Thurnhof (Gemeinde Perg)

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Thurnhof (DorfOrtschaft)
Thurnhof (Gemeinde Perg) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Perg (PE), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Perg
Pol. Gemeinde Perg  (KG Pergkirchen)
Koordinaten 48° 15′ N, 14° 40′ O48.24587714.658672Koordinaten: 48° 15′ N, 14° 40′ Of1
Einwohner d. Ortsch. 204 (2001)
Gebäudestand 58 (2001)
Postleitzahl A-4320f1
Vorwahl +43/07262f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 10188
Zählbezirk/Zählsprengel Pergkirchen (41116 003)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Thurnhof ist eine Ortschaft mit 204 Einwohnern (Volkszählung 2001) in der Katastralgemeinde Pergkirchen in der Stadtgemeinde Perg im Bezirk Perg in Oberösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Ortschaft leitet ihren Namen von einer abgekommenen Wasserburg ab, deren Überreste zum Gebäudebestand des Thurnbauern gehören.

Thurnhof liegt am Thurnhofbach, der im Oberlauf Lamplbach heißt, und über den Naarn- und Tobrabachkanal in die Naarn entwässert.

Die Ansiedlung grenzt im Westen an die Ortschaft Kickenau in der Katastralgemeinde Perg und ist im Nordwesten, Norden, Osten und Süden von Ortschaften der Katastralgemeinde Pergkirchen umgeben, wobei sie im Nordwesten an Karlingberg, im Norden an Mitterberg, im Osten an Pergkirchen und im Süden an Auhof grenzt.

Die Ortschaft befindet sich aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung in den beiden Raumeinheiten oberösterreichischen Raumeinheiten Südliche Mühlviertler Randlagen und Machland

Die Burgruine Mitterberg liegt nur einige hundert Meter nördlich der Ortschaft und war bis 1485 Sitz des Landgerichtes Machland.

Bevölkerung

Im Historischen Ortslexikon werden 1788 9 Häuser und 1809 8 Häuser genannt. 1825 werden bei 12 Häusern 50 Einwohner und 1869 bei ebenfalls 12 Häusern 81 Einwohner angeführt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steigt die Häuseranzahl von 1951 22 auf 2001 58 Häuser, wobei 1961 24, 1971 29, 1981 31, 1991 34 und 2001 58 Häuser gezählt wurden. Die Einwohneranzahl entwickelte sich von 1951 und 1961 mit 113 auf 1971 115, 1981 und 1991 108 und 2001 bzw. 2007 jeweils 204 Personen.[1]

Die Ortschaft hatte bis ins 20. Jahrhundert nur wenige Häuser. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in neugeschaffenen Siedlungen Ein- und Zweifamilienhäuser für Familien errichtet, was zu einem beträchtlichen Bevölkerungszuwachs geführt hat.

Wasserburg Thurnhof

Im Anwesen der Familie Strasser (Thurnbauer) befindet sich ein Wohnturm, der in einer Urkunde aus dem Jahr 1454 erstmals erwähnt wurde, jedoch bereits im frühen Hochmittelalter als freier Althof[2] errichtet wurde. Zur Gefolgschaft der Herren von Perg gehörte im 13. Jahrhundert ein Dietrich von Tuern, der diesen Althof bewohnt haben könnte.

Der Thurnhof war eine Wasserburg[3], die im 16. Jahrhundert als Edelmannsitz ausgebaut wurde. Die wasserführenden, die Anlage umschließenden Außengräben wurden bei der Neutrassierung der Bundesstraße zugeschüttet und eingeebnet. Dabei wurde die Umfassungsmauer zwischen Außengraben und Inn Innenteich als Füllmaterial verwendet.

Das ehemalige zweigeschossige Hauptgebäude ist ein Langbau aus Bruchsteinen im Lehmpack ohne Verwendung von Mörteln und mit geglätteten Quadern an den Ecken. Als Portal dient ein über drei Stufen erreichbarer spätgotischer Spitzbogen. In der Außenmauer sind Schlüsselscharten eingelassen.

Im Saal im 1. Stock befindet sich ein jetzt als Schüttboden verwendeter Saal mit einer Balkendecke, der vom Flur aus durch eine Tür mit gotischem Sturz zugänglich ist. Die Räume des Erdgeschosses liegen dem Hang zugewandt auf wesentlich tieferem Niveau als hofseitig, weil der Graben hinter dem Längstrakt aufgefüllt worden ist.

Die ebenerdigen Stallungen aus Stein haben einen Holzaufbau und stehen im rechten Winkel zum Wohnbau, während die Scheune in einem Winkel von 130 Grad schräg in Richtung zur nunmehrigen Abfahrt gebaut ist. Die Anbauten links an das Hauptgebäude sowie der links hinter der Zufahrt stehende Schuppen sind spätere bauliche Ergänzungen. Ursprünglich war keine Unterkellerung vorhanden, jedoch ist man beim Aushub des Mostkellers auf einen Erdstall gestoßen, der heute den Mittelteil des Kellers bildet.

Als Besitzer werden 1454 Georg Prantner und 1525 Lasla Thurner genannt. 1527 ließen die Prandtner vom Thurnhof in der Pfarrkirche Pergkirchen östlich einen rechtsschiffigen, gotischen zweijochigen kreuzrippengewölbten Kapellenanbau errichten, die Margarethenkapelle. Dort hatte der Kaplan der Prandtners das Recht, Messe zu lesen. Sie stifteten dazu noch eine 2 Tagwerk große Wiese, die später Opferwiese genannt wurde.

1538 kam der Edelmannsitz durch einen Tausch mit den Freiherren zu Prag zur Herrschaft Windhaag, wurde 1626 als Bauernhof verkauft und aus der Landtafel gelöscht.[4]

Verkehr

Die Ortschaft Thurnhof wurde ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts von der Hauderer-Straße durchquert und lag bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts an der Donau Straße. Nach der Fertigstellung der Perger Ortsumfahrung wurde dieser Streckenabschnitt in das Gemeindestraßennetz der Stadt Perg übernommen.

Einzelnachweise

  1. Historisches Ortslexikon Oberösterreich Teil 2: Perg und Pergkirchen PDF
  2. Hans Krawarik: Siedlungsgeschichte Österreichs, Siedlungsanfänge, Siedlungstypen, Siedlungsgenese(= Geographie), Band 19, Wien und Berlin 2006, S 2
  3. P. Thurnhofer: Thurnhof bei Perg (Niederösterreich),Thurnhof bei Perg abgefragt am 31. August 2011
  4. Website Burgenkunde Thurnhof