Sunnyi Melles

Sunnyi Melles (Wien 2012)

Sunnyi Melles (* 7. Oktober 1958 in Luxemburg, Großherzogtum Luxemburg) ist eine deutsche Schauspielerin ungarischer Abstammung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Tochter des emigrierten ungarischen Musikprofessors und Dirigenten Károly Melles und der ungarisch-jüdischen[1] Schauspielerin Judith Melles, geborene von Rohonczy, steht seit frühester Kindheit auf der Bühne. Die Eltern trennten sich, als sie drei Jahre alt war. Sunnyi Melles wuchs bei ihrer Mutter in Basel auf, wo diese bis kurz vor ihrem Tod (2001) an der Komödie (später Theater) Basel engagiert war. Am Stadttheater Basel spielte Sunnyi Melles bereits als Zehnjährige. Schon im Alter von zwölf Jahren stand Melles mit Max von Sydow in dem Spielfilm Steppenwolf vor der Kamera.

Nach dem Abitur 1978 machtte Sunnyi Melles ihre Theaterausbildung bis 1979 an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seit 1980 trat sie an den Münchner Kammerspielen auf, wo sie vor allem in Arbeiten von Dieter Dorn glänzte und ihren Durchbruch schaffte. Seit 1982 gehörte sie zum Ensemble der Kammerspiele. Sie war das Gretchen in der Faust-Inszenierung Dieter Dorns. Ein weiterer Höhepunkt war die Troilus und Cressida-Inszenierung an den Kammerspielen, wo sie die Cressida spielte.

Sunnyi Melles spielte von 1990 bis 1993 die Buhlschaft im Jedermann bei den Salzburger Festspielen .

2005 sprach sie die Rolle der Sophie in dem japanischen Animefilm Das wandelnde Schloss.

2003 folgte sie ihrem Stammregisseur Dieter Dorn an das Bayerische Staatsschauspiel in München. Hier gab sie die Jelena Andrejewna in Tschechows Onkel Wanja in einer Inszenierung von Barbara Frey und die Isabella in Maß für Maß von William Shakespeare unter der Regie von Dieter Dorn. Neben zahlreichen Theaterrollen war Melles auch in einigen deutschen Spielfilmen zu sehen.

Der 1984 realisierte Spielfilm Dormire von Niklaus Schilling, in dem sie als mordverdächtige Konzertpianistin die Gegenspielerin einer neugierigen Journalistin (Sabina Trooger) gab, gehört sicherlich zu ihren filmischen Glanzleistungen.

Sunnyi Melles ist seit 1993 mit Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, einem jüngeren Bruder von Alexander Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:

  • Constantin Victor Ludwig Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (* 1. November 1994)
  • Leonille Elisabeth Judith Maria Anna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (* 19. August 1996)

Filmografie

Auszeichnungen

Sunnyi Melles mit Barbara Rett (Nestroy 2010)

Literatur

Weblinks

 Commons: Sunnyi Melles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Interview Sunnyi Melles "Wozu noch Kirche" in der Süddeutsche Zeitung vom 24./25./26. Dezember 2010