Thomas Schäfer-Elmayer

Thomas Schäfer-Elmayer

Thomas Schäfer-Elmayer (* 10. Februar 1946 in Zell am See) ist ein österreichischer Tanzlehrer und Leiter der Tanzschule Elmayer in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach einem Wirtschaftsstudium an der Hochschule St. Gallen war er ab 1970 für Unternehmen in der Schweiz, der Bundesrepublik Deutschland und in Übersee tätig. 1987 übernahm er, dem testamentarischen Wunsch seines (Adoptiv-)Großvaters Willy Elmayer-Vestenbrugg entsprechend, die Leitung der Tanzschule Elmayer. Er war verheiratet und hat zwei Kinder.

Leistungen

Schäfer-Elmayer ist ein Experte für Fragen der Etikette, speziell der internationalen Business-Etikette und der gehobenen Umgangsformen, wie sie auf Wiener Traditionsbällen wie dem Wiener Opernball gepflegt werden. Thomas Schäfer-Elmayer ist auch als Management-Trainer tätig, berät Firmen in Fragen der Unternehmenskultur und Business-Etikette und hält Vorträge zum Thema Umgangsformen. Im September 2006 erregte Thomas Schäfer-Elmayer mit einer Plakataktion Aufsehen, mit der er scheinbar in den österreichischen Nationalratswahlkampf eingriff. Auf Plakaten war sein Bild mit der Aufschrift „Alles rot-weiß-rot“ zu sehen, darunter der Slogan „Für mehr Stil und Anstand in unserem Land“ und die Unterschrift „Unabhängige Liste Thomas Schäfer-Elmayer“. Dabei handelte es sich um eine versteckte Werbekampagne der österreichischen Kronen Zeitung unter dem schon bei anderen Sujets verwendeten Motto „Glauben Sie es erst, wenn es in der Krone steht!“.

Opernball und Tanzschule

Ab 2003 organisierte Schäfer-Elmayer neben anderen Ballereignissen auch die Eröffnung des Wiener Opernballs durch Debütanten. Nach der Eröffnung gab er das Kommando „Alles Walzer“ in der Tradition von Johann Strauß. Im Jahr 2009 wurde jedoch festgelegt, dass die Debütanten selbst dieses Kommando im Chor sprechen durften.

Thomas Schäfer-Elmayer wurde ab 2006 auch als Juror der ORF-Show Dancing Stars bekannt. 2006 wurde ihm der österreichische Berufstitel Professor verliehen.

Kritik

Schäfer-Elmayer wird vor allem von konservativer Seite her kritisiert. Ihm wird vorgeworfen, das geistige Erbe von Willy Elmayer-Vestenbrugg zugunsten besserer Publicity zu verschenken. So zeichnen sich seine Benimmbücher durch progressivere Inhalte aus, die weiter gehen als die des Durchschnittsbürgers. So beschäftigt er sich mit gesellschaftlichen Regeln für gleichgeschlechtliche Paare oder toleriert Verhaltensweisen, die früher als Benimmfehler galten. Mit seinen Interviews für das Seitenblicke-Magazin hat er weitere Anhänger unter den Konservativen verloren.

Werke

Sein Buch „Der Elmayer – gutes Benehmen gefragt“ folgte dem Standardwerk von Willy Elmayer-Vestenbrugg Gutes Benehmen wieder gefragt aus dem Jahr 1957 und dem Buch seiner Eltern Diether und Nora Schäfer-Elmayer Der neue Elmayer – gutes Benehmen immer gefragt von 1969.

  • Der Elmayer. Gutes Benehmen gefragt. 5., revidierte Auflage. Zsolnay, Wien 1999, ISBN 3-552-04310-1.
  • Früh übt sich … und es ist nie zu spät. Gutes Benehmen für Groß und Klein. Ecowin, Salzburg 2006, ISBN 3-902404-31-0.
  • Der Business Elmayer. So verbinden Sie Karriere mit Stil. Ecowin, Salzburg 2007, ISBN 978-3-902404-42-8.
  • Der kleine Elmayer. Mein erstes Buch vom guten Benehmen. Betz, Wien u. a. 2007, ISBN 978-3-219-11310-5.
  • Der kleine Wald-Elmayer. Mein erstes Buch vom richtigen Verhalten im Wald. Betz, Wien u. a. 2009, ISBN 978-3-219-11420-1.

Literatur

  • Heinz Krejci: Thomas Schäfer-Elmayer zum Geburtstag und Professor. Manz, Wien 2006, ISBN 3-214-06536-X.
  • Harald D. Gröller: Der Elmayer – Gutes Benehmen im Wandel der Zeit. In: Harald D. Gröller, Andrea Horváth, Gert Loosen (Hrsg.): Neue Reflexionen zur kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft (= Német filológiai tanulmányok. = Arbeiten zur deutschen Philologie. Bd. 28, ISSN 1218-9634). Kossuth Egyetemi Kiadó, Debrecen 2007, S. 361–374.

Weblinks

 Commons: Thomas Schäfer-Elmayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien