Trübbachhöhle

Trübbachhöhle
Lage: Marul (Vorarlberg)
Höhe: 1465 m ü. A.
Geographische
Lage:
47° 12′ 9″ N, 9° 56′ 5″ O47.20259.93472222222221465Koordinaten: 47° 12′ 9″ N, 9° 56′ 5″ O
Trübbachhöhle (Vorarlberg)
Trübbachhöhle
Typ: Gipshöhle
Entdeckung: 1958
Gesamtlänge: 423 mdep1

Die Trübbachhöhle ist eine Gipshöhle bei Marul im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Sie befindet sich im Südhang des Gronggenkopfes (1978 m), am südwestlichen Rand einer Gipsdolinenlandschaft unterhalb der Alpe Laguz im Marultal (Lechtaler Alpen). Das Gelände dieser Gipslöcher ist mit vielen kleinen und größeren Lösungstrichtern übersät. Unter dieser Trichterlandschaft befindet sich ein etwa 100 m mächtiges Gipslager, das geologisch zu den Raiblerschichten gehört.

Der Eingang der Höhle liegt auf 1465 m Meereshöhe, er befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Raggal im Großen Walsertal. Der Name der Trübbachhöhle wird von dem aus der Höhle austretenden Bach abgeleitet, dessen gipshaltiges Wasser nach starken Niederschlägen durch Lösungsrückstände getrübt erscheint. Bei mittlerer Wasserführung enthält 1 m³ Wasser etwa 1,6 kg gelösten Gips.

Die Trübbachhöhle wurde um 1958/59 zum ersten Mal befahren, sie ist seit 1984 erdwissenschaftliches Naturdenkmal. Die Höhle zeigt den ganzen Formenschatz einer Laugungshöhle mit Fließfacetten, Laugfazetten (Stillwasserfazetten), Laugtaschen, Hohlkehlen, Laugungsdecken, Gipssausblühungen und kulissenartig aus der Decke stehenden Laugungsrückständen aus anderen Gesteinen (Kalke, Hornsteine). Die Sohle des Hauptganges ist auf weite Strecken von feinem Sediment (Sand, lehmiger Sand, Ton, Gipsschlamm) bedeckt. Nur der Eingangsbereich und die innersten großräumigen Höhlenteile sind durch Verbruchvorgänge gezeichnet.

Die heute bekannte Gesamtlänge der Gipshöhle beträgt 423 m, der Gangverlauf ist überwiegend horizontal. Die Höhle gabelt sich beim Eingang in zwei Äste: der kurze und niedrige Südgang ist zugänglich, der Eingangsbereich des 363 m langen Hauptganges ist seit Jahren verstürzt und unzugänglich.

Die Stelle des Höhleneinganges ist in den amtlichen topografischen Karten von Österreich (ÖK 50-BMN Blatt 142 Schruns, ÖK 25V-BMN Blatt 142 Schruns; ÖK 50-UTM Blatt 1224 Hohenems, ÖK 25V-UTM Blatt 1224-E Bezau) eingetragen. Das Höhlenportal liegt unmittelbar am Zugangsweg zur Alpe Laguz.

Andere größere Gipshöhlen Mitteleuropas liegen in der Schweiz: die Grotte de la Crête de Vaas im Kanton Waadt ist mit 1510 m Länge die größte Gipshöhle der Schweiz und der ganzen Alpen. Der 300 m lange Lac souterrain de St Léonard im Wallis (Schweiz) liegt ebenfalls in einer großen Höhle innerhalb einer Gipsformation.

Literatur

  • Hubert Trimmel: Höhlenkunde. Vieweg Verlag, Braunschweig 1968
  • Alfred Bögli: Karsthydrographie und physische Speläologie. Springer Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1978, ISBN 3-540-09015-0, ISBN 0-387-09015-0
  • Alfred Bögli, June C. Schmid (Transl.): Karst hydrology and physical speleology. Springer Verlag, New York-Berlin-Heidelberg 1980, ISBN 3-540-10098-9, ISBN 0-387-10098-9
  • Walter Krieg: Neue genetische Probleme bei Laughöhlen nach der Entdeckung der bedeutendsten Gipshöhle in den Alpen. In: Die Höhle. Zeitschrift für Karst- und Höhlenkunde, 4/31/1980, Verband der Österreichischen Höhlenforscher, Wien, S. 130-140
  • Hubert Trimmel: Höhlenkunde. 2. Aufl., Vieweg Verlag, Braunschweig 1982, ISBN 3-528-07126-5
  • Walter Krieg: Die Trübbachhöhle im Marultal – eine große Höhle im Gipsgestein. In: Montfort., 1/33/1981, Vorarlberger Verlagsanstalt, Dornbirn, S. 80-86
  • Walter Krieg: Neue genetische Probleme bei Laughöhlen nach der Entdeckung der bedeutendsten Gipshöhle in den Alpen. In: B. F. Beck (Ed.): Proceedings of the 8th International Speleological Congress in Bowling Green 1981 (Kentucky, USA). Georgia South West College, Americus (Georgia/USA) 1981, p. 453-455
  • Walter Krieg: Die Trübbachhöhle im Marultal - eine große Höhle im Gipsgestein. In: Walter Krieg (Gesamtredaktion): Karst und Höhlen in Vorarlberg. Vorarlberger Landesmuseumsverein, Karst- und höhlenkundlicher Ausschuß, Bregenz 1988, S. 57-64

Weblinks