The Cistercian Monks of Stift Heiligenkreuz

The Cistercian Monks of Stift Heiligenkreuz
Sitz: Heiligenkreuz / Österreich
Träger: Stift Heiligenkreuz
Gründung: 2007
Gattung: Gregorianische Choralschola
Stimmen: ??? (TB)

The Cistercian Monks of Stift Heiligenkreuz gilt in diesem Zusammenhang als Künstlername der Choralschola des niederösterreichischen Klosters Stift Heiligenkreuz, die seit 2007 CD-Aufnahmen von Gregorianischem Choral betreibt und so zur internationalen Aufmerksamkeit gelangte. Die Namen der einzelnen Sänger sind nicht näher bekannt, da sie sich in erster Linie als gottgeweihte Personen verstehen, die aus religiösen und nicht professionellen Gründen singen.

Inhaltsverzeichnis

Chant – Music for Paradise

Im Jahr 2007 stellten Mönche des Stifts Heiligenkreuz ein Video auf die Internetplattform YouTube. Das Video erreichte innerhalb kürzester Zeit viele Zuseher, sodass das Major-Label Universal Music das Projekt unter Vertrag nahm.

Anfang April 2008 fanden die Aufnahmen in der Kreuzkirche in Heiligenkreuz statt. Die 17 jungen Mitbrüder, die der Kantor für die Aufnahmen wählte, wollten statt ins Studio zu gehen, die Choräle in der Kirche aufnehmen. So wurde die Kreuzkirche kurzfristig für die drei Tage dauernden Aufnahmen adaptiert. Den Mitbrüdern war es wichtig, auch bei den Aufnahmen Richtung Altar, Richtung Tabernakel, Richtung Kreuzreliquie zu singen.

Im Mai desselben Jahres erschien das Album Chant – Music for Paradise, mit dem kurze Zeit später die internationalen Charts erreicht werden konnten. Besonders der Erfolg in Großbritannien wurde von den österreichischen Medien positiv bewertet. Zuvor waren nur Falco, DJ Ötzi und Peter Cornelius als Bandmitglied von Enigma als österreichische Musiker in den britischen Albumcharts so weit vorne vertreten gewesen.

Die Zisterzienser von Heiligenkreuz wiederholten damit den Erfolg der Benediktinermönche des spanischen Klosters Santo Domingo de Silos, die 1994 mit der CD Chant Platz 3 der Billboard Hot 100 erreichten und das bislang bestverkaufte Gregorianik-Album aller Zeiten ablieferten.

Der Erlös aus dem CD-Verkauf soll die Ausbildung von Priestern aus der dritten Welt im Stift Heiligenkreuz ermöglichen. In der ersten Woche wurde das Album Chant – Music for Paradise 22.000 Mal verkauft und erreichte Platz 40 im United World Chart.[1] Später erreichte das Album Gold-Status in Österreich[2] und konnte sich auch in den Charts der Schweiz sowie Belgien (Platz 1) platzieren.[3] Auch in Frankreich erlangte das Album Platz 177 der Hitliste. In Italien erreichte das Album Rang 24, in Spanien Platz 27.

Am 3. Oktober 2008 erschien das um eine zweite CD erweiterte Album Chant – Music für Paradise. Auf der Bonus-CD des Albums finden sich eine Adventsvesper, die Rorate-Messe, die Weihnachtslaudes und die Weihnachtsmesse Puer natus.

Chant – Amor et Passio

Die Heiligenkreuzer Mönche gründeten im Jahr 2011 ein eigenes Label, "Obsculta Music", um damit eine weitere CD auf den Markt zu bringen. Amor et Passio wurde am 4. November 2011 erstmals zum Verkauf angeboten. Ursprünglich war die neue CD ausschließlich für den Vertrieb im Klosterladen des Stiftes bestimmt, aber die Mönche entschieden sich später für das Wiener Traditionslabel Preiser Records. Nach vier Wochen hatte die CD in Österreich Goldstatus erreicht, im September 2012 wurde sie mit Platin ausgezeichnet.

Zusätzlich zum gregorianischen Choral beinhaltet die Amor et Passio CD auch Kompositionen des luxemburgischen Komponisten und Pianisten David Ianni, unter anderem die Vertonung der Lauretanischen und der Herz-Jesu Litaneien.

Der Erlös aus dem CD-Verkauf soll, wie im Jahr 2008, Priesterstudenten aus Entwicklungsländern zugutekommen.[4]

Chant – Stabat Mater

2012 folgte die CD "Chant - Stabat Mater". Die Stücke nehmen Bezug auf die Heiligenkreuzer Klostergründung in Stiepel. Die Auswahl der Stücke ist besonders auf das Leiden der Jungfrau Maria bezogen, erstens weil der Zisterzienserorden in besonderer Weise der Marienverehrung verpflichtet ist und zweitens weil Stiepel ein Marienwallfahrtort ist. Dort wird eine Mater dolorosa verehrt.

Zusätzlich beinhaltet die CD Bonusmaterial mit Klavierbegleitung des luxemburgischen Pianisten und Komponisiten David Ianni.

"Chant - Stabat Mater" wurde am 30. September 2012 im Rahmen eines Gebetsabends in der Heiligenkreuzer Stiftskirche vorgestellt. Es war das erste Benefizkonzert der Mönche; der Ertrag geht an die Hochschule Heiligenkreuz.[5]

Chant – Missa Latina

Im November 2012 kam die CD „Chant - Missa Latina“ auf den Markt. Sie wurde zusammen mit dem Ensemble Vox Gotica aufgenommen und beinhaltet auch die mehrstimmige „Missa sine nomine“ des spätgotischen Komponisten Guillaume Dufay. Alle Gesänge der Heiligen Messe im postkonziliaren Ritus (auch novus ordo genannt) sind auch auf der CD.

In Presseaussendungen machte das Kloster darauf aufmerksam, dass Latein durch das Zweite Vatikanische Konzil nicht abgeschafft, sondern gefördert wurde. Sie zitieren dabei Sacrosanctum Concilium Nr. 54: „Es soll Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Mess-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können.“ Dieses Anliegen des Konzils sei inzwischen von vielen vergessen worden.

Diskografie

Alben
Jahr Titel Chartpositionen Erstveröffentlichung
AT DE CH UK US[6]
2008 Chant – Music for Paradise 1 5 22 7 183 16. Mai 2008
2011 Chant – Amor et Passio 23 4. Nov. 2011
2012 Chant – Stabat Mater 69 28. Sept. 2012

Auszeichnungen

  • Plattenverkäufe
    • 7-fach-Platin in Österreich für Chant – Music for Paradise[7]
    • Gold in Deutschland für Chant – Music for Paradise[8]
  • 2008: Medienpreis des Niederösterreichischen Tourismuspreises
  • 2009: Nominierung für den Echo in der Kategorie „Erfolgreichster Newcomer international“.[9] (Die Auszeichnung in dieser Kategorie ging an Amy Macdonald[10])
  • 2009: Nominierung für den Classical BRIT Awards in der Kategorie „Album of the Year“.[11]
  • 2011: Gold in Österreich für "Chant - Amor et Passio" [12]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.mediatraffic.de/albums-week24-2008.htm
  2. http://www.ifpi.at
  3. Hitparade Bericht
  4. ORF Bericht Heiligenkreuzer Mönche veröffentlichen zweite Choral-CD
  5. Heiligenkreuzer Mönche: CD-Aufnahmen mit Bochumer Mitbrüdern, in: KATHPRESS-Ordensnews Nr. 36 vom 14. August 2012, S. 4-5.
  6. unter dem Titel Chant – Music for the Soul; Erstveröffentlichung: 1. Juli 2008
  7. IFPI Österreich Gold & Platin (Datenbanksuche: Interpret="Cistercian Monks of Heiligenkreuz")
  8. IFPI Deutschland Gold-/Platin-Datenbank (Suche: "Chant - Music for Paradise")
  9. Heiligenkreuzer Mönche für den „Echo“ nominiert in Badener Zeitung vom 11. Februar 2009 abgerufen am 21. Februar 2009
  10. Gewinner: Echo 2009
  11. Classical BRIT Awards, abgerufen am 25. März 2009
  12. Die Presse berichtet: "Music for Paradise": Gold für singende Mönche