Teekanne (Unternehmen)

Werk Düsseldorf

Das Unternehmen Teekanne GmbH & Co. KG mit Firmensitz in Düsseldorf ist ein deutsches Teehandelsunternehmen, das erstmals abgepackte Teemischungen in gleichbleibender Qualität als Markenartikel vermarktete. Zudem ist die Firma weltweit führend in der Produktion von Tee in Teebeuteln. 2007 gibt es weltweit 1500 Mitarbeiter und Produktionsstätten und Niederlassungen in 8 Ländern. 2006 wurde ein Umsatz von 385 Millionen Euro erwirtschaftet. Jährlich werden 7,5 Milliarden Teebeutel hergestellt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Werk von Teehaus in Radebeul
Teebeutel von Teekanne auf einer deutschen Briefmarke von 2011 aus der Serie "In Deutschland zu Hause: Einfallsreichtum – Deutsche Erfindungen"

Das Stammhaus der Teekanne GmbH wurde am 16. Juli 1882 in Dresden als Teeladen für „Japan- und Chinawaren sowie Thee“ unter dem Namen R. Seelig & Hille gegründet.[2] Im Jahre 1888 sicherte sich das Unternehmen den Namen Teekanne – in damaliger Schreibung Theekanne – als Schutzmarke. Die Marke Teekanne besteht bis heute und ist mit der Registrierungsnummer 6541 eines der ältesten deutschen Warenzeichen.

1892 wurde die Firma von den Mitarbeitern Rudolf Anders und Eugen Nisslé aufgekauft und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Die beiden Unternehmer verkauften als erste in Deutschland in größerem Umfang fertig gemischten und abgepackten Tee.

Der Komponist Karl Alfredy schrieb für die Marke das „Javalied ‚Ich laß mich gar zu gerne‘ (Tempo di Mazurka)“.[3]

Im Jahr 1913 wurden die Marken Teefix und Pompadour angemeldet und warenzeichenrechtlich geschützt. Die ersten Teeaufgussbeutel kamen 1929 auf den Markt. Das Unternehmen vertrieb in dieser Zeit auch erstmals seine Eigenentwicklung, eine von Adolf Rambold entwickelte Teebeutelpackmaschine.[4]

Am 6. Mai 1937 kam Ernst Rudolf Anders, einer der Inhaber des Unternehmens, bei der Explosion des Luftschiffs Hindenburg in Lakehurst (USA) ums Leben. Er verbrannte im Inneren des Luftschiffs.

Während das Unternehmen nach der Enteignung 1946 von der Inhaberfamilie erst in Viersen und später in Düsseldorf weitergeführt wurde, verlagerte man das enteignete Stammhaus von Dresden nach Radebeul. Dort firmierte es später als VEB Kaffee und Tee. Es wurde mit der Wende privatisiert und 1991 als Teehaus GmbH von Teekanne übernommen.

Um die Marke Goldteefix im Fernsehen zu bewerben, wurde 1977 unter dem Titel Wenn der Teekessel singt ein populäres Lied des Briten Cat Stevens umgetextet und neu aufgenommen: Father and Son (siehe dort).

In Österreich wurde Teekanne im Jahr 1951 in Salzburg mit eigener Produktion gegründet. Im Jahr 1996 übernahm die Niederlassung die Marke Kandisin, eine in Österreich bekannte Süßstoffmarke. Seit 1982 darf die dortige Niederlassung aufgrund der staatlichen Auszeichnung das Bundeswappen im Geschäftsverkehr führen.

Literatur

  • Annette Dubbers (Gesamtred. u. Text): Teekanne macht den Tee seit 125 Jahren. Hrsg. Teekanne GmbH Düsseldorf, 2007.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lars Mueller: Dresden und Meissner Land, Sächsische Zeitung vom 16. Juli 2007, Seite 15. Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co KG. Dresden
  2. Die R. Seelig & Hille oHG wird heute noch unter der Adresse des Unternehmens Teekanne in Düsseldorf geführt.
  3. Javalied Teekanne „Ich lass mich gar zu gerne“, Musik Verlag „Metropol“, Charlottenburg II., Joachimtsthalerstr. 7/8, 2 Notenseiten für Piano und Gesang, Text und Musik von Karl Alfredy Größe 34cm x 26cm. o. J. (ca. 1920).
  4. Maschinengeschichte