Trude Marlen

Trude Marlen, eigentlich Gertrude Albach[1] (* 7. November 1912 in Graz als Gertrude[1] „Trude“ Marlen Posch[2]; † 9. Juni 2005 in Wien) war eine österreichische Schauspielerin.

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Leben

Trude Marlen Posch wurde als Tochter eines österreichischen Gutsbesitzers geboren. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Cecilia und ihrer Schwester Grete wuchs sie in ihrer Geburtsstadt Graz auf. Dort bekam sie auch privaten Schauspielunterricht bei Lori Weiser. Anschließend folgten Bühnenengagements in Brünn, Berlin und Wien. Trude Marlen, wie sie sich dann als Künstlerin nannte, wurde zu einer vielbeschäftigten Darstellerin am Theater, wie auch ab 1933, als sie ihr Spielfilmdebüt gab, auf der Leinwand.[3]

Bis in die 1940er-Jahre hinein drehte sie als UFA-Star zumeist leichte Unterhaltungsfilme, bei denen oft Willi Forst ihr Partner war. Ab 1943 lebte sie mit dem Schauspieler Wolf Albach-Retty (1906–1967), Vater von Romy Schneider, zusammen. Nach dessen Scheidung[4] von seiner ersten Frau Magda Schneider, heiratete er Trude Marlen im Jahr 1947.[3] Wie alle zu der Zeit lebenden Familienmitglieder der Schauspielerdynastie Albach-Retty war auch sie, die zweite Ehefrau des frühen Fördermitglieds der SS und NSDAP-Mitglieds Wolf Albach-Retty, begeisterte Anhängerin von Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus. Bei Hitler genoss sie höchste Wertschätzung und durfte sich „als eine der wenigen Auserwählten persönlich an ihn wenden, wenn es ihr an Rollen mangelte“. Da sie jedoch ab 1933 schnell Karriere machte, benötigte sie die persönliche Förderung des „Führers“ nicht. In Berlin wurde sie „als »deutsche Antwort auf Jean Harlow« gehandelt“. Von 1941 bis 1945 gehörte sie dem Ensemble des renommierten Wiener Burgtheaters an.[5]

Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte sie vorwiegend Theater. So gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Kleinen Komödie in Wien, an der sie in den 1970er- und 80er-Jahren eine umfangreiche Tätigkeit entfaltete. Daneben gab sie zahlreiche Gastspiele mit Tourneebühnen. Im Film trat sie hingegen zwar nur noch sporadisch, dafür bis ins hohe Alter hinein in Erscheinung. So spielte sie 2001 neben Leon Askin in der Produktion Ene mene muh und tot bist du. Für beide Altstars sollte es der letzte Filmauftritt werden.

Trude Marlen starb am 9. Juni 2005 im Alter von 92 Jahren. Wie ihre bereits am 17. August 1997 verstorbene Zwillingsschwester und Schauspielerin Cecilia Maximiliane Brantley, wurde auch sie im Ehrengrab ihres Mannes Wolf Albach-Retty und ihrer Schwiegermutter Rosa Albach-Retty (1874–1980) auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.[1]

Ihre Schwester Grete Posch war die erste Ehefrau des österreichischen Tenor und Komponisten, Kammersänger Anton Maria Topitz (1887–1948).[6] Marlen und Topitz waren Bewohner in der Künstlerkolonie Berlin.

Filmografie

  • 1933: Des jungen Dessauers große Liebe
  • 1934: Die Liebe siegt
  • 1934: Spiel mit dem Feuer
  • 1935: Ehestreik
  • 1935: Der Favorit der Kaiserin
  • 1936: Die klugen Frauen
  • 1936: Der verkannte Lebemann
  • 1936: Schabernack
  • 1936: Hummel – Hummel
  • 1936: Romanze
  • 1937: Meine Frau, die Perle
  • 1937: Sherlock Holmes und die graue Dame
  • 1939: Paradies der Junggesellen
  • 1939: Ich bin Sebastian Ott
  • 1940: Operette
  • 1943: Fahrt ins Abenteuer
  • 1943: Die beiden Schwestern
  • 1947: Wer küßt wen?
  • 1951: Wenn eine Wienerin Walzer tanzt
  • 1952: Abenteuer in Wien
  • 1953: Ich und meine Frau
  • 1956: Ein tolles Hotel
  • 1959: Die gute Sieben
  • 1967: Heubodengeflüster
  • 1971: Der Goldmacher (Serie Der Kurier der Kaiserin)
  • 1988: Borderline
  • 2001: Ene mene muh und tot bist du

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Gräberdatenbank der Friedhöfe Wien. Abgerufen am 21. Mai 2012.
  2. Wolfgang Jacobsen: Posch, Trude Marlen, Erwähnung in: Schneider, Romy. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, S. 306 (Digitalisat).
  3. a b Stephanie D'heil: Trude Marlen. Biografie in: steffi-line.de. Abgerufen am 21. Mai 2012.
  4. Anm.: Die Scheidung Albach-Rettys von Magda Schneider erfolgte nach verschiedenen Quellen im Jahr 1945 oder 1946 oder 1947.
  5. Georg Markus: Was uns geblieben ist, 2010, S. 75f.
  6. Topitz, Anton Maria (eig. Anton Matthias). Eintrag in: Österreichisches Musiklexikon, Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.