Steyr 12M18

Steyr 12M18
Steyr 12M18

Der Steyr 12M18 ist ein geländegängiger LKW, welcher beim Österreichischen Bundesheer hauptsächlich zum Mannschaftstransport, jedoch auch für andere Zwecke eingesetzt wird. Auf der Ladefläche konnten bis zu 18 Personen inklusive ihrer persönlichen Kampfausrüstung transportiert werden, aufgrund neuer Sicherheitsbestimmungen des Österreichischen Bundesheers ist es jedoch nur mehr gestattet bis zu 16 Personen auf der Ladefläche zu transportieren.

Inhaltsverzeichnis

Technik

Das Fahrzeug verfügt über einen permanenten Allradantrieb, welcher zusätzlich über zwei Quersperren und eine Längssperre verfügt, die in schwerem Gelände zugeschaltet werden können. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein 8-Gang-Getriebe, welches über eine zusätzliche Geländeuntersetzung verfügt. Der 6-Zylinder-Motor mit Direkteinspritzung verfügt über eine Leistung von 130 kW, dieser Motor der Baureihe WD 612 entwickelte ein maximales Drehmoment von 630 Nm bei 1200/min. Diese Motorenbaureihe war nach dem Steyr HPCE (High Performance Controlled Emission) Verfahren konzipiert; es kann eine Höchstgeschwindigkeit von 98 km/h erreicht werden. Die Reichweite beträgt etwa 700 km. Das Fahrerhausdesign beruht auf Entwürfen des französischen Industriedesigners Louis Lucien Lepoix, der zuvor auch schon Lkw-Fahrerhäuser für Hersteller wie Henschel, Magirus-Deutz und Büssing entworfen hatte.

Verwendung

Zusätzlich zu den Fahrzeugen für den Mannschaftstransport gibt es noch Fahrzeuge, welche für den Materialtransport mit einer Ladebordwand ausgerüstet sind.

Durch den Steyr 12M18 wurden die Steyr 680M beim ÖBH nach und nach ersetzt. Der äußerst robuste Steyr 680M wird auch von der Armee in Griechenland weiterhin mit Erfolg eingesetzt. Die Schweiz musterte ihn kürzlich aus. Der Steyr 12M18 wird auch von den Armeen Griechenlands (als Steyr 14M14), Thailands sowie der USA (FMTV siehe unten ) eingesetzt.

FMTV

Ab 1988 nahm Steyr an der Ausschreibung der United States Army teil, für die neue FMTV (family of medium tactical vehicles = 4x4 mit 2,5 to 6x6 mit 5 to.)

Stewart & Stevenson

Via Stewart & Stevenson in Houston brachte Steyr das Konzept 12M18 und bekam den Auftrag für 17 Prototypen, die in Steyr gebaut wurden. Nach neunmonatiger Erprobung bekam das Steyr-Konzept den Zuschlag. Mehr als 60.000 LKW wurden bestellt, sie wurden bei verschieden US-Firmen nach dem Steyr-Konzept gebaut, Steyr lieferte auch wichtige Teile und Fahrerhausteile. Steyr setzte sich mit diesem Produkt gegen namhafte in- und ausländische Konkurrenten durch, sodass in Kooperation mit einem US-amerikanischen Unternehmen schlussendlich der Auftrag an Land gezogen werden konnte. Die Serienproduktion für die US-Army begann 1995, 1996 wurde das FMTV-System in der US-Armee eingeführt. Mehr als 60.000 LKW nach Steyr-Muster sollten von nun an die veralteten GMC-Fahrzeuge ersetzen. Heutzutage wird der Großteil in den Vereinigten Staaten produziert – allerdings wurden Fahrerhaus und Einzelkomponenten über das Jahr 2000 hinaus in Steyr von Magna Steyr produziert.

2006 Armor Holding übernimmt Stewart & Stevenson

2006 wurde Stewart & Stevenson von der Armor Holdings für 755 Millionen US-Dollar gekauft. Die Armor Holding ist zu diesem Zeitpunkt auch schon in Besitz der Pinzgauer-Fertigung.

2007 British Aerospace übernimmt Armor Holding

Am 31. Juli 2007 wurde die Armor Holding von British Aerospace übernommen und in BAe Systems AH Inc. umbenannt.

Literatur

  • Jane's Information Group, Jane's international defense review: IDR, Band 39,Ausgaben 7-12, Jane's Information Group, 2006, Stichwort: FMTV

Weblinks