Tiroler Steinöl

Tiroler Steinöl ist ein schwarzes, stark riechendes Öl, das auch als Ichthyol bekannt ist. Der Legende nach handelt es sich um das Blut des Riesen Thyrsus.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Steinölvorkommen befinden sich im Ölschiefer bei der Seefelder Platte im Bächental und beim Achensee. Die ölhaltigen Zonen liegen in einem Winkel von 51 Grad.

Geschichte

Das Ölschiefervorkommen in Tirol wurde im Seefelder Raum seit dem Jahr 1350 genutzt, der Abbau 1964 eingestellt.

Martin Albrecht, ein Mineraliensammler, entdeckte 1902 am Ufer des Achensees bei Pertisau Ölschiefervorkommen. Er begann dort die Nutzbarmachung des Steinöls. Immer noch ruhen die Gewinnung und Vermarktung des Steinöls in den Händen der Entdeckerfamilie Albrecht in
 Pertisau.

Verwendung

Tiroler Steinöl ist seit jeher fester Bestandteil der Tiroler Hausmedizin. Der Ölschiefer enthält gebundenen Schwefel, der seine Wirksamkeit im Steinöl entfaltet. Lange vor der Erdölraffinerie wurde das Öl der Alpen, das "Schwarze Gold" schon zu Teer, Leuchtöl (Naphta), Imprägniermitteln für Holz und Zäune, als Abdichtung für Dächer und zur Straßen-Asphaltierung genutzt. Durch die geringe Ergiebigkeit des Ölschiefers wurde die Weiterverarbeitung schließlich auf die medizinische und kosmetische Anwendung reduziert.

Literatur

  • Michael Unterwurzacher (Hrsg.), Im Reich des Patscherkofel: Sagen und Fakten rund um Innsbrucks Hausberg und das Südöstliche Mittelgebirge, Books on Demand, 2009
  • Michael Forcher, Der Riese Haymon, Haymon Verlag, Innsbruck, 2007

Weblinks