Thomas Macho

Thomas Macho (* 1952 in Wien) ist Kulturwissenschaftler und Philosoph. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Geschichte der Zeitrechnung, Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehungen, Tod und Totenkulte. Weiterhin verfasst er regelmäßig Essays und Rezensionen für die Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit und andere Printmedien. Er arbeitet mit dem Österreichischen Kulturforum in Berlin zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Thomas Macho (zeitweilig Thomas Hartmann [1] und Thomas H. Macho) promovierte 1976 zum Thema Zur Dialektik des musikalischen Kunstwerks an der Universität Wien und habilitierte sich 1983 mit einer Schrift Von den Metaphern des Todes. Eine Phänomenologie der Grenzerfahrung in Klagenfurt für das Fach Philosophie. Seit 1993 ist er Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er das interdisziplinäre »Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik« mitgründete. Macho war 2008 bis 2009 Senior Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) in Weimar. Seit 2008 ist er assoziierter Ko-Direktor des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL) und seit 2009 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Internationalen Kollegs »Morphomata – Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen« an der Universität Köln.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monografien:

  • 2011: Vorbilder. Fink, München, ISBN 978-3-7705-5030-2.[2]
  • 2010: Das Leben ist ungerecht. Unruhe bewahren. Residenz, Wien, ISBN 3-7017-1555-6.
  • 2004: Das zeremonielle Tier. Rituale – Feste – Zeiten zwischen den Zeiten. Bibliothek der Unruhe und des Bewahrens, Band 9, Styria-Pichler, Wien/Graz/Köln, ISBN 3-222-13161-9.
  • 1987: Todesmetaphern. Zur Logik der Grenzerfahrung. Suhrkamp, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-11419-0.

Herausgaben:

  • 2010 Was ist schön? Begleitbuch zu Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden 27. März 2010 – 2. Januar 2011. Gemeinsam mit Gisela Staupe und Sigrid Walther. Wallstein, Göttingen, ISBN 978-3835306424.
  • 2007: Folter. Politik und Technik des Schmerzes. Gemeinsam mit Karin Harrasser und Burkhardt Wolf. Fink, München, ISBN 978-3-7705-4415-8.
  • 2007: Die neue Sichtbarkeit des Todes. Gemeinsam mit Kristin Marek. Fink, München, ISBN 978-3-7705-4414-1.
  • 2006: Arme Schweine. Eine Kulturgeschichte. Gemeinsam mit Stiftung Neuhardenberg. Nicolai, Berlin, ISBN 3-89479-343-0.
  • 2004: Science & Fiction. Über Gedankenexperimente in Wissenschaft, Philosophie und Literatur. Gemeinsam mit Annette Wunschel, Fischer, Frankfurt am Main, ISBN 3-596-15838-9.
  • 2004 Tiere. Eine andere Anthropologie. Schriften des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. Band 3. Gemeinsam mit Hartmut Böhme, Franz-Theo Gottwald, Christian Holtorf, Ludger Schwarte und Christoph Wulf, Böhlau, Köln/Weimar/Wien, ISBN 978-3050035710.
  • 2002: Zwischen Rauschen und Offenbarung. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Stimme. Gemeinsam mit Friedrich Kittler u. Sigrid Weigel. Akademie, Berlin, ISBN 3-05-003571-4.
  • 2001: Moderne Gnosis? Zum Einfluss Simone Weils auf Jacob und Susan Taubes. In: Richard Faber, Eveline Goodman-Thau, Thomas Macho (Hrsg.): Abendländische Eschatologie ad Jacob Taubes. Königshausen & Neumann, Würzburg 2001, S. 545-560, ISBN 3-8260-2123-1.
  • 1995: Sartre. Ausgewählt und vorgestellt von Thomas H. Macho. Eugen Diederichs, München u. dtv München 1998, ISBN 3-423-30681-5.
  • 1991: Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart. Gemeinsam mit Peter Sloterdijk. Artemis, Zürich/München, ISBN 3-7608-1090-X.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. siehe Gerd B. Achenbach: Philosophische Praxis. Mit Beiträgen von ... Köln: Dinter 1984, S. 191
  2. Dreizehn Geistesblitze für die Menschheit in: FAZ vom 19. Dezember 2011, Seite 26