Trautenberg (Adelsgeschlecht)

Stammwappen der von Trauttenberg

Die Familie von Trautenberg (auch Trauttenberg) ist ein altes oberpfälzisches bzw. fränkisches Adelsgeschlecht mit gleichnamigem Stammhaus bei Krummennaab.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung auf Burg Trautenberg bei Krummennaab

Ausgangspunkt der Familie von Trautenberg ist die gleichnamige Burg Trautenberg bei Krummennaab im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz. Das Geschlecht begründete diesen Sitz wohl in der Mitte des 10. Jahrhunderts. Die Burg Trautenberg war demnach neben der Burg Scheyern eine der ältesten Burgen im süddeutschen Raum. Urkundlich wird der Name aber erst 1244 mit Marquard de Trutenberch erstmals bezeugt.[1] Die ununterbrochene Stammreihe der Familie beginnt 1252 mit Heinrich von Trautenberg.[2]

Die Trautenberg sind mit folgenden Adelsgeschlechtern unmittelbar verwandt: Kotzau, Sparneck, Unruh.

Einige Trautenberger erwarben um 1300 in den Städten Weiden, Nabburg und Amberg das Bürgerrecht und nahmen dort auch Ämter als Bürgermeister und Ratsherren ein.

Im Jahr 1283 verkauften die Landgrafen von Leuchtenberg die Grafschaft Waldeck an den Wittelsbacherherzog Ludwig den Strengen. Ab dieser Zeit spielten die Trautenberger eine bedeutende Rolle in der Verwaltung des so entstandenen herzoglichen Amtes. Bereits am 1286 ist Marquard von Trautenberg dort Richter und Pfleger.

Ab 1355 ist Peter von Trautenberg herzoglicher Pfleger im Amt (Burg-)Lengenfeld und Kallmünz.

Wie für Adlige zu dieser Zeit üblich, pflegten die Trautenberger enge Beziehungen zu den Klöstern Speinshart und Waldsassen.

Seitenlinie

Der Ursprung der heutigen Stadt Skalná (Wildstein) ist die seit 1166 nachweisbare Burg Wildstein. Der Ort Wildstein wurde 1224 in einem Kauf, in dem der Abt Erhard für das Kloster Waldsassen den Zehnt von Gerold von Wildstein erwarb, genannt. 1225 wurde Albert Notthafft von Wildstein als Besitzer genannt. Zum Ende des 13. Jahrhunderts erwarb Johannes Rabe auf Mechelgrün den Besitz. In der Folgezeit waren die Adelsgeschlechter Ramsperg, Schlick, Wirsperg, Trautenberg, Helmfeld und Wolkenstein Herren von Wildstein.

In Biedermanns "Topographischer Beschreibung" aus dem Jahr 1752 wird Neudorf (Heiligenstadt in Oberfranken) folgendermaßen geschildert: "Neudorf; ein kleines Dörflein von 9 Haushaltungen, auf der Höhe, eine kleine Stunde von Heiligenstadt, davon 3 Mann dem Hochstift ins Amt Waischenfeld und 6 Mann dem Herrn Großen v. Trockau, dann dem Herrn v. Trautenberg zu Wildstein in Böhmen als ein Eigentum gemeinschaftlich gehören Die adeligen beiden Teilhaber sind allda Dorfs- und Gemeinherrn und mit ihren Untertanen dem Ritterkanton Gebürg steuerbar. Die Herrn Baron v. Aufseß im unteren Schloß zu Aufseß haben privative die hohe und niedere Jagd als ein Heg auch nebst ihrem Herrn Vetter im oberen Schloß zu Aufseß, eigentlich die hohe Gerichtsbarkeit, welche bisher aber das Amt Ebermannstadt in neuen Zeiten. ..." [3]

Besitztümer

Das Schloss Reuth befindet sich in der oberpfälzischen Gemeinde Reuth bei Erbendorf im Landkreis Tirschenreuth. Urkundlich erwähnt erstmals wird das Schloss 1337 als Besitz der Trautenberger. Die Familie von Trautenberg gibt Ende des 14. Jahrhunderts ihren Stammsitz vollständig zugunsten der Herrschaft Reuth auf. Die gesamte Gutsherrschaft ging 1602 durch Heirat an Georg Friedrich von Unruh über und gelangte an die verwandte Familie von Sparneck.

In Aschbach befindet sich ein Jagdhaus im Besitz der Familie.[4]

Persönlichkeiten

  • Leopold Freiherr von Trauttenberg (1761–1814), österreichischer General
  • Hubertus Trauttenberg (* 23. September 1941 in Salzburg), österreichischer General und ehemaliger Kommandant des II. Korpskommandos in der Schwarzenbergkaserne in Siezenheim[5]

Wappen

Gemeindewappen von Reuth bei Erbendorf mit Trautenberger Elementen

Das Stammwappen zeigt in Rot einen mit drei aufsteigenden Spitzen belegten silbernen Balken. Auf dem Helm mit rot-blau-silbernen Decken steht eine silberne Straußenfeder zwischen zwei wie der Schild bezeichneten Büffelhörnern.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Mon. boica II 354 und Mon. Egrana 205
  2. Haupt-Staatsarchiv München, Kopialbuch Waldsassen II 201 - Verhandlungen des histor. Vereins der Oberpfalz 33, S. 8
  3. Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr.
  4. http://www.trauttenberg.com/
  5. http://www.profil.at/articles/0421/560/82290/der-adel-nazis-aristokraten-ehre-karriere

Literatur

  • Harald Stark: Die Familie Notthafft - Auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X
  • Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr. - Herausgegeben anläßlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr. – Heiligenstadt: 1995
  • Johann Baptist Lehner: Den Grenzbach entlang. 1926. (Nachdruck der Gesellschaft Steinwaldia, Pullenreuth 1991, ISBN 3-926817-13-5)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISSN 0435-2408

Weblinks