Therese Peche

Theres Peche, Lithographie von Josef Kriehuber, 1836

Therese Peche (verheiratete Therese de Jauzet; * 12. Oktober 1806 in Prag; † 16. März 1882 in Wien) war eine österreichische Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Therese Peche war die Tochter eines österreichischen Offiziers. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie im Niklastheater in der Wiedner Hauptstraße in Wien. 1826/1827 war sie am Theater Bonn verpflichtet, wo August Wilhelm Schlegel sie unter anderem in Romeo und Julia sah und ihr eine glänzende Laufbahn voraussagte. Das Hamburger Stadttheater verpflichtete sie 1827 als „tragische Liebhaberin“. 1828 wechselte sie an das Hoftheater Darmstadt, von dort ging sie 1829 zum Hoftheater Stuttgart. Dort erwies sich Amalie von Stubenrauch, die Mätresse des württembergischen Königs Wilhelm I. , als Rivalin, weswegen sie Stuttgart verließ und 1830 festes Ensemblemitglied des Burgtheaters in Wien wurde. 1840 heiratete sie den Franzosen Vimel de Jauzet († 1864), blieb aber weiterhin bis 1867 als Schauspielerin tätig. Am Burgtheater übernahm sie Rollen wie die Ophelia in Hamlet oder die Portia in Der Kaufmann von Venedig. Wolfgang Menzel schrieb über sie: „Dieses Mädchen ist keine gelernte Schauspielerin [...] Hier ist die Kunst gar nichts, die Natur alles, die Schule gar nichts, die Person alles. Gebt dieser Therese Peche nur eine Blume zum Ansehn, und ihr werdet mehr Ophelia in ihr erblicken, als in dem durchdachtesten Spiele der berühmtesten Schauspielerin während eines ganzen Abends.“[1] August Lewald schrieb über sie als Julia in Romeo und Julia: „Man halte es nicht für übertrieben: wer aber das erste Auftreten von Julia Capulet durch Therese Peche darstellen sah, verspürte etwas von Verzauberung an sich. Dieser poetische Moment des großen Dramas kann nicht poetischer wiedergegeben werden.“[2]

Zum Ende ihrer Laufbahn gab sie Salondamen.

1930 wurde die Pechegasse im Wiener Bezirk Meidling nach ihr benannt.[3]

Literatur

Weblinks

 Commons: Therese Peche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Menzel: Reise nach Österreich im Sommer 1831, Cotta, Tübingen 1832, S. 260–261 (Digitalisat)
  2. Therese Peche. In: Allgemeine Theater-Revue, Band 2, Cotta, Tübingen 1836, S. 272–273 (Digitalisat)
  3. Wiener Straßennamen und ihre historische Bedeutung