Theodor Prager

Theodor Prager (* 17. Mai 1917 in Wien; † 22. Februar 1986 ebenda) war ein österreichischer Ökonom und Journalist.

Theodor Prager war der Sohn eines Wiener Bankbeamten und Börsenmaklers. Er schloss sich früh dem Verband Sozialistischer Mittelschüler (VSM) und später einer kommunistischen Jugendorganisation an. 1934 wurde er wegen der Verteilung von Flugblättern einer illegalen Organisation zu einer Polizeistrafe verurteilt, die in Österreich auch seinen weiteren Schulweg zur Matura blockiert hätte. 1935 emigrierte Prager deshalb als Siebzehnjähriger nach Großbritannien, und studierte bald an der kriegsbedingt nach Cambridge verlegten London School of Economics (LSE). Trotz Unterbrechung durch Internierung als "enemy alien" erwarb er 1943 mit einer bankwirtschaftlichen Arbeit über 'German Banking in Depression and Recovery" das Doktorat der Wirtschaftswissenschaften (PhD).

Im November 1945 kehrte "Teddy" Prager (wie er nun allgemein genannt wurde) nach Wien zurück und arbeitete von 1946 bis 1963 hauptberuflich als Angestellter des ZK der KPÖ. 1963 wurde er Mitarbeiter der von Eduard März gegründeten wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer Wien. Prager galt mit Ernst Fischer und Franz Marek als einer der Paradeintellektuellen der KPÖ, geriet allerdings schon zu Ende der 1950er Jahre unter "Revisionismusverdacht". Der pragmatische Linke Keynesianer Prager war unter anderem mit Ökonomen wie Joan Robinson, Nicholas Kaldor, Maurice Dobb, Piero Sraffa und dem Soziologen und Labour-Politiker Michael Young befreundet. Im Gefolge der Ausschaltung des eurokommunistischen Flügels der Partei im Jahre 1968 wurde 1969 auch der dem Kreis um das Wiener Tagebuch angehörige Prager aus der Partei ausgeschlossen. Er starb an einem Herzversagen.

Werke (Auswahl)

  • There's Work for All (gemeinsam mit Michael Young), London 1945
  • Wirtschaftswunder oder keines ; Europaverlag Wien 1963
  • Zwischen London und Moskau. Bekenntnisse eines Revisionisten Wien 1972

Literatur

  • Günther Chaloupek: Theodor Prager in: Harald Hagemann und Claus-Dieter Crohn: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933 Band 2, S 541 ff, Verlag K.G. Saur, München 1999

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