United Nations Peacekeeping Force in Cyprus

UNFICYP
Einsatzgebiet Zypern
Deutsche Bezeichnung Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern
Englische Bezeichnung United Nations Peacekeeping Force in Cyprus
Basierend auf UN-Resolution 186 (4. März 1964)
Weitere UN-Resolutionen 1986 (13. Juni 2011)
Ende andauernd
Leitung Lisa Buttenheim (USA) seit 1. Mai 2010
Todesfälle 176
Lage des Einsatzgebietes

Die englisch United Nations Peacekeeping Force in Cyprus, kurz UNFICYP, deutsch Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern, wurde auf Basis der Resolution 186 des UN-Sicherheitsrates vom 4. März 1964 geschaffen, um im Konflikt auf der Mittelmeerinsel Zypern ein Wiederaufflammen der Kampfhandlungen zwischen der griechischen und der türkischen Volksgruppe zu verhindern sowie Recht und Ordnung wiederherzustellen.

Seit der Verschärfung des Konfliktes im Jahr 1974 überwacht die UN-Friedenstruppe das Waffenstillstandsabkommen vom 16. August 1974 und die zu einer Pufferzone erweiterte Waffenstillstandslinie.

Das Mandat der UNFICYP wird seitdem vom Sicherheitsrat immer wieder verlängert; in den letzten Jahren erfolgte dies regelmäßig zweimal jährlich für jeweils zusätzliche sechs Monate. Gemäß der Resolution 2058 läuft das derzeitige Mandat bis zum 30. Januar 2013 (Stand: Juli 2012).[1]

Das Hauptquartier befindet sich in Nikosia; zudem gibt es größere Camps in Larnaka und Famagusta.

Inhaltsverzeichnis

Personal

Am 1. Mai 2010 übernahm die UN-Beamtin Lisa Buttenheim (USA) als Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs die Leitung der UNFICYP von ihrem Vorgänger Tayé-Brook Zerihoun (Äthiopien) [2]. Die militärische Leitung hat seit 1. Januar 2011 Generalmajor Chao Liu (China) [3] inne.

Die Zahl der anfangs über 6.000 Blauhelmsoldaten ist inzwischen auf unter 1.000 gesunken: 2008 gehörten der Mission noch 960 Personen an, davon 857 Truppenangehörige, 66 Polizisten und 37 zivile Mitarbeiter. Von den insgesamt 14 Staaten, die Truppen für diesen Einsatz stellen, kommen aus Argentinien 294, aus Großbritannien 273 und aus der Slowakei 196 Soldaten.

Verluste: 176 Personen, davon 167 Militärangehörige, 3 Polizeieinheiten, 4 internationale und 2 lokale zivile Beamte. (Stand: 2008)

Finanzierung

Teil der UN-Pufferzone in der Altstadt von Nikosia

Das Budget für den Zeitraum 1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012 betrug 58.204.247 US-Dollar.[2] Finanzierungsprobleme seit Anbeginn sind Hauptgrund für den anhaltenden Truppenabzug. Im Gegensatz zu vergleichbaren UNO-Friedensmissionen, die durch Pflichtbeiträge aus dem ordentlichen UN-Haushalt finanziert werden, war für den Einsatz der Blauhelme auf Zypern ein Finanzierungsschema entworfen worden, das allein auf freiwilligen Beitragsleistungen beruhte. Griechenland und die Türkei zahlten eine Hälfte der anfallenden Kosten, die Entsenderstaaten 70 Prozent der zweiten Hälfte. Die übrigen 30 Prozent sollten durch freiwillige Beitragszahlungen anderer UNO-Mitgliedsländer gedeckt werden.

Die Kosten für die UN-Operation betrugen im Zeitraum von 1978 bis 1992 rund 144 Millionen US-Dollar.

Pufferzone

Von den UN kontrollierte Pufferzone (hellblau)

Als Zypern 1974 in einen südlichen und einen von der türkischen Armee besetzten Nordteil getrennt wurde, kam es zu einer Verschärfung des Konfliktes zwischen Griechenland und der Türkei, da es auch um territoriale Ansprüche im östlichen Mittelmeer ging.

In der Altstadt von Nikosia ist die Waffenstillstandslinie nur sechs Meter breit, in ländlichen Gebieten stellenweise sieben Kilometer. Insgesamt beläuft sich die Fläche der neutralisierten Zone auf drei Prozent der gesamten Inselfläche Zyperns. Die Länge der Waffenstillstandslinie beträgt 180 Kilometer und reicht im Westen von Kato Pyrgos weiter nach Famagusta im Osten. Diese Greenline darf auf keiner Seite verändert werden, obwohl immer wieder versucht wurde, kleine Veränderungen durchzuführen.

Diese so genannte Pufferzone ist in drei Sektoren unterteilt. Sektor 1 erstreckt sich von Kato Pyrgos bis Nikosia, Sektor 2 bildet die Hauptstadt Nikosia und Sektor 4 (nicht 3) wird die Zone zwischen Nikosia und Famagusta genannt.

Observer Points

Observer Point 65 (Paphos Gate) in der Altstadt von Nikosia

Entlang der Waffenstillstandslinie wurden sogenannte OPs (Observer Points) eingerichtet, um das Überwachen des Waffenstillstandsabkommens rund um die Uhr zu erleichtern. Zusätzlich werden noch Patrouillen zu Fuß und mit Fahrzeugen durchgeführt.

Bei den OPs wird zwischen fixen OPs und OPTs (für temporary) unterschieden. Letztere werden nur bei Patrouillenfahrten angefahren und für eine gewissen Zeitspanne (bis zu einer Stunde) bemannt. Auf einem OP befindet sich eine Gruppe (nach anglo-amerikanischen Maßstab sechs Mann), die dort eine Unterkunft (teilweise Container aufgeteilt in sogenannte „Cabins“, teilweise in gemauerten Gebäuden), Wohnräume und eine Sentry-Box unterhalten. Die meisten OPs sind leicht bewehrt (Stacheldrahtzaun, Sandsackstellungen) und leicht bewaffnet (maximal zwei MGs).

Die OPs und OPTs sind durchnummeriert (bis OP-146 am östlichsten Punkt der Pufferzone) und werden von der Mannschaft meist aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Lage benannt.

Einzelnachweise

  1. Text der Resolution auf der Website der Vereinten Nationen. Abgerufen am 20. Juli 2012.(englisch)
  2. [1]

Weblinks

 Commons: UNFICYP – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien