Texingtal

Texingtal
Wappen von Texingtal
Texingtal (Österreich)
Texingtal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Hauptort: Texing
Fläche: 32,5 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 15° 19′ O48.04722222222215.322222222222370Koordinaten: 48° 2′ 50″ N, 15° 19′ 20″ O
Höhe: 370 m ü. A.
Einwohner: 1.593 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 49,02 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3242
Vorwahl: 02755
Gemeindekennziffer: 3 15 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Texing 24
3242 Texingtal
Website: www.texingtal.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Butzenlechner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
17 ÖVP, 2 SPÖ
Lage der Gemeinde Texingtal im Bezirk Melk
Artstetten-Pöbring Bergland Bischofstetten Blindenmarkt Dorfstetten Dunkelsteinerwald Emmersdorf an der Donau Erlauf Golling an der Erlauf Hofamt Priel Hürm Kilb Kirnberg an der Mank Klein-Pöchlarn Krummnußbaum Leiben Loosdorf Mank Marbach an der Donau Maria Taferl Melk Münichreith-Laimbach Neumarkt an der Ybbs Nöchling Persenbeug-Gottsdorf Petzenkirchen Pöchlarn Pöggstall Raxendorf Ruprechtshofen St. Leonhard am Forst St. Martin-Karlsbach St. Oswald Schollach (Niederösterreich) Schönbühel-Aggsbach Texingtal Weiten Ybbs an der Donau Yspertal Zelking-Matzleinsdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Texingtal im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Die Ortschaft Texing vom Walzberg aus gesehen
Die Ortschaft Texing vom Walzberg aus gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Texingtal ist eine Gemeinde mit 1593 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Melk in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Texingtal liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 32,45 Quadratkilometer. 39,18 Prozent der Fläche sind bewaldet. Durch die Gemeinde fließt die Mank.

Ortsteile sind Haberleiten, Hinterberg, Hinterholz, Hinterleiten, Kleinmaierhof, Mühlgraben, Panholz, Plankenstein, Reinöd, Rosenbichl, Schwaighof, Sonnleithen, St. Gotthard, Steingrub, Straß bei Texing, Texing, Walzberg, Weißenbach. Im Jahre 1971 wurde die Gemeinde Texingtal durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Texing, St. Gotthard und Plankenstein gebildet.

Gemeindegliederung

Blick von der Grüntalkogelhütte auf St. Gotthard

Die Gemeinde gliedert sich in folgende Katastralgemeinden:

  • Fischbach
  • Plankenstein
  • Sonnleithen
  • Sankt Gotthard
  • Steingrub
  • Texing
  • Weissenbach
  • Bach

Sie wurden im Zuge der Gemeindereform im Jahr 1972 zur Gemeinde Texingtal zusammengelegt.

Bekannte Einwohner

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Das Tal ist fruchtbar und waldreich und es gibt genügend Wasser. Es wurde wahrscheinlich von slawischen Stämmen besiedelt, worauf die Endung "ing" im Ortsnamen hinweist.

Historisch belegt ist die Besiedlung ab der Römerzeit. Bis zum Ende des 3. Jhdt. wurde es von den Römern verwaltet. Das Hinterland des Limes musste die an der Donau stationierten Soldaten mit Lebensmitteln versorgen und die wichtigen Verbindungsstraßen in Stand halten. Der Wanderweg "Römerweg" soll so eine römische Straße gewesen sein, ebenso der Güterweg Straß. Ab dem 9. Jhd. wurde das Gebiet christianisiert.

Schriftlich erwähnt werden die drei Orte erst wieder am Ende des 11. Jhd. Damals wurden sowohl in Texing als auch in Plankenstein Burgen gebaut. Die Burg von Texing gehörte den Herren von Tessingen. Sie gab dem Ort seinen Namen. Von dieser Burg, in der Nähe des Hauses Schafferhof gelegen, kann man nur mehr den Platz erkennen, auf dem sie einst stand.

Die Burg Plankenstein hat eine wechselvolle Geschichte zu erzählen. Erbaut von denen zu "Plancinstain" beherbergte sie eine mächtige Familie, die bis ins 16. Jhd. die Gerichtsbarkeit weit über das Tal hinaus innehatte.

An diese Zeit erinnern noch Namen wie Galgenkogel und Horrathöh (Hochradhöhe). Der letzte Plankensteiner - der Lange Hans - starb ohne Erben. Ab dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals.

Zwischen den Burgen gab es Burgstallberge. Das waren befestigte Bauernhöfe, die die Verteidigung des Tales unterstützen sollten.

Nach dem 2. Weltkrieg diente die Burg der sowjetischen Armee als Unterkunft. Danach verfiel sie, bis sie 1976 von Architekt Peter Trimbacher erworben und in langjähriger mühevoller Arbeit restauriert wurde. Heute ist die Burg ein Seminarhotel und ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Krige

Die Kriege Während des 2. Türkenkrieges wurde das ganze Tal in arge Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung flüchtete in die Burg Plankenstein. Als Fluchtwege dienten unterirdische Gänge, deren Eingänge der Ururgroßelterngeneration noch bekannt waren.

Die Burg wurde drei Wochen lang vergeblich belagert. Die Türken ließen eine Kanone zurück, die sie in Budapest erobert hatten. Diese Kanone diente bis nach dem Ende das 1. Weltkriegs zum Böllerschießen und wurde dann von einem in Geldnot geratenen Besitzer an die Schallaburg verkauft. An diese schweren Zeiten erinnert ein Türkensäbel im Opferstock der Kirche in Texing.

Bei Aushubarbeiten für ein Bauernhaus in St. Gotthard wurden Kanonenkugeln gefunden. Auch die Franzosenkriege zeigten Wirkung im Tal. Im Ortsteil Steingrub gibt es eine Kapelle, unter der französische Soldaten begraben sein sollen.

Der wohl bekannteste Bewohner des Texingtales war der Kanzler des Ständestaates Engelbert Dollfuß. Er wurde am 4. Oktober 1892 im Haus Groß Maierhof 1 geboren. Als er ein Jahr alt war, heiratete seine Mutter in den Nachbarort Kirnberg. Das Haus war bis vor 20 Jahren bewohnt und ist weit gehend im Originalzustand erhalten. Vor einigen Jahren wurde darin das Dr. Engelbert Dollfuß Museum eingerichtet.

Im 2. Weltkrieg wurde der Schweinzberg bombardiert, da sich hier die Trasse der II. Wiener Hochquellenwasserleitung befindet.

Pfarren

Die Pfarren von Texing und St. Gotthard wurden Anfang des 13. Jhd. gegründet. Die Pfarrkirche von Texing ist dem Hl. Bartholomäus geweiht. Die ursprünglich gotische Kirche wurde durch Brände und während des zweiten Türkenkrieges mehrmals zerstört und danach im barocken Stil renoviert. Die Pfarre wurde bis Ende des vorigen Jhd. von Patronatsherren verwaltet. Das Patronat erlosch erst durch den Verkauf der letzten Kirchengründe.

Die Kirche von St. Gotthard wurde vom bayrischen Kloster Altaich gegründet und ist dem Hl. Abt Godehard geweiht. Zur Zeit der Gründung gab es in der Kirche eine Quelle, der wundertätige Wirkung zugeschrieben wurde. Die Dankbarkeit jener, denen dort ein Wunder widerfuhr, äußerte sich in Grundschenkungen und anderen wertvollen Zuwendungen, so dass die Kirche im Volksmund bald "Goldene Kirche" genannt wurde.

Auch die Herren von Plankenstein waren ihr sehr verbunden. Im alten Pfarrhof sind Dokumente und Bilder ausgestellt, die sich mit der interessanten Geschichte der Kirche befassen. Die Quelle liegt jetzt etwas unterhalb der Kirche und wird von einem kleinen Brunnenhaus mit Inschrift geschützt. Die Pfarre von Plankenstein hielt ihre Gottesdienste bis 1952 in der Burgkapelle. In diesem Jahr wurde die neu erbaute Kirche der "Hl. Maria Schnee" geweiht. Die Kirchen von St. Gotthard und Plankenstein sind auch heute noch beliebte Wallfahrtskirchen.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1538 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1488 Einwohner, 1981 1409 und im Jahr 1971 1429 Einwohner.

Politik

Gemeinderatswahlen
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87,71 %
(+2,25 %p)
12,29 %
(-2,25 %p)
2005

2010


Der Gemeinderat hat 19 Sitze, Bürgermeister der Gemeinde ist Herbert Butzenlechner, Amtsleiter Johann Geppl.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 17 und die SPÖ 2 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2010 änderte sich die Sitzverteilung nicht.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 55, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 138. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 687. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,51 Prozent.

Einzelnachweise

  1. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010

Weblinks

 Commons: Texingtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien