Turnerkamp

Turnerkamp
vom Rossrückengrat aus gesehen, rechts die Rossruggspitze; davor das Hornkees

vom Rossrückengrat aus gesehen, rechts die Rossruggspitze; davor das Hornkees

Höhe 3418 m ü. A.
Lage Grenze von Nord- zu Südtirol, Zillertaler Hauptkamm
Gebirge Zillertaler Alpen
Geographische Lage 46° 59′ 26″ N, 11° 48′ 33″ O46.99055555555611.8091666666673418Koordinaten: 46° 59′ 26″ N, 11° 48′ 33″ O
Turnerkamp (Tirol)
Turnerkamp
Gestein alpiner Zentralgneis
Erstbesteigung In den 1860er Jahren durch Johann Kirchler aus Luttach (nicht eindeutig belegt), oder 1872 durch W. H. Hudson, C. Taylor und R. Pendlebury
Normalweg durch die Südwestflanke von der Chemnitzer Hütte oder der Berliner Hütte als Hochtour

Der Turnerkamp (italienisch: Cima di Campo) ist mit 3418 Metern der fünfthöchste Berg im Hauptkamm der Zillertaler Alpen. Er liegt genau auf der Staatsgrenze zwischen Österreich, Bundesland Tirol, und Italien, Autonome Provinz Bozen-Südtirol. Zuerst bestiegen wurde er in den 1860er Jahren von einem einheimischen Bauern mit dem Namen Johann Kirchler aus Luttach im Ahrntal. Die erste touristische Begehung erfolgte 1872 durch die englischen Bergsteiger W. H. Hudson, C. Taylor und R. Pendlebury, geführt von Gabriel Spechtenhauser und Georg Samer.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung

Der Turnerkamp liegt etwa acht Kilometer Luftlinie nördlich von Lappach im Lappacher Tal und 12 Kilometer südlich vom Mayrhofener Ortsteil Ginzling. Er besitzt durch seine Höhe und massive Ausdehnung eine große geografische Dominanz. Benachbarte Gipfel sind im Osten die 3146 Meter hohe V. Hornspitze und im Westen, getrennt durch die Rossruggscharte (3229 m) die Rossruggspitze mit 3304 Metern Höhe. Nach Norden fällt der Turnerkamp über den Gletscher Hornkees zur Schwarzensteinalpe (2050 m) im Bereich der Berliner Hütte ab, nach Süden hin läuft ein langer Südgrat mit dem Inneren Sattelnock (Schneenock) (3073 m) hinab auf die in 2853 Metern Höhe gelegenen Pfaffenscharte. Dieser Südgrat, Sattelschneid genannt, trennt die beiden Gletscher Östlicher Nöfesferner (westlich gelegen) und das östlich des Grats gelegene Trattenbachkees voneinander. Nördlich des Turnerkamps liegt das Hornkees.

Stützpunkte und Routen

Der Weg der englischen Alpinisten am 25. Juni 1872 begann um vier Uhr morgens an der Waxeckalpe und führte in südlicher Richtung über das Waxeckkees, über eine Einschartung des Rossrugg auf das obere Hornkees und über die Rossruggscharte südlich unterhalb des Westgrats zum Gipfel, der um neun Uhr erreicht wurde.[2]

Der heutige Normalweg auf den Turnerkamp, führt durch die Südwestflanke. Der Ausgangspunkt ist hier die Chemnitzer Hütte (Rifugio Giovanni Porro) auf 2419 Metern Höhe, oberhalb von Weißenbach im Ahrntal. Von der Hütte aus führt ein mit Steinmännchen markierter Weg in nördlicher Richtung über die westliche Seitenmoräne des Östlichen Nevesferner. Dann geht es als Hochtour, mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung, über den östlichen Bereich des Gletschers am Turnerkamp-Südgrat vorbei Richtung Rossruggscharte. Dann verläuft die Tour nach rechts durch Rinnen (Steinschlaggefahr) über die Südwestflanke in mäßig schwieriger Kletterei im UIAA-Grad II steil zum Gipfel. Die Gehzeit beträgt laut Literatur fünf Stunden. Auch von der Berliner Hütte (2042 m) kann der Turnerkamp bestiegen werden. Von hier führt ein rot markierter Weg in südlicher Richtung östlich entlang des Rossruggens (Rossrücken) hinauf über den oberen Teil des Hornkees (Hochtour) zur Rossruggscharte, dann wie oben über die Südwestflanke zum Gipfel in laut Literatur sieben Stunden.[3]

Literatur und Karte

Einzelnachweise

  1. Carl Diener in Eduard Richter: Die Erschliessung der Ostalpen, III. Band, Berlin 1894, S. 38 ff.
  2. The Alpine Journal, Band VII, London 1875, S. 49
  3. Heinrich Klier, Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen, München 1996, S. 271 ff., Rz 1335 ff.

Weblinks

 Commons: Turnerkamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien