Stift Pernegg

Kloster Pernegg.jpg

Das Stift Pernegg ist ein ehemaliges Kloster der Prämonstratenserinnen (bzw. der Prämonstratenser) (OPraem) in Pernegg in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Kloster wurde um 1153 durch Ekbert und Ulrich von Pernegg als Chorfrauenstift (zum Stift Geras gehörend) gegründet und mit Nonnen aus den zu Seelau gehörigen Stift Launiowitz besiedelt. Es teilte, was die Zeitläufte angeht, weitgehend das Schicksal des Stiftes Geras.

Als unter Propst Coloman Radt alle Chorfrauen bis auf eine einzige sterben, geht das Recht zur Wahl des Propstes auf das Kapitel von Geras über. Im Jahr 1584 wurde das Frauenkloster aufgehoben, und nach dem Tod der letzten Chorfrau Rosina Eichinger im Alter von über 80 Jahren, mit Chorherren aus Geras neu besetzt. Unter Franz von Schöllinger erhielt das Stift, zusätzlich zur Pfarrei Pernegg, die Pfarrei Niklasberg von Geras. Vom Landesherrn erhielt Pernegg die Abteien von Lelesz und Jasov, später dazu St. Stephan in Oradea und die (Titular-)Propstei Horpacs, dann die Kanonien in Csorna und Türje. Diese wurden dann allerdings bald teilweise zur Schuldentilgung an wohlhabendere Klöster des Ordens verkauft. Im Jahre 1700 wurde das Stift zur Abtei erhoben, aber schon im Jahr 1783 aufgehoben. Die Stiftsgebäude in Pernegg kamen Mitte des 19. Jahrhunderts wieder in den Besitz von Stift Geras und seit 1995 wird in den vorher grundlegend erneuerten Stiftsanlagen ein Fasten- und Seminarzentrum durch das Stift Geras betrieben.

Stiftsgebäude

Die spätgotische, ehemalige Stiftskirche, der Karner und Teile der barocken Klostergebäude, sowie einige wenige Reste der ehemaligen Burgkapelle sind erhalten. Kirche und Klostergebäude wurden in den 1990er Jahren umfassend renoviert und durch Neue Teile ergänzt. Die Kirche erhielt dabei auch einen neuen Volksaltar von Thomas O. Munz.

Die bekannten Vorsteher des Stiftes Pernegg nach Brunner, Sebastian (Hrsg.): Ein Chorherrenbuch. Würzburg 1883.

Pröpste:

Engelbert (Gründungspropst von Pernegg)
Conrad (später Abt von Geras)
Ulrich
Conrad
Johann
Wilhelm (später Abt von Geras)
Thilmann
Hermann
Johann de Russia
Wilhelm (später Abt von Geras)
Gerhard
Oswald (später Abt von Geras)
Nikolaus
Laurenz
Christoph
Christian Zarnwolf
Johann Kolb
Thomas Scheerschneider
Gregor
Coloman Radt (zu seiner Zeit endet die Wahl durch die Chorfrauen)
Johann Wenzel Ruepl (später Wenzel II. Abt von Geras)
Urban Leser (später Abt von Geras)

Christoph Weber
Mathias Leser
Georg Sumperer (zu seiner Zeit starb die letzte Chorfrau Rosina Eichinger, Errichtung des Kapitels)
Germann Renzl
Johann von Beyrer (später Abt von Geras)
Sebastian Fuchs (vorher Abt von Klosterbruck, Verleihung der Pontifikalien)
Valentin Springel
Norbert Bratiz (später Abt von St. Vinzenz Breslau)
Laurenz Weigl
Nikolaus Meister

Äbte:

1. Franz Edler von Schöllinger (erster Abt von Pernegg)
2. Ambros Edler von Schöllinger
    Nikolaus Zandt (Vaterabt und Administrator)
3. Peter Gröbner
4. Leopold Silipp (Aufhebung des Stiftes Pernegg) (Tilgung aller Schulden)


Titularprobst:

Ämilian Greisel (Abt, 50. Prälat von Geras)

Literatur

  • Brunner, Sebastian (Hrsg.): Ein Chorherrenbuch. Würzburg 1883.
  • Franz, Isfried Robert: Geschichte der Waldviertler Klosterstiftung Geras-Pernegg. Geras 1976, Neudruck.
  • Ambrózy, Johann Thomas / Pfiffig, Ambros Josef / Trumler, Gerhard: Stift Geras und seine Kunstschätze. St. Pölten 1989.

Siehe auch

48.73861111111115.629166666667Koordinaten: 48° 44′ 19″ N, 15° 37′ 45″ O