Stefan-Schatzl-Hütte

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Stefan-Schatzl-Hütte
Lage am Fuß des Knallstein; Scheffau/Pongau/Land Salzburg; Talort: Scheffau
Gebirgsgruppe Tennengebirge
Regionen Lammertal–Dachstein West
Geographische Lage 47° 33′ 22″ N, 13° 14′ 9″ O47.55612413.2358221340Koordinaten: 47° 33′ 22″ N, 13° 14′ 9″ O
Höhenlage 1340 m ü. A.
Stefan-Schatzl-Hütte (Land Salzburg)
Stefan-Schatzl-Hütte
Besitzer privat
Erbaut 1924
Hüttenverzeichnis DAV

Die Stefan-Schatzl-Hütte war eine hölzerne Schutzhütte des österreichischen Touristenverein Naturfreunde, Sektion Salzburg, gelegen im nördlichen Teil des Tennengebirge im Salzburger Land. Seit etwa 2009 dürfte die Hütte in privatem Besitz sein.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die kleine Hütte befindet sich auf der Lichtung der ehemaligen Nesselbergalm auf der abweisenden und einsamen Nordflanke des Tennengebirges. Sie liegt auf 1340 m ü. A. Höhe am Fuß des Knallstein und hoch über dem Tal der Lammer mit der Ortschaft Scheffau am Tennengebirge. Der wenig bekannte und nicht besonders häufig besuchte Stützpunkt wird als Selbstversorgerhütte geführt und zumindest an Sommerwochenenden bewirtet, dann sind auch Getränke erhältlich. Es ist ein guter Ausgangspunkt für Bergsteiger, die von hier aus Plateauüberschreitungen und Gipfelbesteigungen im nördlichen Tennengebirge unternehmen können, aber auch ein lohnendes Ausflugsziel für Wanderer.

Geschichte

Stefan Schatzl (1891–1977)[1] und Franz Schober aus Hallein, beides begeisterte Anhänger des Tennengebirges, trafen sich im Sommer 1924 zufällig auf der halb verfallenen Nesselbergalm und beschlossen, daraus eine Unterkunft für Bergsteiger zu schaffen. Daraufhin wurde mit dem Grundstücksbesitzer aus Vorderscheffau ein langjähriger Pachtvertrag ausgehandelt und nach tatkräftigem Einsatz konnte die umgebaute Hütte am 31. Oktober 1924 eröffnet werden. Dabei war Stefan Schatzl am meisten beteiligt, er blieb so oft es ging als Hüttenwart dort, wegen seines unermüdlichen Einsatzes erhielt die Hütte seinen Namen. 1938 wurde die Hütte beschlagnahmt und geschlossen, erst im Januar 1946 erhielten die Naturfreunde ihre Hütte zurück, wobei sie wieder von Stefan Schatzl übernommen wurde. Zwei Jahre später wurde die Hütte renoviert und erweitert, am 21. August 1949 konnte sie wieder eröffnet werden. 1959 gab Stefan Schatzl die Hütte aus gesundheitlichen Gründen ab, nahm jedoch zum 50-jährigen Bestehen an der Jubiläumsfeier als 84-jähriger teil. Bis heute ist sie ein uriger, gemütlicher Stützpunkt in einsamer Bergwildnis geblieben.

Zustiege

Anreise: Von der Tauernautobahn (A 10), Ausfahrt Golling, über die Lammertal Straße (B 162) nach Scheffau am Tennengebirge.

  • Von Unterscheffau (Parkplatz am Kuchlbachhof) über Infang-Alm und Hüttenweg in 3 Stunden
  • Von Oberscheffau (Gasthaus Lammerklause) über Schön-Alm und Hüttenweg in 3 Stunden

Übergänge

  • Leopold-Happisch-Haus (1.925 m) über Wieselsteine, mittel, Gehzeit: 4½ Stunden
  • Rossberghütte (1.000 m) über Dunkle Gruben, Schneegrube, Scheiblingkogel, nur im Winter als Skitour

Gipfelbesteigungen

  • Platteneck (1946 m ü. A.), nicht markiert, Gehzeit: 2 Stunden
  • Wieselstein (2300 m ü. A.), mittel, Gehzeit: 3 Stunden
  • Knallstein (2234 m ü. A.) über Südgrat, mittel, Gehzeit: 2½ Stunden

Literatur

Einzelnachweise

  1. Karl Georg Kreiter: Stefan-Schatzl-Hütte. In: Namensgeber der Schutzhütten - Berghütten und deren Geschichte – Was uns die Namen dieser Schutzhütten im Alpenraum sagen. Abgerufen am 2010.