Tauerntunnel (Autobahn)

Tauerntunnel
Tauerntunnel
Nordportal des Tauerntunnels nach dem zweiröhrigen Ausbau
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung Tauern Autobahn A 10
Ort Flachauwinkl bzw. Zederhaus

Land Salzburg; Radstädter Tauern

Länge 6546 m
Fahrzeuge pro Tag Ø 17.000 (2.004)
Anzahl der Röhren 2
Bau
Bauherr Tauernautobahn

Aktiengesellschaft (TAAG)

Baubeginn 28. Jänner 1971
Fertigstellung 1. Röhre: 1975

2. Röhre: 2010

Betrieb
Betreiber ASFINAG
Maut ja, Sondermautstrecke
Freigabe 1975
Lage
Tauerntunnel (Autobahn) (Land Salzburg)
Red pog.svg
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Koordinaten
Nordportal 47° 14′ 25,5″ N, 13° 25′ 21″ O47.24040277777813.422505555556
Südportal 47° 10′ 52,7″ N, 13° 26′ 21,8″ O47.18129166666713.4394

Der Tauerntunnel ist ein mautpflichtiger Straßentunnel der Tauern Autobahn A 10 Salzburg-Villach.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Tauerntunnel unterquert die Radstädter Tauern zwischen Radstadt im Ennspongau und Tamsweg im Lungau. Das Nordportal des Tauerntunnels befindet sich bei Flachauwinkl, das Südportal bei Zederhaus. Er liegt unterhalb von Mosermandl und Pleißlingkeil im Hauptkamm der Berggruppe, etwa acht Kilometer westlich der Tauernpasshöhe bei Obertauern, einem der wichtigeren Alpenübergänge zwischen Brenner und Pyhrn.

Baugeschichte

Es gab auch früher bereits eine Durchquerungsmöglichkeit der Niederen Tauern. Der Stollen, der die Bundesländer Salzburg und Steiermark verbindet, stammt aus der Zeit, als beginnend mit dem 13 Jahrhundert dort Zink, Silber, Cobalt und Blei abgebaut wurde. Eine genauere Datierung des Stollens in der Zinkwand ist nicht möglich. Der Stollen liegt auf 2300m Höhe, ist 300 m lang und wurde vom österreichischen Alpenverein begehbar gemacht.[1]

Bau 1975

Der einröhrige Tunnel wurde 1975 fertiggestellt und hat eine Länge von 6.401 m. Er zählt zu den meistbefahrenen Straßentunnels in Österreich. Ursprünglich war dieser Tunnel – ebenso wie der Katschbergtunnel – als zweiröhriger Autobahntunnel geplant. Aus Kostengründen und aufgrund des geringer als erwarteten Verkehrsaufkommens wurden die Pläne für die zweite Röhre 1988 aufgegeben. Erst durch die Brandkatastrophe von 1999 wurden die Planungen dafür wieder aufgenommen.

Ausbau 2006−2010

Die zweite Röhre für den Tauerntunnel wurde ab Juli 2006, mehr als 30 Jahre nach der ersten, errichtet. Die erste Sprengung war offiziell für den 15. September 2006 gesetzt. Am 8. Juli 2008, um 14:32 Uhr, erfolgte nach 22 Monaten Vortrieb der Durchstich der zweiten Röhre, die 6.546 Meter lang ist. Die 1,3 Millionen Kubikmeter Felsmaterial werden zu einem Teil für die Aufschüttung des Niveaus der neu zu bauenden Raststätte Tauernalm in Flachau und für Lärmschutzmaßnahmen verwendet. Die Bau- und Sanierungskosten – im Voraus auf 193 Millionen Euro veranschlagt – werden derzeit auf 213 Millionen Euro geschätzt.[2][3] Die Freigabe der neuen Röhre erfolgte am 30. April 2010. Die erste Röhre wurde generalsaniert, der Verkehr zeitweise nur durch die neue Röhre geleitet. Am 30. Juni 2011 wurde die sanierte Röhre des Tauerntunnels mit einem Festakt am Nordportal für den Verkehr freigegeben.[4] Damit stehen nun beide Röhren uneingeschränkt für den Verkehr zur Verfügung, weiterhin sind nun alle Tunnel der Tauernautobahn zweiröhrig ausgebaut.

Verkehrsgeschichte

2004 betrug der durchschnittliche Tagesverkehr 17.000 Fahrzeuge, ein Viertel davon waren LKW (4.353).

Tunnelbrand

Am 29. Mai 1999 gegen 04:50 Uhr früh kam es im Tauerntunnel nach einem Verkehrsunfall zu einem verheerenden Brand, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen und weitere 42 verletzt wurden. Unfallverursacher war ein oberösterreichischer LKW-Lenker, der im Sekundenschlaf mit seinem Fahrzeug auf eine vor einer Baustellenampel wartende PKW-Kolonne auffuhr. Drei PKW wurden dabei auf einen mit 24.000 Dosen Spraylack beladenen LKW geschoben und völlig zerquetscht. Austretender Treibstoff entzündete sich und verbrannte 16 LKW sowie 24 PKW.[5] Durch die enorme Hitzeentwicklung von bis zu 1200 °C konnte erst zwölf Stunden nach dem Unfall mit Löscharbeiten begonnen werden.[6] Der Tunnel wurde so stark beschädigt, dass er für drei Monate gesperrt werden musste. Der Schaden wurde mit 28 Millionen Euro beziffert. Im Zuge der Sperre wurden über die Beseitigung der Brandschäden hinausgehende Sanierungsmaßnahmen, u. a. an der Tunnelauskleidung, Beleuchtung, den Signalanlagen und dem Belüftungssystem, durchgeführt. Der Lenker des LKW wurde am 27. Juni 2001 in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Gemeingefährdung rechtskräftig zu zwei Jahren Haft verurteilt (davon 21 Monate auf Bewährung).[5]

An den Unfall erinnert heute eine Gedenktafel an der Autobahnkapelle Flachau.

Literatur

Zum Tunnelbrand:

Weblinks

 Commons: Tauerntunnel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zinkwandrunde. styria-alpin.at, 30. August 2010, abgerufen am 22. November 2012 (pdf).
  2. Baubeginn 2. Röhre Tauerntunnel. In: Lungauer Nachrichten. 14. September 2006, abgerufen am 9. Juli 2008.
  3.  Endlich Licht am Ende des Tauerntunnels. In: Salzburger Nachrichten. Aus Stadt und Land. 9. Juli 2008, S. 6/7.
  4. Schneller und teurer durch das Nadelöhr. In: FOCUS online. 29. Juni 2011, abgerufen am 30. Juni 2011.
  5. a b Brand im Tauerntunnel 1999. www.8ung.at. Abgerufen am 26. März 2011.
  6. Brand unter Kontrolle. Spiegel Online (29. Mai 1999). Abgerufen am 26. März 2011.

47° 12′ 11″ N, 13° 25′ 41″ O47.20316111111113.427969444444