Sulmeck-Greith

Sulmeck-Greith
Wappen von Sulmeck-Greith
Sulmeck-Greith (Österreich)
Sulmeck-Greith
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 18,65 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 15° 19′ O46.73333333333315.316666666667320Koordinaten: 46° 44′ 0″ N, 15° 19′ 0″ O
Höhe: 320 m ü. A.
Einwohner: 1.334 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 71,53 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8443, 8543, 8544, 8551
Vorwahl: 3465, 3457
Gemeindekennziffer: 6 03 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gasselsdorf 78
8543 St. Martin im Sulmtal
Website: www.sulmeck-greith.at
Politik
Bürgermeister: Karl König (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
9 ÖVP, 5 SPÖ, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Sulmeck-Greith im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Sulmeck-Greith im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sulmeck-Greith ist eine Gemeinde mit 1334 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Die Gemeinde Sulmeck-Greith liegt in der südlichen Weststeiermark an der Mündung der Schwarzen und der Weißen Sulm. Der flächenmäßig größte Teil des Gemeindegebietes mit den Katastralgemeinden Gasselsdorf, Dietmannsdorf und Graschach liegt im Mündungsbereich der beiden Sulmquellen. Im Süden schließt sich ein hügeliger Teil an, der im Volksmund als St. Ulrich im Greith bezeichnet wird. Hier liegen zwischen dem Sulmtal und dem Saggautal die Katastralgemeinden Tombach, Kopreinigg und Pitschgauegg und die Pfarrkirche Sankt Ulrich.

Gemeindegliederung

Sulmeck-Greit besteht aus insgesamt sechs Katastralgemeinden. Im nördlichen Gemeindegebiet liegt im Westen Dietmannsdorf im Sulmtal und im Osten Gasselsdorf. In der Mitte des Gemeindegebiets liegt die Katastralgemeinde Graschach, im Süden schließt sich Kopreinigg an. Der südlichste Teil des Gemeindegebietes wird von den Katastralgemeinden Pitschgauegg im Westen und Tombach im Osten gebildet.

Nachbargemeinden

St. Martin im Sulmtal Pistorf
Pölfing-Brunn Nachbargemeinden Gleinstätten /
Sankt Johann im Saggautal
Wies Pitschgau Oberhaag

Geschichte

Der Ort war Teil der 1122 entstandenen Mark Steiermark, die 1180 als Herzogtum Steiermark von Bayern getrennt wurde. Ab 1192 wurde das Gebiet durch die Babenberger in Personalunion zwischen Österreich und der Steiermark regiert.

Schloss Kopreinigg 1681

Im Westen des Ortes St. Ulrich in Greith befand sich auf einer ungefähr 50 mal 70 Meter großen ebenen Geländestelle das Schloss Kopreinigg. An seinem Beginn stand ein Wehrturm (Turmburg, Motte), dessen Erbauung im 13. Jahrhundert durch einen Dienstmann der Wildoner vermutet wird: Ulrich in der Koprounik wird 1301 erwähnt, 1308 erhielt er vom Bischof von Seckau den Zehent um die Burg Bischofegg verliehen. Vor 1400 starb sein Geschlecht aus, der Wehrbau kam an die verwandte Familie Grasl (Graezer, Gräsl). Die Grasl verkauften das Schloss 1475 an Paul von Eibiswald. 1576 wurde behauptet, dass beim Schloss Kopreinigg ein Burgfried bestehe, dies blieb aber mangels Urkunden unbeweisbar. 1658 wurde das Schloss nur mehr von einem Verwalter bewohnt, war baufällig und seine Grundstücke brachten wenig Erträge. Im Jahr 1681 wurde das Schloss, damals als mehrstöckiger Vierkanter, von Georg Matthäus Vischer abgebildet, 1740 lag es bereits öde. Damals dürfte nur mehr der Nordflügel bestanden haben, 1826 scheint das Gebäude nicht mehr auf. Das Gebäude dürfte zwischen 1785 und 1826 zur Ruine geworden und abgetragen worden sein. 1848 wurde die Grundherrschaft aufgelöst, zu ihr hatte auch eine Glashütte in der Soboth gehört. Es sind keine Mauern mehr erkennbar, nur Ziegel- und Mörtelreste und Gesteinstrümmer in den Grundstücken seines Standortes. Für das 20. Jahrhundert ist als Bezeichnung des Geländes das Wort „Schlosskogel“ belegt. Für ein Wohnhaus in seiner Nähe ist erwähnt, dass es aus den Steinen des Schlosses erbaut worden sein soll.[1] [2]

Von 1282 bis 1918 stand das Gebiet unter der Herrschaft der Habsburger.

Am 6. November 1918 kam der Ort als Teil der Steiermark zur Republik Deutsch-Österreich. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam er zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war er Teil der englischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl im Gebiet von Sulmeck-Greith hat sich seit dem 19. Jahrhundert nicht wesentlich verändert.

Bevölkerungsverteilung 2001
Tombach 373
Gasselsdorf 318
Kopreinigg 304
Dietmannsdorf im Sulmtal 248
Graschach 159
Pitschgauegg 105

Bevölkerungsstruktur

2001 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.507 Einwohner. 99,5 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 96,8 % der Einwohner, 2,3 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten der Gemeinde befinden sich insbesondere im sogenannten Laubdorf St. Ulrich. Die Pfarrkirche, die dem heiligen Ulrich geweiht ist, verfügt über Deckengemälde von Peter Pongratz, einen zeitgenössischen Altar von Werner Schimpl und eine volkstümliche Pietà.

Greith-Haus

Ende der 70er Jahre zog der Schriftsteller Gerhard Roth in die Südsteiermark. Er initiierte den Bau des Kulturhauses St. Ulrich im Greith. Das Haus wurde von den Grazer Architekten Karla Kowalski und Michael Szyszkowitz entworfen und bietet Bildende Kunst, Film, Theater, Literatur und Musik am Programm. Mittlerweile wird das so genannte Greith-Haus vom „Kulturverein St. Ulrich im Greith“ betrieben. Zudem hat sich St. Ulrich der Dorferneuerung und intensiven Direktvermarktung der regionalen Produkte verschrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 29 Arbeitsstätten mit 277 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 507 Auspendler und 222 Einpendler. Wichtigste Branche ist die Sachgütererzeugung. Es gibt 130 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 93 im Haupterwerb), die zusammen 2.078 ha bewirtschaften (1999).

Der Haupterwerb besteht aus Pendlern, Kleinlandwirten, einigen Gewerbebetrieben und einen Industriebetrieb. Als typischer Wein gilt der Weststeirische Schilcher, der hier in Gemeinde überwiegend angebaut wird. Wichtigster Betrieb ist das Ziegelwerk (Tondach) Gleinstätten.

Die Verkehrserschließung des Gemeindegebietes erfolgt über die Sulmtalstraße (B 74) und die Pölfing Brunnerstraße (L605). Die Südsteirische Grenzstraße (B 69) liegt südlich des Gemeindegebietes.

Politik

Gemeinderat

Die ÖVP stellt im Gemeinderat von Sulmeck-Greith die stärkste Fraktion. Bei den Gemeinderatswahlen konnte die ÖVP stark zulegen und gewann ein zusätzliches Mandat. Mandatsverteilung aktuell: 10 ÖVP 5 SPÖ.

Wappen

Das Recht zur Führung des Wappen wurde von der Steiermärkischen Landesregierung verliehen, die das Wappen am 1. Juli 1986 auch überreichte. Das Wappen zeigt in einer weißen und schwarzen, geschwungenen breiten Linie die Schwarze und die Weiße Sulm. Die beiden Linien verlaufen dabei von den oberen Ecken diagonal zum Schildfuß. Über den Linien hängt eine belaubte Weintraube, die als Zeichen für die Fruchtbarkeit der Landschaft dient. Die Grundfarbe des Schildes ist zweigeteilt, wobei der linke Wappenteil in rot, der rechte in weiß gehalten ist. Die Weintraube ist hingegen zur Hälfte in der jeweils anderen Farbe gehalten.

Weblinks

 Commons: Sulmeck-Greith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten

Einzelnachweise

  1. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien. ISSN 1011-0062. S. 66–67. Koordinaten des Schlosses Kopreinigg: 46° 42′ 56″ N, 15° 19′ 26″ O46.71555555555615.323888888889
  2. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 73.
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