Unterbergla

Unterbergla
Wappen von Unterbergla
Unterbergla (Österreich)
Unterbergla
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 22,99 km²
Koordinaten: 46° 49′ N, 15° 19′ O46.8115.314444444444382Koordinaten: 46° 48′ 36″ N, 15° 18′ 52″ O
Höhe: 382 m ü. A.
Einwohner: 1.372 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 59,68 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8522
Vorwahl: 03464
Gemeindekennziffer: 6 03 39
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterbergla 43
8522 Unterbergla
Website: www.unterbergla.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Josef Aldrian (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
10 ÖVP, 5 SPÖ
Lage der Gemeinde Unterbergla im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Unterbergla im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Unterbergla ist eine Gemeinde mit 1372 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Unterbergla liegt in der Weststeiermark im mittleren Laßnitztal südlich des Flusses Laßnitz. Ihr Gebiet erstreckt sich auf den Höhenzug der Gleinz.

Katastralgemeinden sind Grub bei Groß Sankt Florian, Hasreith, Mönichgleinz, Michlgleinz, Nassau, Sulzhof und Unterbergla.

Nachbargemeinden

Groß Sankt Florian Wettmannstätten
Frauental an der Laßnitz Nachbargemeinden
Sankt Martin im Sulmtal Pistorf Sankt Andrä-Höch

Geschichte

In Unterbergla liegen eine Reihe von archäologischen Fundstellen, welche die Besiedlung des Gebietes mindestens seit der Jungsteinzeit dokumentieren. Ausgrabungen in Grub und Unterbergla legten 2008 eine Siedlungsschicht aus der Bronzezeit und einen Hausgrundriss frei.[1] Weiterer Anlass für archäologische Funde waren die Arbeiten an den Erdöl- und Erdgaspipelines (AWP und TAG), die das Gemeindegebiet durchqueren.[2]

Der Name Hasreith ist 1390 als Rasrewt belegt. Der Name wird als zusammengesetztes Wort, als „slawisch-deutsches Mischkompositum“ gesehen. Seine zweite Silbe wird von einer Rodung abgeleitet. Seine erste Silbe wird nicht auf Hasen zurückgeführt, sondern auf das slawische Wort raz, das ebenfalls einen (Holz-)Schlag, eine Rodungsstelle bezeichnet.[3]

Das Gebiet von Unterbergla war Teil der Mark an der Mur, die 1122 zum Kernland der Steiermark und 1180 als Herzogtum Steiermark von Bayern getrennt wurde. Vor 1192 wurde das Gebiet durch die Familie der Otakare regiert, danach gehörte es, soweit es nicht Besitz des Fürsterzbistums Salzburg war, aufgrund der Erbfolgeregeln der Georgenberger Handfeste zum Herrschaftsbereich der Babenberger als Herzöge der Steiermark.

In der Katastralgemeinde Sulzhof wurden Hinweise auf eine Gebäudeanlage aus der damaligen Zeit gefunden. Im Jahr 1209 wird ein Otto von Sulz genannt, 1347 ein Irg von Sulz. Am Ende des 15. Jahrhunderts gehörte das Anwesen der Familie der Lemsitzer, danach durch Heirat und Erbschaft den in der Umgebung ebenfalls begüterten Familien der Hollenegger und Galler. Zum Hof gehörten Untertanen in den umgebenden Gebieten wie in Waldschach, Petzelsdorf, Gleinz, Lassenbert, Obergreith, Dörfl und Hasreith.[4] Der Sulzhof lag in der Umgebung des Bauernhofes vlg. Schneiderhoisl auf einem kleinen Höhenrücken beim Grundstück Nr. 341/2 KG 61060 Sulzhof.[5] Dieses Grundstück ist im Flächenwidmungsplan als archäologische Bodenfundstätte ausgewiesen,[6] in den Zusammenstellungen des Bundesdenkmalamtes über denkmalgeschützte Objekte in Unterbergla ist es jedoch nicht angeführt. Auf ihm befindet sich ein ca. 50 mal 20 Meter großes Plateau, es sind nur mehr Steinblöcke, Mörtelspuren und Geländeformen dokumentiert, die auf eine Gebäudeanlage hindeuten, Mauern sind nicht mehr erkennbar. In den Jahren um 1711/12 sollen die Reste des Baues abgetragen und für den Umbau der Kirche von Groß St. Florian verwendet worden sein.[7]

Von 1282 bis 1918 stand das Gebiet im Wesentlichen unter der Herrschaft der Habsburger, es gehörte aber von 1477 bis 1490 zum Herrschaftsbereich von Matthias Corvinus. Wie viele Gebiete der Steiermark hatte es auch unter den osmanischen Überfällen in den Jahren 1529 und 1532 zu leiden.

Am 6. November 1918 kam Unterbergla als Teil der Steiermark zur Republik Deutsch-Österreich. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam er zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war er Teil der Britischen Besatzungszone in Österreich.

Anhöhe im Süden der Gemeinde (bis ins 18. Jhdt. Standort des ehemaligen Sulzhofes)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wappen

Die Wappenbeschreibung (Blasonierung) lautet: „In Gold ein goldgezierter blauer Karpfen aus dessen Rückenflosse ein goldgeziertes blaues Pfauenrad wächst.“

Bei der Gestaltung des Gemeindewappens wurde vom Wappen der aus dem Gleinzer Bergland stammenden Familie der Gleinzer ausgegangen, die einen sogenannten oberhalben Pfau im silbernen Schild führten. Da die Teichwirtschaft im Gemeindegebiet zumindest bis in die Zeit der Anfänge der modernen Gutswirtschaft (16. Jhdt.) im Gemeindegebiet zurückreicht und noch heute die Karpfenzucht von Bedeutung ist, erschien die Aufnahme des Karpfens im Wappen sinnvoll. Die Farbe Blau wurde für den Karpfen gewählt. Der farbliche Haupteindruck eines Pfaues ist ebenfalls blau. Da Gold ein warmes Metall ist, wurde eine Ausgeglichenheit zur kalten Farbe Blau erreicht.

Die sieben Pfauenfedern stellen die sieben Katastralgemeinden der Gemeinde dar. Durch die Art, die Pfauenfedern aus der Rückenflosse bzw. aus der Schwanzflosse des Karpfens wachsen zu lassen wurde eine enge Verbindung der Gegenwart mit der Vergangenheit hergestellt.

Die Verleihung erfolgte durch Verordnung der steiermärkischen Landesregierung mit Wirkung vom 1. Juni 1988.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Die Zahl der Einwohner im Gebiet von Unterbergla hat sich in den letzten 150 Jahren nicht wesentlich verändert, sie liegt bei rund 1400 Personen.


Wirtschaft und Infrastruktur

Die Gemeinde ist vorwiegend bäuerlich strukturiert, wobei der Anteil der Vollerwerbslandwirte unter 10 % gesunken ist. Besonders bekannt ist die Gemeinde für die hohe Anzahl an Teichen, in denen vor allem Karpfen gezüchtet werden. Dies hat sich auch auf das Gemeindewappen niedergeschlagen, welches einen Karpfen mit Pfauenfedern zeigt. Ursprünglich war ein Pfau das Gemeindewappentier.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 10 ÖVP – stellt den Bürgermeister
  • 5 SPÖ – stellt den Gemeindekassier

Bürgermeister

Bürgermeister ist Josef Aldrian von der ÖVP. Sein Vizebürgermeister ist Franz Jöbstl.

Katastralgemeinde Michlgleinz

Michlgleinz ist ein kleines Dorf mit 81 Haushalten. Es liegt an der Gemeindegrenze zu Wettmannstätten und Groß Sankt Florian und an der Bezirksgrenze zum Bezirk Leibnitz. Das Ortszentrum bildet eine Kapelle, das Feuerwehrhaus und das Gemeindehaus. Das Dorf bietet viele Freizeitangebote: So gibt es ein Freibad, eine Tennisanlage (2 Sandplätze), einen Fußballplatz, einen Mehrzweckplatz für diverse Veranstaltungen (ca. 1800 m² groß) und ein Gasthaus (Pizzeria Stoiser). Eine weitere Attraktion ist der Pferdehof Scheier. Die Ortsfeuerwehr zählt 122 Mitglieder und ist somit die mannstärkste Feuerwehr im Bezirk. Neben den Einsätzen die Menschen, Tiere und Sachgüter gerettet und geschützt haben, veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Michlgleinz jedes Jahr ein dreitägiges Zeltfest.

Weblinks

 Commons: Unterbergla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten

Einzelnachweise

  1. Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 47, Jahrgang 2008. Wien 2009. Seite 541.
  2. Michael Brandl u. a.: Archäologische Untersuchungen an der Adria-Wien-Pipeline im Laßnitztal, Weststeiermark. In: Fundberichte aus Österreich. Band 45, Jahrgang 2006. Wien 2007. Seiten 257-280.
  3. Fritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung „Indogermanistik“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000. ISBN 3-7011-0026-8. S. 249.
  4. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 86.
  5. Schloss Sulzhof Unterbergla 46° 47′ 24″ N, 15° 19′ 53″ O46.7915.331388888889
  6. Digitaler Atlas Steiermark (GIS Steiermark), Kartenservice: Planung & Kataster, flächenhafte Ersichtlichmachung.
  7. Sulzhof In: Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien. ISSN 1011-0062. S. 69.
  8. Verordnung vom 25. April 1988, steiermärkisches Landesgesetzblatt Nr. 31, Jahrgang 1988, 8. Stück, ausgegeben 1. Juni 1988, Seite 40.
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