Stefan Horvath

Stefan Horvath (* 12. November 1949 in Oberwart) ist ein österreichischer Schriftsteller.

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Biografie

Stefan Horvath wurde in einer Romasiedlung in Oberwart geboren. Die Siedlung wurde von der Gemeinde für den Bau des städtischen Krankenhauses, in welchem Horvath bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2011 arbeitete, aufgelöst.

Er besuchte die Volksschule in seiner Geburtsstadt. Als erster Rom durfte er auch die dortige Hauptschule besuchen. Nach seiner Schulpflicht arbeitete er von 1964 bis 1982 als Hilfsarbeiter für diverse Baufirmen in Wien und Umgebung, wurde von 1983 bis 1989 Vorarbeiter bei einer Baufirma und kam bis in den Betriebsrat. Von 1989 bis 1994 war er als Polier bei einer anderen Baufirma angestellt.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 übte der österreichische Briefbombenattentäter Franz Fuchs einen Anschlag mit einer Rohrbombe aus. Dabei wurden Peter Sárközi, der Sohn von Horvath, Josef Simon sowie Ervin und Karl Horvath getötet. Sie hatten versucht, eine an der Bombe befestigte Plakette mit einer rassistischen Beschimpfung ("Zigeuner zurück nach Indien") zu entfernen. Dieses Erlebnis nahm ihn so mit, dass er unter schweren Schlafstörungen und seelischen Problemen litt. Danach begann seine schriftstellerische Tätigkeit. Seit 1995 arbeitet Horvath außerdem als Reinigungskraft am Oberwarter Krankenhaus. Er ist verheiratet und lebt noch immer in der früheren Romasiedlung.

Ein 92-minütiger Film „Stefan Horvath, Zigeuner aus Oberwart“ wurde 2004 im Jüdischen Museum in Wien vorgestellt. Regie führte der österreichische Regisseur Peter Wagner.

Werke

Aus dem Schmerz über den Verlust seines Sohnes heraus begann Horvath zu schreiben.

In seinem Buch „Ich war nicht in Auschwitz“ beschreibt er aus fiktiven sowie mündlich weitergegebenen Erzählungen und Gedichten einen Appell an die Menschheit, Geschehenes nicht vergessen zu lassen. Er tut dies vor allem als Nachkomme von KZ-Opfern und als Angehöriger eines Terror-Opfers. Das Buch wurde von Kindern illustriert, welche durch die Bilder zum Ausdruck bringen, was sie unter „KZ“ (Konzentrationslager) verstehen.

12 Jahre nach dem Anschlag brachte er das Buch „Katzenstreu“ heraus, in welchem das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln schildert. Er wechselt dabei zwischen den Rollen des Täters, des Beobachters und des Opfers.

Publikationen

  • Ich war nicht in Auschwitz. Erzählungen. edition lex liszt 12, Oberwart 2003, ISBN 3-901757-35-X (Medienkombination).
  • Katzenstreu. Erzählung. edition lex liszt 12, Oberwart 2007, ISBN 978-3-901757-51-8.

Quellenangaben

  • Biographie: [1], [2], sowie s. Weblinks
  • Werke: [3]
  • Film über Stefan Horwath: [4], sowie s. Weblinks

Weblinks