Stockenboi

Stockenboi
Wappen von Stockenboi
Stockenboi (Österreich)
Stockenboi
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 100,07 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 13° 35′ O46.72916666666713.580555555556795Koordinaten: 46° 43′ 45″ N, 13° 34′ 50″ O
Höhe: 795 m ü. A.
Einwohner: 1.659 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 16,58 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9713
Vorwahl: 0 47 61
Gemeindekennziffer: 2 07 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zlan Nr. 2
9713 Stockenboi
Website: www.stockenboi.at
Politik
Bürgermeister: Hans-Jörg Kerschbaumer (FPK)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
8 FPK, 4 SPÖ, 3 ÖVP
Lage der Gemeinde Stockenboi im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach KärntenLage der Gemeinde Stockenboi im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Stockenboi ist eine Gemeinde mit 1659 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Ostufer des Weißensees Gemeinde Stockenboi

Die Gemeinde liegt in Oberkärnten in einem Seitental des Unteren Drautals zwischen Drau und Weißensee. Hauptsiedlungsgebiet ist das Tal des Weißenbachs, des Abflusses des Weißensees. Ein Großteil des Gemeindegebietes liegt in den Gailtaler Alpen und der Latschurgruppe.

Nachbargemeinden sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Baldramsdorf, Spittal an der Drau, Ferndorf, Paternion, Weißensee und Kleblach-Lind.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in die vier Katastralgemeinden Stockenboi, Tragail, Wiederschwing und Ziebl gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern: Einwohnerzahl, Stand 2001):

  • Aichach (46)
  • Alberden (36)
  • Drußnitz (20)
  • Gassen (175)
  • Hammergraben (32)
  • Hochegg (61)
  • Hollernach (21)
  • Liesing (10)
  • Mösel (17)
  • Mauthbrücken (84)
  • Ried (55)
  • Rosental (1)
  • Scharnitzen (47)
  • Seetal am Goldeck (7)
  • Stockenboi (283)
  • Tragail (167)
  • Unteralm (55)
  • Weißenbach (12)
  • Wiederschwing (45)
  • Ziebl (152)
  • Zlan (417)

Geschichte

Das Gebiet wurde um 600 n. Chr. von Keltoromanen besiedelt, die vor den vordringenden Slawen zurückwichen.

Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte Stockenboi zur Grafschaft Ortenburg. Unter Kaiser Ferdinand II. entstand am Fuß der Alpe Golz 1621 die Glashütte Tscherniheim, die bis 1879 bestand. Die Energie des Weißenbaches wurde für Sägewerke, Mühlen und Eisenhämmer genutzt, auch diese Industrie verfiel im 19. Jahrhundert. Die Gemeindegebiete von Stockenboi und Paternion sind nahezu deckungsgleich mit dem Territorium der früheren Herrschaft Paternion.

Aus einem Amt der Herrschaft Paternion sind unter Kaiser Joseph II. die heutigen Katastralgemeinden entstanden, aus denen sich 1850 zunächst auch drei Ortsgemeinden Stockenboi, Wiederschwing und Ziebl konstituierten, die jedoch schon 1865 zur Gemeinde Stockenboi zusammengeschlossen wurden. Die Gemeindegrenzen blieben bis 1973 unverändert, als das Ostufer des Weißensees von der gleichnamigen Gemeinde an Stockenboi kam.

Anfang der 1930er Jahre war der Stockenboi Graben das Urlaubsziel des Malers Max Liebermann, dessen Bilder heute schon verfallene Höfe zeigen.[1] Ebenfalls ein Stockenboi-Urlauber war der Schriftsteller Walter von Molo, der in seinem Roman „Die Scheidung“ Verhältnisse und skurrile Gestalten des Stockenboier Grabens skizzierte.

Bevölkerung

Die Gemeinde Stockenboi hat 1.743 Einwohner (2001), davon besitzen 97,3 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 66,7 % der Bevölkerung bekennen sich zur evangelischen und 28,2 % zur römisch-katholischen Kirche, 1,0 % zum Islam. 2,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut Volkszählung 2001 gibt es 55 Arbeitsstätten mit 128 Beschäftigten in der Gemeinde und 549 Auspendler (2001). Es gibt 158 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 56 im Haupterwerb), die zusammen 6.086 ha bewirtschaften (1999). Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt rund 13 % der Gemeindefläche, rund 70 % sind mit Wald bedeckt. Von Bedeutung ist der Fremdenverkehr am Weißensee sowie das Skigebiet Goldeck.

Es gibt zwei Volksschulen und einen Kindergarten. Die Verkehrserschließung erfolgt über Stockenboier Landesstraße (L32) und die Zlaner Landesstraße (L31). Am nordöstlichen Gemeinderand im Drautal berührt die Tauernautobahn (A 10) das Gemeindegebiet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Stockenboi hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Hans-Jörg Kerschbaumer (FPK).

Wappen

Das Wappen von Stockenboi zeigt „in Grün eine ins Schildhaupt reichende silberne Spitze, darin ein rotes Wasserrad schwebend, im Schildfuß ein grüner Wellenbalken.“ Der grüne Schildgrund steht für den Waldreichtum des Gemeindegebiets, der Wellenbalken für den zur Drau hin verlaufenden Weißenbach als wichtige Energiequelle und das rote Wasserrad für die für Sägen, Mühlen und Hammerwerke genutzte Wasserkraft. Die silberne Spitze repräsentiert den Hausberg der Gemeinde, den Staff (2217 m).

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 22. April 1987 verliehen, die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

  • Hans Ausserwinkler (1919–1989), Politiker (SPÖ), Bürgermeister von Klagenfurt, Landesrat
  • Heinz Kuttin (* 1971), Schispringer
  • Friedbert Kerschbaumer (* 1951), Panflötenspieler
  • Reinhart Rohr (* 1959), Politiker (SPÖ)

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Helmut Prasch: Waldglas aus Oberkärnten 1621-1879 - Glashütte Tscherniheim. Selbstverlag des Bezirksheimatmuseums Spittal-Drau 1971. In Auszügen (27 Seiten mit Abbildungen) abgedruckt in Pressglas-Korrespondenz, Nr. 2008-4 unter www.pressglas-korrespondenz.de, aufgerufen am 20. Juli 2012

Weblinks