Ulrichskirche (Weitersfelden)

St. Ulrich

Die Pfarrkirche St. Ulrich ist eine römisch-katholische Kirche in der Marktgemeinde Weitersfelden im Mühlviertel in Oberösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1300 wird für den Standort der Kirche eine Holzkirche als herrschaftliche Eigenkirche zur Sicherung von Einfluss und Nutzungsrechten eines Grundherrn angenommen.[1] Es gab 1706, 1784 und 1853 Ortsbrände. Erstmals findet sich eine einfache Skizze der Kirche mit Zwiebelturm 1718 in einem Regulierungsplan der Aist.[2] Eine Kohlezeichnung aus 1886 zeigt die Kirche mit Spitzhelmturm.

Kirchenbau

Die Kirche steht auf einer Terrainstufe nördlich des Straßenplatzes von Weitersfelden und war anfangs von einem Friedhof umgeben. Der Friedhof wurde 1801 in den Süden des Ortes verlegt. 1972 wurde eine breite Freitreppe vom Straßenplatz zum Südportal der Kirche errichtet.

Der Chor ist aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Langhausmauern im Norden, Westen und Osten beinhalten Reste eines Vorgängerbaues. Der grundlegende Umbau des damit quadratischen Langhauses durch eine Erweiterung nach Süden erfolgte um 1500. Das spätgotische Langhaus als annähernd quadratischer zweijochiger zweischiffiger Raum mit zentrierendem Sternrippengewölbe über einer mittigen Stütze, seit 1971/72 Betonstütze, ist für das Mühlviertel bemerkenswert singulär. Der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert wurde im Ende des 19. Jahrhunderts im oberen Bereich erneuert. Von 1971 bis 1972 wurde nach den Plänen des Architekten Anton Zemann das Langhauses nach Westen erweitert und eine Sakristei angebaut. Der zum Langhaus gleich breite westliche Zubau erforderte die Auflösung der westlichen Langhauswand, wobei nun zwei Pfeiler in Endpunkten des Sternrippengewölbes stehen und im mittleren Bereich ab der Höhe der Empore die historische Westwand erhalten wurde. Der spätgotische Triumphbogen als Verbindung vom Langhaus zum Chor ist aufgrund der Erweiterung des Langhauses nach Süden nun asymmetrisch situiert. Der einjochige Chor mit Fünfachtelschluss ist mit zwei runden Schlusssteinen kreuzrippengewölbt und im Polygon mit Stichkappen barockisiert. Der Turm mit einem Aufbau aus zwei Zonen steht in der südlichen Ecke von Langhaus und Chor. Östlich des Turmes und südlich des Chores steht der Sakristeianbau, analog dem Chor mit polygonalem Abschluss.

Einrichtung

Die neogotische Einrichtung aus 1878 wurde im Jahre 1933 wieder entfernt und teilweise in der Kapelle in Knaußer eingebaut. Die Einrichtung wurde 1933 im Stil des Barock erneuert. 1972 wurde nach der Verlängerung des Kirchenschiffes die Einrichtung der Pfarrkirche völlig neu gestaltet. Orgel und Chor wurden in den Anbau zurückverlegt und damit der gotische Feierraum freigelegt. Die barocke Altarbilderwand aus dem Jahre 1933 wurde bis auf den Altartisch mit Tabernakel nicht mehr aufgebaut. Die Seitenaltäre (Bricciusaltar und Marienaltar) wurden generalsaniert. Die letzte Innen- und Außenrenovierung der Weitersfeldner Pfarrkirche zum Heiligen Ulrich wurde 2012 abgeschlossen. Bischof Dr. Ludwig Schwarz segnete die Kirche und den völlig neu gestalteten Kirchenplatz. Die Dombauhütte Linz renovierte fachgerecht das sehenswerte Südportal aus dem Jahre 1480.

Literatur

  • Rudolf Zinnhobler: Bistumsorganisation. Entstehung der Pfarren des Bistums Passau. In: Ludwig Riepl (Hrsg.): Weitersfelden. Ein heimatkundliches Lesebuch und eine Ortschronik. Marktgemeinde Weitersfelden, Plöchl-Verlag, Weitersfelden 1997.
  • Dehio Mühlviertel 2003, Weitersfelden, Pfarrkirche hl. Ulrich, S. 954ff.
  • Ludwig Riepl: Die Pfarrkirche St. Ulrich und die Pfarrgeschichte von Weitersfelden. Vorwort vom Bürgermeister Franz Xaver Hölzl, Grußwort vom Pfarradministrator Ireneusz Dziedzic, Gestalter Klaus Preining, Lektorin Anna Dietscher, Kirchenführer, Eigenverlag der Pfarre Weitersfelden, Weitersfelden 2012.
  • Ludwig Riepl: Pfarrkirche Weitersfelden. S. 109–118.
  • Ludwig Riepl: Die Pfarrer der Pfarre Weitersfelden von 1337 bis 2000. S. 118–121.
  • Ludwig Riepl: Finanzielle Situation der Pfarre Weitersfelden. Archiv, Pfarrbesitz, Pfarreinkünfte, S. 121–124.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rudolf Zinnhobler, siehe Literatur
  2. Aistregulierungsplan im Archiv vom Schloss Schwertberg

48.47766514.72831Koordinaten: 48° 28′ 40″ N, 14° 43′ 42″ O