Theodor Scheimpflug

Theodor Scheimpflug (* 7. Oktober 1865 in Wien; † 22. August 1911 in Vorderbrühl) war ein österreichischer Geodät, nach dem die Scheimpflugsche Regel benannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Familiengrab der Familie Scheimpflug in der Hinterbrühl

Theodor Scheimpflug wurde als Sohne eines Bankdirektors in Wien geboren. In Wien besuchte er das Akademische Gymnasium[1] und absolvierte die Marineakademie Fiume. Im 1883 musterte er als Seekadett der Kriegsmarine aus. Als dieser unternahm er weite Reisen. Im Jahr 1888 wurde er zum Linienschiffsfähnrich befördert. Als dieser arbeitete beim hydrographischen Amt und bei der Marinesternwarte in Pula.

Durch sein Interesse erhielt er 1896 Urlaub um ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien Maschinenbau und Photogrammetrie zu absolvieren. Im Jahr 1897 begann er mit phototopographischen Arbeiten am k.u.k. Militärgeographischen Institut.

1901 machte es ihm eine Erbschaft möglich, den Ruhestand anzutreten, in dem er seine Lebensaufgabe fortsetzte: das Erstellen von Landkarten mittels Luftaufnahmen. Mit diesen Experimenten stieß er bei seinen militärischen Vorgesetzten zeitlebens auf wenig Verständnis; seine Erkenntnisse gewannen erst im Ersten Weltkrieg, also nach seinem Tod an Bedeutung. Begraben ist er im Familiengrab in der Hinterbrühl.

Bedeutung für die Fotografie

Scheimpflug fotografierte die Landschaft vom Ballon oder Drachen aus. Um ein möglichst großes Gebiet zu erfassen, machte er auch Schrägansichten, die nicht direkt für eine Landkarte verwendet werden können, sondern entzerrt werden müssen. Hierzu schuf er ein spezielles Entzerrungsgerät (eine Art Vergrößerungsgerät), das 1906 fertiggestellt werden konnte, und veröffentlichte 1907 die grundlegenden Arbeit Die Herstellung von Karten und Plänen auf photographischem Wege. Die sich dabei ergebene Regel zur Einstellung zwischen Objektebene (hier das zu entzerrende Negativ der Schrägaufnahme), Objektivebene und Bildebene wurde für die professionelle Fotografie bedeutend: Objektebene, Objektivebene und Filmebene müssen sich in einer gemeinsamen Linie schneiden. Sie wird schon bei der Aufnahme angewandt, wenn Schrägansichten scharf abgebildet werden sollen, was insbesondere in der Architekturfotografie häufig vorkommt: Der Fachbegriff lautet Schärfedehnung nach Scheimpflug.

Werke

  • Theodor Scheimpflug: Über österreichische Versuche, Drachenphotogramme kartographisch zu verwerten, und deren bisherige Resultate. In: Photographische Correspondenz 1903, ISSN 0031-8795, S. 659–670, (Auch Sonderabdruck).

Würdigung

Im Jahr 1914 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Scheimpfluggasse nach ihm benannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Nachlässe in Österreich abgerufen am 5. Dezember 2011

Weblinks