Susanne Pumper

Susanne Pumper beim Wiener Herbstmarathon 2006

Susanne Pumper (* 1. September 1970 in Wien als Susanne Fischer) ist eine österreichische Langstreckenläuferin.

Auf der Bahn wurde sie je achtmal nationale Meisterin über 5000 m und 10.000 m und viermal über 1500 m. In der Halle holte sie fünf Titel über 3000 m und drei über 1500 m; außerdem wurde sie zweimal Landesmeisterin im Crosslauf.

Im August 2012 wurde Pumper zur Präsidentin des LCC Wien gewählt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Sportliche Erfolge

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla wurde sie Zwölfte über 5000 m, bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton und 2003 in Paris/Saint-Denis schied sie im Vorlauf aus. Bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften wurde sie Vierte 2002 in Wien sowie Zweite 2005 in Madrid über 3000 m.

Im Bereich des Straßenlaufs siegte sie sechsmal beim Österreichischen Frauenlauf (1999–2004) und wurde 2004 und 2006 nationale Meisterin im Halbmarathon, 2006 Meisterin im Marathon (als Gesamtvierte des Vienna City Marathons) und 2007 Meisterin im 10-km-Straßenlauf. Ebenfalls 2007 siegte sie beim Halbmarathon-Bewerb des Wiener Herbstmarathons.

Nach Ablauf Ihrer Dopingsperre wurde Susanne Pumper beim Graz-Marathon 2010, für den LCC Wien startend, als Gesamtzweite erneut nationale Marathonmeisterin.

Doping-Affäre

Am 17. April 2008 wurde bekannt, dass Susanne Pumper und die Slowenin Helena Javornik am 9. März 2008 beim Eisbärlauf, einem von ihrem Verein LCC Wien organisierten Halbmarathon, positiv auf Erythropoetin (EPO) getestet worden waren. Daraufhin wurde Susanne Pumper vom Österreichischen Leichtathletikverband suspendiert.[2] Obwohl auch die B-Probe positiv war, beteuerte Pumper ihre Unschuld.[3] Die unangekündigten Dopingtests waren von Wilhelm Lilge, dem Sportkoordinator des LCC Wien, initiiert worden, um angesichts kursierender Doping-Gerüchte „Klarheit“ herzustellen und der Athletin eine „faire Chance“ zu geben.[4] Nach Zeitungsberichten vom 5. Juni 2008 soll sie jedoch auch bei ihrem Halbmarathon-Rekord im Rahmen des Linz-Marathons am 13. April gedopt gewesen sein.[5] Am 24. Oktober 2008 wurde Susanne Pumper durch die österreichische Nationale Antidopingagentur (NADA) rückwirkend ab dem 9. März 2008 für zwei Jahre gesperrt, womit auch ihr Rekord von Linz annulliert wurde.[6] Pumper focht danach das Urteil bei der Unabhängigen Schiedskommission an, welche die Sperre aber am 12. Mai 2009 bestätigte.[7]

Am 30. September 2008 hatte zuvor der LCC Wien Wilhelm Lilge und seiner Frau Carina Lilge-Leutner gekündigt, angeblich um Kosten zu sparen. Martin Steinbauer und neun andere Spitzenathleten des LCC erklärten sich mit Lilge solidarisch und verließen den Verein. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Susanne Pumper in die Organisation der LCC-Laufveranstaltungen eingebunden werden soll, was vom LCC kurz darauf dementiert wurde.[8][9]

Sie wird vom ehemaligen Leipziger Sportmediziner Helmut Stechemesser trainiert, dessen Schützling Jolanda Čeplak (Slowenien) 2007 positiv auf EPO getestet worden war und daraufhin für zwei Jahre gesperrt und vom LCC Wien ausgeschlossen wurde. Stechemesser scheiterte mit einer Verleumdungsklage gegen Wilhelm Lilge, der ihm im Zusammenhang mit der Pumper-Affäre vorgeworfen hatte, Bestandteil eines „mafiaähnlichen Dopingnetzwerks“ und ein „Doping-Hintermann“ zu sein.[10] 2009 eröffnete Pumper in Wien ein Sport- und Beautyzentrum. [11] 2010 teilte Florian Zeh, Pumpers Manager von 1996 bis 2000, in einem Interview mit, die Athletin habe bereits 1998 ihm eröffnet, „professionell dopen“ zu wollen, auf Zehs Drohung hin, die Zusammenarbeit dann zu beenden, versprochen, es nicht zu tun.[12]

Politik

2001 engagierte sich Pumper im Wahlkampf zur Wiener Landtagswahl für die FPÖ.[13] Unter dem Motto "Laufen mit Helene" sollte die damalige FPÖ Spitzenkanditation Helene Partik-Pablé unterstützt werden.

Persönliche Bestzeiten

  • 1500 m: 4:15,13 min, 19. August 2000, Wien
    • Halle: 4:15,53 min, 16. Februar 2000, Wien
  • 1 Meile (Halle): 4:34,53 min, 5. Februar 2005, Wien (österreichischer Rekord)
  • 3000 m: 8:47,04 min, 8. August 2000, Linz (österreichischer Rekord)
    • Halle: 8:47,51 min, 29. Januar 2001, Stuttgart (österreichischer Rekord)
  • 5000 m: 15:10,54 min, 22. Juli 2001, London (österreichischer Rekord)
  • 10.000 m: 32:12,33 min, 7. Mai 2005, Salzburg (österreichischer Rekord)
  • 10-km-Straßenlauf: 31:45 min, 17. April 2006, Pinkafeld
  • Halbmarathon: 1:12:32 h, 28. Oktober 2007, Wien (ehemaliger österreichischer Rekord)
  • Marathon: 2:32:21 h, 7. Mai 2006, Wien (ehemaliger österreichischer Rekord)

Weblinks

Fußnoten

  1. "Man sollte mich nicht lebenslang verfolgen". In: derstandard.at. 21. August 2012, abgerufen am 22. August 2012 (deutsch).
  2. ORF: Vorläufige Suspendierung – Pumper erschüttert. 17. April 2008
  3. ORF: Einspruch gegen Test angekündigt, 15. Mai 2008
  4. Die Presse: Leichtathletik: „Doping-Aufdecker“ in den eigenen Reihen. 18. April 2008
  5. Die Presse: Leichtathletik: Pumper angeblich ein weiteres Mal gedopt. 5. Juni 2008
  6. ORF: Höchststrafe für Erstvergehen. 24. Oktober 2008
  7. ORF: Pumper-Sperre von Schiedskommission bestätigt. 13. Mai 2009
  8. Der Standard: Spitzenläufer laufen davon. 16. Oktober 2008
  9. Der Standard: Verein wehrt sich gegen Vorwürfe. 23. Oktober 2008
  10. team2012.at: Freispruch in Stechemesser-Klage und „sportlight“
  11. ORF: Comeback nicht ausgeschlossen. 8. März 2010
  12. Kanzlei & Wettkampfsport. In: Anwalt Aktuell. September 2010, S. 36 (PDF; 2,63 MB)
  13. Sigi Lützow: "Turbo-Susi" in der Doping-Falle. In: derstandard.at. 18. April 2008, abgerufen am 22. August 2012 (deutsch).