Team Stronach

Team Stronach für Österreich
Logo des Team Stronach
Parteivorsitzender Frank Stronach
Frank Stronach
Stellvertretender Vorsitzender Robert Lugar
Klubobmann Robert Lugar
Gründung 25. September 2012
Gründungsort Wien
Hauptsitz Magna Straße 1,
2522 Oberwaltersdorf,
Niederösterreich
Nationalratsmandate
6/183
Staatliche Zuschüsse 1.424.000 €
Mindestalter 16 Jahre
Ausrichtung wirtschaftsliberal, europaskeptisch
Farbe Gelb[1], Rot-Weiß-Rot
Website http://www.teamstronach.at

Das Team Stronach für Österreich (kurz: STRONACH) ist eine wirtschaftsliberale[2] und eurokritische[3] österreichische Partei. Sie wurde im September 2012 von dem Industriellen Frank Stronach gegründet und ist nach ihm benannt. Sitz der Partei ist Oberwaltersdorf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im August 2012 gab Stronach nach längeren Spekulationen bekannt, eine Partei gründen zu wollen, die bei der Nationalratswahl 2013 mit ihm als Spitzenkandidaten antreten soll. Daraufhin schlossen sich ihm die vier Abgeordneten zum Nationalrat Gerhard Köfer (SPÖ), Erich Tadler, Robert Lugar (beide parteilos, ehemals BZÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (BZÖ) sowie mehrere ehemalige Politiker an. Die Abgeordneten waren zunächst fraktionslos, da zur Gründung eines Parlamentsklubs fünf Abgeordnete „der selben wahlwerbenden Gruppe“ benötigt werden. In zahlreichen Meinungsumfragen wurde der Partei bereits vor ihrer Gründung der Einzug in den Nationalrat im Jahr 2013 prognostiziert.[4] Am 25. September erlangte Team Stronach durch Hinterlegung der Parteistatuten offiziell Rechtspersönlichkeit. Zwei Tage später wurden ein „Grundsatzprogramm“ (siehe unten), das Team und ein Logo präsentiert.[5] Im Oktober 2012 wechselten auch die BZÖ-Abgeordneten Christoph Hagen und Stefan Markowitz zum „Team“. Mit Markowitz trat der fünfte auf der BZÖ-Liste gewählte Abgeordnete ins „Team Stronach“ über, woraufhin die Partei bekannt gab, den Klubstatus beantragen zu wollen. Dieser wurde dem Team Stronach in der Nationalratssitzung des 8. November rückwirkend zum 30. Oktober 2012 gewährt. [6]

Wahlen

Bei der Neuwahl des Kärntner Landtags am 3. März 2013 will sich die Partei mit dem dortigen Spitzenkandidaten Gerhard Köfer erstmals zur Wahl stellen.[7] Im Dezember 2012 sagte ihr eine Umfrage dafür 14 % und somit den dritten Platz voraus.[8] Antreten könnte sie zudem bei den ebenfalls im Frühjahr 2013 stattfindenden Landtagswahlen in Niederösterreich und Tirol, darüber wurde allerdings noch nicht entschieden.[9] Auf jeden Fall antreten will das Team mit Stronach als Spitzenkandidaten wie angekündigt bei der im September 2013 turnusmäßig anstehenden Nationalratswahl.

Organisation

Obmann (Parteivorsitzender) des Teams ist Frank Stronach, der gemäß Parteistatuten „die Partei alleine nach außen“ vertritt. Sein Stellvertreter ist Robert Lugar.[10] Zum „Team“ gehören laut Website neben den beiden und den Abgeordneten Köfer, Markowitz, Kaufmann-Bruckberger, Hagen und Tadler Waltraud Dietrich, Karin Prokop, Kathrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger.[11]

Klubobmann des „Parlamentsklubs Team Stronach“ ist ebenfalls Lugar. Klubdirektor ist Bernhard Martin. Gerhard Köfer trat, obwohl Team-Stronach-Mitglied, dem Klub nicht bei, da er im Falle eines Erfolges der Partei bei den Kärntner Landtagswahlen im März 2013 ohnehin in den dortigen Landtag wechseln soll.

Eine Besonderheit der Parteistruktur besteht darin, dass Frank Stronach genaugenommen das einzige Mitglied der Bundespartei Team Stronach für Österreich ist.[12] Sämtliche Mitstreiter gehören einer der rechtlich eigenständigen Landesparteien (Team Stronach für Kärnten, Team Stronach für Tirol, etc.) an. Der Sitz der Bundespartei befindet sich in Oberwaltersdorf, an derselben Adresse wie die Europazentrale der von Stronach gegründeten Magna International.

Finanzierung

Laut Parteivertretern sollen außer den Geldern des Gründers Frank Stronach keine Spenden angenommen werden. Die Partei solle dennoch finanziell gut aufgestellt werden um „die stärkste Partei in Österreich“ zu werden. Im November[13] und Dezember 2012[14] stellte Stronach der Partei jeweils eine Million Euro zur Verfügung, laut Medienberichten könnte Stronach die Partei mit bis zu 25 Millionen Euro fördern.[13]

Seit der Gewährung des Klubstatus erhält das Team Stronach zudem die zugehörige Klubförderung des Nationalrats, für 2012 circa 1,4 Millionen Euro.[6]

Programm

Ein endgültiges Parteiprogramm liegt noch nicht vor, es soll bis April 2013 erstellt werden.[15] Zunächst veröffentlicht wurde ein 30 Seiten starkes „Grundsatzprogramm“, in dem unter anderem eine Verwaltungsreform gefordert wird, die den „Abbau von Doppelgleisigkeiten“ sowie eine einfachere Struktur der öffentlichen Verwaltung insgesamt zum Ziel haben soll. So sollen etwa die derzeit 21 österreichischen Sozialversicherungen und Krankenkassen zusammengelegt werden. Im Bereich der Landesverteidigung soll das jetzige Prinzip der Wehrpflicht durch das eines Berufsheeres mit jeweils zwei Jahre dienenden Zeitsoldaten ersetzt, der Zivildienst als zweijähriger Freiwilligendienst beibehalten werden. Der Euro in seiner heutigen Form soll demnach durch ein System untereinander frei konvertierbarer „Nationaleuros“ ersetzt werden. In Bezug auf das Steuersystem wird die Einführung einer Flat Tax („Fair tax“ genannt) gefordert, deren Steuersatz dann binnen fünf Jahren auf 25 % gesenkt werden könnte. Der Staatshaushalt soll ausgeglichen gestaltet werden, neue Schulden werden abgelehnt. Im Bereich Justiz wird die Wiedereinführung der 2008 abgeschafften Untersuchungsrichter gefordert. Auch sollen allgemeine Studiengebühren (wieder) eingeführt werden, deren Höhe sich nach der Nachfrage der Wirtschaft richten soll.[16]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Parlamentskorrespondenz Nr. 896, 12. November 2012, parlament.gv.at
  2. 30 Seiten "Grundsatzprogramm", DerStandard.at, 27. September 2012. Abgerufen am 29. September 2012.
  3. Milliardär gründet eurokritische Partei, FAZ.net, 27. September 2012. Abgerufen am 29. September 2012.
  4. Stronach für fast jeden Dritten wählbar, Kurier Online, 8. September 2012. Abgerufen am 25. September 2012.
  5. Österreich hat jetzt ganz offiziell eine Stronach-Partei, DiePresse.com, 25. September 2012. Abgerufen am 25. September 2012.
  6. a b Team Stronach als Klub anerkannt, DiePresse.com, 8. November 2012. Abgerufen am 14. November 2012
  7. Stronach-Partei tritt bei Landtagswahl an, kaernten.orf.at, 28. August 2012. Abgerufen am 2. November 2012.
  8. SP führt, Stronach erntet FPK-Wähler und überholt VP, Kleine Zeitung, 1. Dezember 2012. Abgerufen am 1. Dezember 2012.
  9. Frank Stronach vor Dreikampf in Kärnten, Tirol, Niederösterreich, nachrichten.at, 10. Oktober 2012. Abgerufen am 2. November 2012.
  10. Robert Lugar: "Vier zusätzliche Abgeordnete bis zur nächsten Wahl", DiePresse.com, 22. Oktober 2012. Abgerufen am 2. November 2012.
  11. Team, teamstronach.at
  12. Frank Stronach ist sein einziges Parteimitglied, Wiener Zeitung, 19. Oktober 2012. Abgerufen am 3. November 2012.
  13. a b Stronach überweist Partei eine Million Euro, DiePresse.com, 5. November 2012. Abgerufen am 16. November 2012.
  14. ORF: Stronach überwies Partei weitere Million
  15. Stronach präsentiert Partei: "Tag geht in Geschichte ein", DiePresse.com, 27. September 2012. Abgerufen am 28. September 2012.
  16. Die Eckpunkte von Stronachs Grundsatzprogramm, DiePresse.com, 27. September 2012. Abgerufen am 28. September 2012.