steinfeld (Kärnten) Trebesing Weißensee Winklern KärntenLage der Gemeinde Stall (Gemeinde) im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Stall ist eine Gemeinde mit 1649 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Stall liegt im mittleren Mölltal, eingebettet von der Goldberggruppe im Norden (am Sadnig 2745 m hoch), sowie der Kreuzeckgruppe (am Hochkreuz 2709m) im Süden des Gemeindegebiets. Die größeren Siedlungen der Gemeinde liegen auf den sonnseitigen Schwemmkegeln des Talgrunds.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in die drei Katastralgemeinden Sonnberg, Gößnitz und Stall gegliedert und umfasst folgende 15 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Berg ob Stall (53)
  • Gößnitz (95)
  • Gußnigberg (66)
  • Latzendorf (198)
  • Obere Steinwand (55)
  • Pußtratten (174)
  • Rakowitzen (132)
  • Sagas (32)
  • Schwersberg (81)
  • Sonnberg (159)
  • Stadlberg (7)
  • Stall (618)
  • Stieflberg (43)
  • Untere Steinwand (102)
  • Wöllatratten (53)
Gößnitzer Stausee

Geschichte

Wann das Obere Mölltal ursprünglich besiedelt wurde, ist nicht genau zu bestimmen. Das heutige Oberkärnten sowie Osttirol wurde um 1200 v. Chr. von den Illyrern besiedelt, ab etwa 400 v. Chr. wanderten Kelten von Norden her kommend ein und gründeten um 200 v. Chr. das Königreich Noricum. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Namen „Tauern“ für das Gebirgsmassiv und „Möll“ für den Fluss im längsten aller Tauerntäler. In der Zeit der Herrschaft der Römer, die um 50 n. Chr. das Noricum in ihr Reich eingegliedert hatten, entstand über den Tauernkamm und Heiligenblut ein nach Salzburg führender Verkehrsweg.

Mit der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert gingen im Noricum die staatliche Ordnung und mit ihr vermutlich ein Großteil der Siedlungen im Oberen Mölltal zugrunde. Ende des 6. Jahrhunderts begannen sich Slawen anzusiedeln, was sich in einer Reihe von Landschafts- und Ortsbezeichnungen mit Endungen auf -itz, -ach, -ig oder -nig niederschlug. Ab 740 kamen christliche Missionare aus Bayern nach Kärnten, Geistliche aus Freising gründeten im 8. Jahrhundert die Pfarre Stall, von der ausgehend sich im Laufe der Zeit weitere Pfarren in der Region bildeten. Zahlreiche bayerische Siedler zogen ab dem 10. Jahrhundert zu und schufen im Mölltal durch Rodungen weiteren Siedlungsraum.

Wann genau die Pfarre Stall entstanden ist, ist nicht belegt; im Jahr 957 wurde eine Kirche in Stall urkundlich erwähnt. Ursprünglich dem Bistum Freising zugehörig, kam sie als Lehen oder durch Tausch an die Grafen von Lurn und nach deren Aussterben wechselte die Pfarre im Jahr 1149 in den Besitz des Erzbistums Salzburg, woran sich bis 1803 nichts ändern sollte. Ein Ministerialengeschlecht erbaute im 12. oder 13. Jahrhundert eine Burg bzw. einen festen Turm im oder beim Dorf. Stall war bis 1848 Sitz eines Urbaramtes sowie Sitz eines 1318 erstmals genannten Gerichts (Burgfried).

Der Name Stall wird der Sage nach so gedeutet, dass nach einem Erdrutsch vom einstigen Ort Wildegg nur ein Stall übrig geblieben sei, und tatsächlich war das Gebiet häufig von heftigen Unwettern und Vermurungen betroffen. Jedoch gehen Orte mit „Stall“ im Namen sehr häufig auf eine hochmittelalterliche „curtis stabularia“ zurück, was als herrschaftlicher Gutshof im Sinne eines Amtshofes zu deuten ist und in diesem Fall wohl ebenfalls zutrifft.

Mit der Bildung von Ortsgemeinden im Jahr 1850 konstituierte sich auch die Gemeinde Stall, an deren Gemeindegebiet sich bis auf kleinere Grenzkorrekturen seither nichts mehr geändert hat.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Stall 1.868 Einwohner, davon sind 98,8 % österreichische Staatsbürger. 97,9 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 0,5 % zur evangelischen Kirche, 0,7 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Durch Stall führt die Mölltal Straße (B 106).

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Stall hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Peter Ebner (SPÖ).

Wappen

Im Wappen von Stall soll die Figurenfarbe Gold an den im Mölltal über drei Jahrhunderte praktizierten Goldbergbau erinnern. Der Stall deutet, wenngleich etymologisch falsch, den Orts- und Gemeindenamen an, die Ähre darunter verweist, wie auch der grüne Schildgrund, auf die im Gemeindegebiet betriebene Landwirtschaft hin, wobei jedes der 15 Körner der Ähre für eine der Ortschaften steht.

Die offizielle Blasonierung lautet: „In grünem Schild über einer goldenen Ähre mit fünfzehn Körnern ein goldener Mölltaler Stall.“[1]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 20. Mai 1977 verliehen, die Fahne zeigt die Farben Grün und Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 268

Weblinks