Ulrich H. J. Körtner

Ulrich Heinz Jürgen Körtner (* 16. April 1957 in Hameln) ist ein österreichischer evangelischer Theologe und Medizinethiker.

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Leben

Körtner wuchs in Enger/Westfalen auf. Er studierte in Bethel, Münster und Göttingen. Promotion (1982) und Habilitation (1987) erfolgten an der Kirchlichen Hochschule Bethel. Seine Dissertation schrieb Körtner über Papias von Hierapolis, seine Habilitation über die Apokalyptik. Von 1990 bis 1992 wirkte er als Studienleiter an der Evangelischen Akademie Iserlohn. Seit 1992 ist er Ordinarius für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Gleichzeitig ist er Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien.

Neben der Medizinethik liegt ein Schwerpunkt von Körtners Arbeit auf dem Gebiet der Hermeneutik, ein weiterer auf dem Gebiet der Ökumene. Körtner ist Mitbegründer der Rudolf-Bultmann-Gesellschaft für Hermeneutische Theologie (Vorsitzender 1998–2008). 2001 wurde er „für sein Auftreten in der öffentlichen Debatte, seine zahlreichen Beiträge und seine stete Bereitschaft zum Kontakt mit Medien“ vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten in Österreich als Wissenschaftler des Jahres ausgezeichnet. 2010 wurde ihm von der Faculté libre de Théologie Protestante de Paris die Ehrendoktorwürde verliehen.[1]

Körtner ist Mitglied des Johanniterordens und seit 2012 Ordenspfarrer der Kommende Österreich sowie Bundespfarrer der Johanniter-Unfallhilfe Österreich

Schriften

  • Papias von Hierapolis. Ein Beitrag zur Geschichte des frühen Christentums (FRLANT 133), Göttingen 1983
  • Weltangst und Weltende. Eine theologische Interpretation der Apokalyptik, Göttingen 1988
  • Der inspirierte Leser. Zentrale Aspekte biblischer Hermeneutik, Göttingen 1994
  • Theologie des Wortes Gottes. Positionen – Probleme – Perspektiven, Göttingen 2001
  • Religion und Gewalt. Zur Lebensdienlichkeit von Religion in ihrer Ambivalenz, in: Adel Theodor Khoury, Hans-Peter Müller (Hrsg.): Krieg und Gewalt in den Weltreligionen. Fakten und Hintergründe, Freiburg im Breisgau 2003, S. 99 - 124.
  • Grundkurs Pflegeethik (UTB 2514), Wien 2004; 2. überarb. u. erw. Aufl. Wien 2012
  • Wohin steuert die Ökumene? Vom Konsens- zum Differenzmodell, Göttingen 2005
  • „Lasset uns Menschen machen“. Christliche Anthropologie im biotechnologischen Zeitalter, München 2005
  • Einführung in die theologische Hermeneutik, Darmstadt 2006
  • Ulrich H.J. Körtner/Marianne Popp (Hrsg.): Schöpfung und Evolution - zwischen Sein und Design. Neuer Streit um die Evolutionstheorie, Wien 2007
  • Evangelische Sozialethik. Grundlagen und Themenfelder, 2., erw. und überarbeitete Auflage (UTB 2107), Göttingen 2008
  • Leib und Leben. Bioethische Erkundungen zur Leiblichkeit des Menschen (APTLH 61), Göttingen 2010
  • Freiheit und Verantwortung. Studien zur Grundlegung theologischer Ethik (SThE 90), 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Fribourg/Freiburg i.Br. 2010
  • Reformatorische Theologie im 21. Jahrhundert (ThSt NF 1), Zürich 2010
  • Gottes Wort in Person. Rezeptionsästhetische und metapherntheoretische Zugänge zur Christologie, Neukirchen-Vluyn 2011

Einzelnachweise

  1. Universität Wien: Französische Ehrendoktorwürde für Ulrich Körtner. Abgerufen am 1. Juni 2010.

Weblinks