Stanislav Struhar

Stanislav Struhar (* 4. Januar 1964 in Gottwaldov, heute Zlín) ist ein österreichischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Stanislav Struhar ist das älteste von drei Kindern einer Familie, die in der Stadt eine nicht unbedeutende Stellung innehatte: Der Großvater war ein höherer städtischer Beamter. Struhar versagte sich dem Anpassungsdruck des kommunistischen Regimes, und nach wiederholten Selbstmordversuchen wurde er zweimal in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik eingewiesen. Eine Elektrokrampftherapie wurde u.a. erwogen – 1988 floh er schließlich mit seiner Frau nach Österreich. Sie wurden im Sinne des Bundesgesetzes und der Genfer Konvention als verfolgte Flüchtlinge anerkannt, dennoch gelang die Zusammenführung mit dem in der Tschechoslowakei gebliebenen Sohn – trotz der Intervention des Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, des Bundesministeriums und der Österreichischen Gesellschaft für Menschenrechte – erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Stanislav Struhar lebt heute in Wien.

Werk

Seit jungen Jahren schreibt Struhar Gedichte und Prosa. Seine ersten literarischen Werke verfasste er noch in tschechischer Sprache, bald aber begann er in deutscher Sprache zu schreiben. Sein Roman Das Manuskript, der 2002 in Wiener Parlament vorgestellt wurde, wurde sowohl in Österreich als auch in Tschechien als Buch der Woche gereiht. Für sein bisheriges literarisches Schaffen erhielt Stanislav Struhar zahlreiche Anerkennungen und Stipendien.

Einzelveröffentlichungen

  • Der alte Garten. Gedichttrilogie, übers. aus dem Tschechischen von Jan-Peter Abraham, Resistenz, Linz 1999, ISBN 3-85285-028-2.
  • Der alte Garten/Stará zahrada. Gedichttrilogie, 2. erweiterte Auflage, Edition Doppelpunkt, Wien 2001, ISBN 3-85273-112-7.
  • Das Manuskript. Roman, übers. aus dem Tschechischen von Andrej Leben, Drava, Klagenfurt/Celovec 2002, ISBN 3-85435-378-2.
  • Rukopis. Roman Das Manuskript in tschechischer Fassung, Signeta, Prag 2004, ISBN 80-903325-0-1.
  • Opuštěná zahrada. Roman, Volvox Globator, Prag 2004, ISBN 80-7207-540-3.
  • Eine Suche nach Glück. Roman, Kitab, Klagenfurt 2005, ISBN 3-902005-48-3.
  • Hledání štěstí. Roman Eine Suche nach Glück, übers. ins Tschechische von Nikola Zejkanová, Volvox Globator, Prag 2007, ISBN 978-80-7207-652-9.
  • Hledání štěstí. eine bibliophile Ausgabe mit graphischer Gestaltung von Alena Antonová, Volvox Globator zus. mit Kniha-Grafika-Bibliofilie in der Edition Symposium, Prag 2007, ISBN 978-80-7207-653-6.

Übersetzungen

Literatur

  • Florica Madritsch Marin, Elisabeth Schawerda: Wenn die Erinnerung atmet: Querschnitt österreichischer Lyrik. Edition Doppelpunkt, Wien 2003, ISBN 3-85273-148-8.
  • Stefan Krist, Patricia Brooks, Günter Vallaster: Das literarische Sprachlabor: Workshop-Konzepte für den Deutsch-Unterricht. Praesens, Wien 2009, ISBN 978-3-7069-0491-9.
  • Renata Cornejo: Heimat im Wort: zum Sprachwechsel der deutsch schreibenden tschechischen Autorinnen und Autoren nach 1968. Eine Bestandsaufnahme. Praesens, Wien 2010, ISBN 978-3-7069-0602-9.
  • Renata Cornejo: Heimat im Wort in tschechischer Fassung, Doma mezi dvěma jazyky a kulturami. Praesens, Host, Brünn 2012
  • Andrea Fischerová, Marek Nekula: Ich träume von Prag: Deutsch-tschechische literarische Grenzgänge. Praesens, Stutz, Passau 2012, ISBN 978-3-88849-068-2.

Weblinks