Tiroler Festspiele Erl

Die Tiroler Festspiele Erl finden jedes Jahr, in der Regel beginnend am 1. Donnerstag im Juli, drei Wochen lang in Erl in Tirol in Österreich statt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Tiroler Festspiele Erl wurden 1997 vom künstlerischen Leiter Gustav Kuhn und seinem Partner Andreas Schett gegründet und wurden 1998 mit der Aufführung von "Rheingold" eröffnet. Gustav Kuhn ist auch der Intendant der Tiroler Festspiele Erl, zudem ist er als Dirigent und Regisseur tätig.[1] Gespielt wird im Passionsspielhaus, in der Pfarrkirche, im Gasthaus „Blaue Quelle“ sowie auf diversen Außenspielorten wie zum Beispiel dem Kranzhorn oder auf dem Inn an der Staustufe. Während den Passionsspielen Erl, die alle sechs Jahre stattfinden, steht den Tiroler Festspielen ihr zentraler Austragungsort, das Passionsspielhaus, nicht zur Verfügung. Daher wurde 2002 in Kufstein und 2008 in Innsbruck gespielt. Gastspiele führten die Tiroler Festspiele Erl u.a. nach Santander (2005). Seit Oktober 2010 wird in Erl ein Festspielhaus neu erbaut, um moderne Proben- und Aufführungsbedingungen für die Festspiele zu gewährleisten und der Raumnot in den Passionsspiel-Jahren zu begegnen. Das Festspielhaus wird am 26. Dezember 2012 eröffnet.

Das Programm der Tiroler Festspiele Erl umfasst pro Saison etwa 30 Veranstaltungen von Opern über Konzerte bis hin zu Kammermusikabenden, die jährlich von über 20.000 Zuschauern besucht werden.

Inszenierungen/Produktionen

Jahr Oper Konzert (Auswahl)
2012 Richard Wagner: Lohengrin (Neuproduktion), Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg,
Tristan und Isolde, Parsifal
Giacomo Puccini: Tosca
Tristan Schulze: Konzertstück für Alphorn, Orgel und Orchester (UA)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5 in B-Dur
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9 in d-Moll
Carl Orff: Carmina Burana
Georg Friedrich Händel: Concerto a due cori
Giorgio Battistelli: Sciliar (UA)
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 41 in C-Dur
2011 Richard Wagner: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg, Die Meistersinger von Nürnberg, Parsifal Elmar Lampson: Passacaglia (ÖEA)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 4
Paul Engel: Missa ad venerationem artium et vitae (2001/2011)
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
2010 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte
Richard Wagner: Der fliegende Holländer
Kurt Estermann: 2 Orchesterstücke
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7
Richard Strauss: Eine Alpensinfonie op. 64
Ernst Ludwig Leitner/Alois Schöpf: Die Hochzeit (UA)
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem
2009 Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal: Elektra
Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg
Ludwig van Beethoven: Fidelio
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 6
Franz Schubert: Messe in Es-Dur
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4, Symphonie Nr. 5, Symphonie Nr. 6
2008 Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Wolfgang Mitterer: Das tapfere Schneiderlein
Christoph Cech: Messe für die Schwarzmanderkirche
Ludwig van Beethoven: Missa Solemnis
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8
2007 Richard Wagner: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Tristan und Isolde, Götterdämmerung, Parsifal Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 bis Nr. 4
Wolfgang Rihm: Sotto Voce II
2006 Richard Wagner: Tristan und Isolde, Parsifal Anton Bruckner: Symphonie Nr. 9, Symphonie Nr. 1, Symphonie Nr. 2
2005 Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen (Rheingold, Walküre, Siegfried, Götterdämmerung)
Richard Strauss: Elektra, Guntram
Josef Haydn: Die Schöpfung
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 6, Symphonie Nr. 9
2004 Richard Wagner: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung Antonin Dvorák: Symphonie Nr. 5 e-moll
Norbert Zehm: Games®
Alessandro Solbiati: A leaf of Gras
2003 Richard Wagner: Das Rheingold, Die Walküre, Götterdämmerung, Siegfried Luciano Berio: Sequenza IX a für Klarinette (1980)
Morton Feldman: Palais de Mari (1986)
Igor Strawinsky: „L´Histoire du Soldat“– Suite (1924)
2002 Richard Wagner: Rheingold (konzertant)
Wolfgang Amadeus Mozart: Il re pastore (konzertant)
Johann Strauß Sohn: Die Fledermaus
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 9
2001 Richard Wagner: Die Walküre
Sergei Prokofjew: Peter und der Wolf
Werner Pircher: Birthday-Music mit gutem Orchester, PWV 80b
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 1 bis Nr. 9
Franz Schubert: Symphonie Nr. 9 C-Dur, D 944
2000 Richard Wagner: Götterdämmerung Franz Hackl: money is overrated (UA)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5 B-Dur
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
1999 Richard Wagner: Siegfried Gustav Kuhn / Pepe D’Onghia /Andreas Schett / Markus Kraler: Missa Intergalactica. Musik zum Gebrauch für Bläser, Sänger und Orgel (UA)
Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem op. 45
Richard Strauss: Also sprach Zarathustra op. 30
1998 Richard Wagner: Das Rheingold Anton Bruckner: 9. Symphonie
Herbert Grassl: Messe für Sopran, Alt, 5 Gruppen Blasinstrumente und Live-Elektronik (UA)
Hans-Jürgen Doetsch: Inntalsaga. Sinfonische Dichtung für zwei Orchester, Chor und Solisten (UA)

Kammermusik

Alljährlich wird in Erl neben den Opern- und Konzertaufführungen ein Kammermusikzyklus abgehalten. Diese Kammermusikabende finden im Gasthaus „Blaue Quelle“ sowie in der Pfarrkirche Erl statt und werden von verschiedenen Künstlern der Tiroler Festspiele Erl sowie aus dem Kreis der Mitglieder der Accademia di Montegral gestaltet.

Orchester der Tiroler Festspiele Erl

Das Orchester der Tiroler Festspiele Erl wurde im Sommer 1999 in Erl gegründet. Die Musiker kommen jährlich im Juni und Juli im Rahmen der Tiroler Festspiele Erl zusammen und präsentieren die großen Werke Wagners, Strauss’ sowie der romantischen und klassischen Konzertliteratur. Künstlerischer Leiter des Orchesters ist Gustav Kuhn.

Zum Repertoire gehören neben den Symphonien Beethovens und den großen Werken des romantischen Repertoires von Bruckner, Tschaikowsky bis zu Mahler, die Opern Elektra und Guntram von Richard Strauss, sowie der Ring des Nibelungen, Tristan und Isolde, Parsifal, Die Meistersinger von Nürnberg und der Fliegende Holländer von Richard Wagner sowie Mozarts Zauberflöte.

Das Orchester der Tiroler Festspiele Erl war 2010 und 2011 bei der Konzertreihe "Delirium" im Salzburger Mozarteum zu Gast.

Die Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl

Die Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl wurde 2007 gegründet, um dem Orchester der Tiroler Festspiele einen musikalischen Partner zur Seite zu stellen. Künstlerischer Leiter des Ensembles ist Gustav Kuhn, der mit dem 32-köpfigen Stammensemble, das je nach Bedarf vergrößert werden kann, vielseitige Projekte von a cappella-Programmen bis zu großen Opernproduktionen erarbeitet.

Nach dem Debüt im Herbst 2007 mit Missa solemnis folgte 2008 die Matthäus-Passion, beide Projekte mit dem Haydn Orchester von Bozen und Trient. Gemeinsam mit dem Haydn-Orchester eröffnete die Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl auch die Sagra Musicale Umbra im September 2008. Zum Repertoire der Chorakademie gehören Verdis Messa da Requiem, Beethovens Missa Solemnis, Mahlers Symphonie Nr. 8, die Nelson-Messe von Joseph Haydn, die Petite Messe Solennelle von Gioacchino Rossini, Beethovens 9. Symphonie, Es-Dur-Messe von Franz Schubert, Wagners Meistersinger von Nürnberg, Fidelio und Elektra.

Jugendarbeit

Die Tiroler Festspiele Erl setzen sich seit ihren Anfängen besonders für die Jugendarbeit ein. Mit einem gezielten Programm, das seit 2008 einen besonderen Schwerpunkt im Festspielprogramm bildet, wird der Nachwuchs aktiv gefördert: preisgesenkte Jugendkarten, Studenten-Rabatte und jugendgerechte Begleitveranstaltungen sollen Freude an der Musik, Verständnis für die Musik sowie Begeisterung für das Genre Oper wecken und weiterentwickeln. Maria-Theresia Müller, kaufmännische Direktorin und Prokuristin der Tiroler Festspiele Erl, ist Leiterin und Initiatorin des Schulprojekts.

Von 1998-2004 stellten die Schüler gemeinsam mit Journalisten, Graphikern und Photographen eine Festspielzeitung her. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk wurde 2006 im Rahmen eines Medienworkshops in einer einstündigen Radiosendung aus Erl berichtet. 2008, zur Aufführung der Kinderoper Das tapfere Schneiderlein von Wolfgang Mitterer, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, das Märchen neu zu interpretieren. Zur Inszenierung von Fidelio im Jahr 2009 gestalteten Schüler erstmals eigene Programmhefte, die den regulären Abendprogrammen beigelegt wurden. Auch 2010 gab es von Schülern gestaltete Programmhefte. Zudem wurde ein Kostümwettbewerb für Die Zauberflöte ausgeschrieben und die Entwürfe von der Erler Kostümmanufaktur umgesetzt. Im Jahr 2011 beschäftigte sich das Schulprojekt mit Beethovens 9. Symphonie. Alljährlich finden in Erl auch Probenbesuche oder geraffte Schüleraufführungen der Opern statt, an denen ca. 3000 Volks- und Hauptschüler teilnehmen.

Kostümmanufaktur

Seit 2007 gibt es in Erl eine eigene Kostümmanufaktur unter der Leitung von Lenka Radecky, die als Kostümbildnerin schon seit dem Jahr 2000 für die Kostüme der Tiroler Festspiele Erl verantwortlich zeichnet. Pro Saison werden hier ein bis zwei Produktionen der Tiroler Festspiele neu erarbeitet und darüber hinaus für externe Produktionen komplette Kostümausstattungen hergestellt, historische Trachten, Konzert- und Abendbekleidung nach Maß sowie kunstgewerbliche Arbeiten gefertigt.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.gustavkuhn.at/htmger/content_festspiele.htm
  2. Kostümmanufaktur der Tiroler Festspiele Erl