Taschachferner

Taschachferner vom Mittelbergjoch im Juli 1999

Der Taschachferner ist ein Gletscher in den Ötztaler Alpen im österreichischen Bundesland Tirol.

Inhaltsverzeichnis

Ausdehnung

Sein Nährgebiet erstreckt sich auf ca. 5 km von der Wildspitze (3770 m) im Osten bis zur Hochvernagtwand (3400 m) am Sexenjoch im Westen. Seine Länge betrug von der Wildspitze aus gemessen im Jahr 1969 ungefähr 10 km, von der Hochvernagtwand aus 4 km. Er bildet somit ein flaches Dreieck. Seine Fläche dehnt sich, grob gemessen, auf gut 8 km² aus. Der Gletscher fließt nach Norden ins Taschachtal ab und von dort weiter ins Pitztal. Die Gletscherzunge endet in einer Höhe von ca. 2260 m, nahe der Alpenvereinshütte Taschachhaus. Heute ist die Gletscherzunge über 700 m kürzer als 1969, bedingt durch die globale Erwärmung. Allein im Messzeitraum 2004/2005 betrug der Längenverlust über 104 Meter. Das ist ein Rekord unter den Ostalpengletschern, verursacht durch das Abreißen der Gletscherzunge an der unteren Talstufe. Der ehemalige unterste Eisbruch, der noch auf vielen Karten verzeichnet ist, ist mittlerweile fast komplett weggeschmolzen.

Taschachfernerzunge im Juli 2010

Ereignisse

Während des Zweiten Weltkrieges stürzte ein amerikanischer Bomber vom Typ Boeing B-17, über dem Taschachferner ab; die Wrackteile werden durch das Abschmelzen des Gletschers seit einigen Jahren unterhalb des Taschachfernerabbruchs, unweit des Taschachhauses, freigelegt.

Am 13. September 1962 wurden bei einer Übung im Rahmen des sogenannten Gendarmerie-Alpindienstes am Taschachferner fünf Beamte von einer Eislawine verschüttet. Der Übungsleiter, Gendarmeriebergführer Oberstleutnant Friedrich Rainer sowie die beiden Übungsteilnehmer Gendarmeriealpinist Raimund Ertl und Gendarmeriebergführer Anton Kendlbacher werden dabei getötet.

Literatur und Karte

Weblink

 Commons: Taschachferner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.90205710.836473Koordinaten: 46° 54′ N, 10° 50′ O