Trautson

Wappen derer von Trautson

Trautson ist der Name eines österreichischen Adelsgeschlechts, das seinen Ursprung in Tirol hatte und später unter die mächtigsten Familien der Habsburgermonarchie aufstieg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Familie wird 1134 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Erbmarschallwürde von Tirol wurde 1531 an Johann II. von Trautson († 1531) verliehen. 1541 wurde dessen Sohn Johann III. von Trautson (* um 1509, † 1589) durch Ferdinand I. zum "Freiherrn von Sprechenstein" erhoben, gleichzeitig wurde das Geschlecht in den Herrenstand von Österreich unter der Enns aufgenommen. 1598 wurde der Staatsmann und niederösterreichische Landespolitiker Paul Sixt III. Freiherr von Trautson (* um 1550, † 1621) durch Kaiser Rudolf II. zum "Grafen von Falkenstein" erhoben. Seit 1620 hatte die Familie das Erbobersthofmeisteramt in Österreich unter der Enns inne. Den Reichsfürstenstand in der Primogenitur erlangte der Staatsmann und Hofbeamte Johann Leopold Donat Graf von Trautson (* 1659, † 1724) durch Kaiser Joseph I., der ihn damit am 19. März 1711 - vier Wochen vor seinem eigenen Tod - auszeichnete. Nach dem Tod des 1. Fürsten aus dem Hause Trautson im Jahr 1724 folgte ihm sein einziger überlebender Sohn Johann Wilhelm (* 1700, † 1775) als 2. Fürst von Trautson und Majoratsherr nach. Trotz mehrerer Ehen und zahlreichen Nachkommen überlebte ihn keines der Kinder, womit das Geschlecht der Trautson mit ihm im Mannesstamm ausstarb.

Besitz

Palais Trautson in Wien
"Hofmannsthal-Schlössl"

Die Trautson besaßen neben der Reichsfürstenwürde auch die Titel eines Reichsgrafen zu Falkenstein, Freiherrn zu Sprechenstein und Schrofenstein, Herrn auf Matrei, Kaya, Laa an der Thaya, Neuschloss bei Olmütz und Sankt Pölten, womit ihre wichtigsten Herrschaften umrissen sind. Die Burg Schrofenstein in Stanz bei Landeck im Tiroler Oberland kam durch die Vermählung des Sixt Trautson († 1508) mit Dorothea von Schrofenstein an die Trautson. Im Gebiet um Poysbrunn verfügten sie über umfangreiche Ländereien, und von 1711 bis 1714 waren die Trautson auch Inhaber der Reichsgrafschaft Ried am Inn. Durch weitere Güter in Oberösterreich waren die Trautson auch Mitglieder im Herrenstand von Österreich ob der Enns und besaßen infolge ihres weiten Güterbesitzes in Ungarn auch das ungarische Indigenat.

Die Hauptresidenz der Familie in Wien war das der Palais Trautson, das der 1. Fürst Trautson 1712 von Baumeister Christian Alexander Oedtl nach den Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten ließ. Es zählt zu den wichtigsten barocken Bauwerken Wiens; sein Vorbild war das Amsterdamer Stadthaus. In Rodaun bei Wien gehörte ihnen außerdem ein 1724 errichtetes Anwesen, das später als "Hofmannsthal-Schlössl" bezeichnet wurde.

Ihre wichtigste Grablege hatten die Trautson in der Gruft unter der Wiener Michaelerkirche, wo mit dem 1. Freiherren, 1. Grafen und 1. Fürsten aus der Familie auch die bedeutendsten Mitglieder des Geschlechtes ihre letzte Ruhe fanden. Die erwähnten drei Trautson, die eine Standeserhöhung für das Geschlecht erhalten hatten, erhielten außerdem prunkvolle Grabmäler im Chor der Michaelerkirche.

Nach dem Aussterben der Trautson im Mannesstamm gingen der Besitz und die Erbmarschallwürde von Tirol schließlich an die Familie Auersperg über. Eine Tochter des 2. Fürsten Trautson (Maria Josepha Rosalia, 1724-1792) hatte 1744 den 1791 zum Reichsfürsten erhobenen Karl Auersperg geheiratet, dessen Stiefmutter eine Tochter des 1. Fürsten Trautson gewesen war. Der aus ihrer Ehe stammende Karl II. Auersperg wurde nach dem Tod seines Großvaters zum Haupterben des Trautson'schen Vermögens, nahm den Namen "Auersperg-Trautson" an und starb 1822.

Wappen

Das Wappen der Trautson war geviert mit Herzschild: In Blau ein silbernes Hufeisen (= Trautson); 1 in Gold ein gekrönter schwarzer Doppeladler mit dem goldenen Buchstaben "R" (= Rudolf II.) auf der Brust; 2 in Rot ein silberner Querbalken, belegt mit einem auf einem spitzen Felsen sitzenden Falken (= Falkenstein); 3 in Silber ein rotbewehrter schwarzer Hahn auf schwarzem Felsen (= Sprechenstein); 4 in Gold ein aus roten Feuerflammen wachsender natürlicher Steinbock (= Schrofenstein). Fürstenhut- und mantel.

Berühmte Trautson

  • Johann II. († 1531), Oberst-Erblandmarschall der gefürsteten Grafschaft Tirol
  • Johann III. (* um 1509, † 1589), Staatsmann, 1. Freiherr aus der Familie Trautson
  • Paul Sixt III. (* um 1550, † 1621), Staatsmann, 1. Graf aus der Familie Trautson
  • Ernst (* 1633, † 1702), Fürstbischof von Wien
  • Paul Sixt V. (* 1635, † 1678), Diplomat
  • Johann Leopold Donat (* 1659, † 1724), 1. Fürst aus der Familie Trautson
  • Johann Wilhelm (* 1700, † 1775), 2. Fürst aus der Familie Trautson
  • Kardinal Johann Joseph (* 1707, † 1757), Fürsterzbischof von Wien

Literatur

  • Franz Hadriga: Die Trautson. Paladine Habsburgs. Styria, Graz u. a. 1996, ISBN 3-222-12337-3
  • Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Auflage, Wien 1992, S. 293.

Weblinks

 Commons: Trautson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien