Turmöl

Turmöl
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Rechtsform GmbH
Sitz Wels, Österreich

Leitung

Branche Mineralölhandel
Website www.turmoel.at

Turmöl ist eine Tankstellenmarke der Doppler-Gruppe mit Sitz in Wels. Mit 87 Tankstellen (Stand: Dezember 2011)[1] ist die Diskont-Marke in allen österreichischen Bundesländern außer Tirol und Vorarlberg vertreten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Marke Turmöl wurde in den späten 1940er-Jahren von der russischen Besatzungsmacht zur Versorgung der Bevölkerung mit Mineralölprodukten gegründet. Zu Beginn firmierte das Unternehmen unter der Bezeichnung Zum roten Turm. Die Sowjets hatten über 300 ehemals deutsche Betriebe mit 60 000 Beschäftigten beschlagnahmt und in eigener Verwaltung weitergeführt. Ein Teil dieser Unternehmen wurde an Strohmänner verkauft, die diese als Treuhänder für die Kommunistische Partei Österreichs verwalteten. Die Treuhandverträge wurden geheim gehalten. Die Kommunistische Partei trat selbst niemals in ihren Firmen auf. Die Treuhandvertrag regelten, dass die Stohmänner "keinerlei vermögensrechtliche Ansprüche welcher Art auch immer" zu erheben, stets nach den Weisungen der Kommunistischen Partei zu handeln und "alle Gewinne" an die wahre Eigentümerin abzuliefern hatten. Für diese Strohmannrolle wurde ein attraktives Gehalt gezahlt. Die KPÖ verfügte damit über Finanzmittel in vielfacher Millionenhöhe.

Die verschleierte Eigentümerstruktur der Turmöl wurde 1980 publik. 1979 wollte die KPÖ die Turmöl, deren Wert mit 70 Millionen Mark (in heutiger Kaufkraft 74 Millionen Euro) angegeben wurde, verkaufen. Die Firma deckte damals 80 Prozent des privaten Heizölbedarfs in Österreich ab und verfügte über ein Netz von 50 Tankstellen. Der Strohmann Martin Maimann weigerte sich jedoch (trotz einer Abfindung von 3 Millionen Mark) der Transaktion zuzustimmen und erklärte, die Firma gehöre ihm und seine Zahlung an die KPÖ seien immer freiwillig erfolgt.

Die KPÖ gab wegen der Höhe des Wertes ihre Tarnstrategie auf und ging vor Gericht.[2]

Eine Turmöl Tankstelle

Im Jahre 2003 wurde Turmöl mit allen bestehenden Tankstellen-Standorten von der Doppler-Gruppe übernommen und als Diskonttankstelle positioniert.[3] 2007 fand ein vollständiger Marken-Relaunch statt. Key-Visual des damaligen Designs war eine sprechende Zapfsäule in unterschiedlichen Varianten.

Ab 2009 startete eine Kooperation mit dem österreichischen Handelsunternehmen Spar. Unter der Marke SPAR express finden sich seither zahlreiche Supermärkte an den Turmöl-Tankstellen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2010 intensiviert und auch auf andere Doppler-Tankstellen umgelegt.[4]

2011 wurde erneut eine Überarbeitung des Markenauftritts vorgenommen.

Produkte

Turmöl bietet an allen Tankstellen Super Benzin (95 Oktan) und Diesel an. An einigen Standorten ist auch Super plus (98 Oktan) erhältlich. Seit 2011 testet die Doppler-Gruppe an 11 Turmöl-Tankstellen Diesel-Treibstoff ohne biogene Beimengung unter der Bezeichnung Turmöl Racing Diesel.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Turmöl-Tankstellen. Website von Turmöl. Abgerufen am 23. Dezember 2011.
  2. Der Spiegel vom 7. Dezember 1981: "Rote Kohlen"
  3. Geschichte der DOPPLER Gruppe. Website der Doppler-Gruppe. Abgerufen am 23. Dezember 2011.
  4. SPAR express Tankstellenshops starten mit Expansion. Website der Doppler-Gruppe. Abgerufen am 23. Dezember 2011.