Sulmtalbahn

Sulmtalbahn
Leibnitz – Pölfing Brunn
Geografische Daten
Karte Eisenbahnen Sudweststeiermark.jpg
Kontinent Europa
Land Österreich
Bundesland Steiermark
Strecke – geradeaus
von Spielfeld-Straß
Bahnhof, Station
0,0 Leibnitz 270 m ü. A.
   
nach Graz
   
1,8 Kaindorf
   
5,0 Muggenau-Silberberg
   
7,3 Heimschuh
   
12,0 Fresing
   
14,9 Maierhof auch: Mayerhof
   
18,8 Gleinstätten
   
20,7 Prarath
   
21,8 Sankt Martin – Dietmannsdorf im Sulmtal
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Lieboch
Haltepunkt, Haltestelle
24,8 Pölfing-Brunn
Strecke – geradeaus
nach Wies-Eibiswald
Die Strecke der Sulmtalbahn zwischen Leibnitz und Gleinstätten (links unten), Bearbeitung von 1910 (Franzisco-Josephinische Landesaufnahme).

Die Sulmtalbahn war eine normalspurige Lokalbahn von Leibnitz nach Pölfing-Brunn in der Weststeiermark. Sie stellte eine Verbindung von der Südbahnstrecke im Murtal zur Wieserbahn der GKB her. Sie wurde von der Aktiengesellschaft der Sulmtalbahn errichtet, 1907 eröffnet und 1967 eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bau und Betrieb

Am 31. Jänner 1906 erhielten Karl Freiherr von Wucherer-Huldenfeld und Dr. Leopold Stramitzer eine Konzession zum Bau und Betrieb einer Lokalbahn von Leibnitz nach Pölfing-Brunn. Bereits am 11. März erfolgte in Leibnitz der Spatenstich. Die Südbahn-Gesellschaft übernimmt am 26. April 1907 vertraglich die Betriebsführung auf der im Bau befindlichen Strecke, die am 13. Oktober feierlich eröffnet wird. 1917 musste wegen Kohlemangels im Ersten Weltkrieg der gesamte Verkehr für mehrere Monate eingestellt werden. Am 1. Jänner 1924 übernahmen die Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) nach der Liquidation der Südbahngesellschaft den Betrieb der Sulmtalbahn. Am 1. April 1930 übernahm diese Aufgabe die Graz-Köflacher Eisenbahn, die nun auch die Mehrheit der Aktien der Sulmtalbahn besaß. Ab 15. Mai 1930 führt die GKB die Sulmtalbahnzüge von Leibnitz bis nach Wies.[1]

Nachkriegszeit

1953 ersetzten Schienenbusse der Reihe VT 10 die bisherigen Dampflokzüge im Personenverkehr. Am 13. Oktober 1957 wurde das 50-Jahr Jubiläum der Sulmtalbahn unter großer Teilnahme der Bevölkerung festlich begangen.

Nach Ende der unmittelbaren Nachkriegszeit sanken infolge der allgemeinen Motorisierung die Beförderungszahlen vor allem im Personenverkehr. Der Frachtanfall im Güterverkehr ließ jedoch keinen Abwärtstrend erkennen und noch Anfang 1967 wurden umfangreiche Erhaltungsarbeiten an den Gleisanlagen durchgeführt.[2] Dennoch wurde am 27. Mai 1967 der Personenverkehr überraschend eingestellt; das Personal wurde erst drei Tage vorher informiert.[2] Vorhandene Fracht wurde noch bis 31. Mai 1967 abgeführt.

Der 6,1 km lange Abschnitt zwischen Gleinstätten und Pölfing-Brunn blieb als Anschlussbahn der Wieserbahn erhalten, die restliche Strecke wurde im Herbst 1976 abgetragen und rund 1100 Tonnen Altschienen abtransportiert. Heute wird ein Teil der ehemaligen Strecke als Radweg genutzt.

Siehe auch

Quellen

  1. Die Sulmtalbahn (1907-1967), in: GKB Drehscheibe, S.9 f., Graz, April 2007
  2. a b Sulmtalbahn eingestellt, Zeitschrift Eisenbahn 7/1967, Verlag Bohmann, Wien

Literatur

  • Horst Knely: Vor 100 Jahren: Die Eröffnung der Sulmtalbahn, in: Eisenbahn Österreich, Heft 9, 2007, p.446-448.
  • Sepp Tezak: Erinnerungen an die Sulmtalbahn, in: Schienenverkehr aktuell, Heft 6, 1992, p.8 ff.
  • Sepp Tezak: Relikte der Sulmtalbahn, in: Schienenverkehr aktuell, Heft 12, 1998, p.7 ff.
  • Dietmar Zweidick / Monika Andrä: Die Sulmtalbahn, Festschrift zur Ausstellung in Kaindorf. Mai 2007, Eigenverlag.