Trappistenbier

Trappistenbier wird aus Kelchgläsern getrunken
Biere der sieben im Jahr 2009 existierenden Trappistenbrauereien

Das Trappistenbier ist ein durch oder unter Aufsicht von Trappistenmönchen gebrautes Bier. Das Bier muss in einem Trappistenkloster oder in dessen unmittelbaren Umgebung hergestellt werden. Der Großteil des erwirtschafteten Erlöses des Verkaufs des Biers muss sozialen Werken dienen.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Das Leben der Mönche unterteilt sich in Beten, Lesen und Arbeiten. Sie stellen auch Nahrungsmittel wie Käse, Brot, Gemüse und eben Bier her. Das Bierbrauen ist eine wichtige Einnahmequelle. Im Gegensatz zu den übrigen belgischen Abteibieren wird Trappistenbier von den Mönchen selbst gebraut und der Erlös für soziale Zwecke verwendet. Die anderen Orden haben den Braubetrieb an eine außenstehende Brauerei abgegeben (z. B. Leffe von der Brauerei InBev). Der Alkoholgehalt des Trappistenbiers liegt oft sehr hoch, zwischen 6 und 12 Prozent. Es gibt etwa 27 verschiedene Sorten Trappistenbier. Die Bezeichnung Bière Trappiste ist eine Herkunftsbezeichnung mit strengen Kriterien. Meist ist Trappistenbier in 0,33-Liter-Flaschen erhältlich. Chimay und Westmalle vertreiben auch 0,75-Liter-Flaschen, die mit einem Champagnerkorken verschlossen sind.

Hinweise zum Genuss

Trappistenbiere sollten bei Kellertemperatur (12 bis 14 Grad) und nicht im Kühlschrank gelagert werden, ansonsten werden sie trüb. Temperaturschwankungen und Licht wirken sich negativ auf den Geschmack aus. Vor dem Genuss sollte das Bier mindestens acht Tage ruhen, damit sich die Schwebestoffe ablagern können. Beim Einschenken ist sehr behutsam vorzugehen, um die Sedimente in der Flasche zu belassen, der Hefesatz sollte nicht in das Glas gelangen. Trappistenbier serviert man in einer speziellen Schale, damit es atmen kann und das volle Aroma entfaltet.

Die gegenwärtigen Trappistenbiere und -brauereien

Qualitätslogo der Internationalen Trappistenvereinigung

Es gibt gegenwärtig acht Trappistenbrauereien: sechs in Belgien, eine in den Niederlanden und seit dem 1. Juni 2012 ist Trappistenbier auch aus dem dem Stift Engelszell in Oberösterreich erhältlich.[1]. Die Biere dieser Brauereien tragen das Logo der Internationalen Trappistenvereinigung, das die Authentizität bestätigt. Um das Logo tragen zu dürfen müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: das Bier muss in einer Trappistenbrauerrei unter der Aufsicht und Verantwortung von Trappistenmönchen gebraut sein und die Mehrheit der mit dem Bierverkauf erzielten Einnahmen müssen wohltätigen Zwecken zugeführt werden.[2] Die Biersorte La Trappe aus den Niederlanden musste dieses Logo zwischen 1999 und 2005 von den Flaschen nehmen, da sie eine Übereinkunft mit dem Bavaria-Braukonzern eingegangen war, so dass das Trappistenbier nicht mehr ausschließlich von Trappistenmönchen gebraut wurde. Nach einem Übereinkommen mit Bavaria im Jahr 2005 wurde die Bierbrauerei von La Trappe jedoch so geregelt, dass das Logo wieder verwendet werden durfte.[3][4]

Übersicht der Trappistenbiere
Bier Brauerei Brauerei seit Biersorten Volumen (hl)
BelgienBelgien Achel Sint-Benedictusabdij
in Hamont-Achel, Limburg
1998 (1852) Fassbiere Hell (5 %) und
Dunkel (5 %),
Flaschenbiere Tripel (8 %),
Dunkel (8 %) und Dunkel Extra (9,5 %)
2.000 (2006)[5]
BelgienBelgien Chimay Abtei Notre-Dame de Scourmont
in Chimay, Provinz Hennegau
1862 Chimay dorée (4,8 %),
Rouge (7 %), Triple (8 %),
Bleu (9 %)
120.000 (2006)[5]
NiederlandeNiederlande La Trappe Abtei Koningshoeven
in Berkel-Enschot, Provinz Nordbrabant
1884 Blond (6,5 %), Dubbel(6,5 %),
Tripel(8 %), Quadrupel(10 %),
Witte Trappist(5,5 %), Bokbier
100.000
BelgienBelgien Orval Abtei Orval
in Florenville, Provinz Luxemburg
1932 Orval (6,2 %),
Orval Vert (3,5 %),
Hausbier (1 %)
45.000 (2006)[5]
OsterreichÖsterreich Stift Engelszell Klosterbrauerei Stift Engelszell,
im Innviertel, Oberösterreich
2012 (Wiedereröffnung) Gregorius (9,7 %)[1] 2.500 (geplant)[6]
BelgienBelgien Rochefort Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy
in Rochefort, Provinz Namur
1595 Rochefort 6 (7,5 %),
Rochefort 8 (9,2 %),
Rochefort 10 (11,3 %)
20.000 (2006)[5]
BelgienBelgien Westmalle Abtei Onze-Lieve-Vrouw van het Heilig Hart
in Westmalle, Provinz Antwerpen
1836 Dubbel (7 %),
Tripel (9,5 %),
Extra (unter 7 %)
120.000
BelgienBelgien Westvleteren Sint-Sixtusabdij
in Vleteren, Westflandern
1839 Westvleteren 6 (5,8 %),
Westvleteren 8 (8 %),
Westvleteren 12 (10,2 %)
4.700 (2006)[5]

Liste ehemaliger Trappistenbiere

  • Mariawald (Deutschland)
  • Mont des Cats (Frankreich)
  • Sept Fons (Frankreich)
  • Chambarand (Frankreich)
  • Oelenberg (Frankreich)
  • Notre Dame du Gard (Frankreich)
  • Notre Dame du Port Du Salut (Frankreich)
  • Tegelen (Niederlande)
  • Banja Luka (Bosnien)

Weblinks

Weitere Informationen über Trappistenbier

Einzelnachweise

  1. a b Stift Engelszell Trappistenbier-Brauerei. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
  2. The "Trappist" label. Abgerufen am 21. Oktober 2012 (englisch, pdf).
  3. Stephan Jongerius: La Trappe zonder trappistenlogo. Abgerufen am 21. Oktober 2012 (niederländisch, Quelle: Brabants Dagblad vom 24. November 1999).
  4. Official Press Release of October 2005 - 7th, concerning the wear of the "authentic trappist product" logo on "La Trappe" beers. Abgerufen am 21. Oktober 2012 (englisch).
  5. a b c d e Christine de Herdt: Telefoonfile voor Westvleteren. nieuwsblad.be, 21. August 2006, abgerufen am 21. Oktober 2012 (niederländisch).
  6. Stift Engelszell - Pressemitteilung vom 13. Februar 2012. Abgerufen am 21. Oktober 2012.