Unterlaussa (Gemeinden Weißenbach, Weyer)

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Unterlaussa (Ortschaft)
Unterlaussa (Gemeinden Weißenbach, Weyer) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Steyr-Land (SE), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Weyer
Pol. Gemeinde Weyer  (KG Laussa)
Koordinaten 47° 43′ 43″ N, 14° 36′ 38″ O47.72862114.610466475Koordinaten: 47° 43′ 43″ N, 14° 36′ 38″ O
Höhe 475 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 238 (2001)
Gebäudestand 97 (2001)
Postleitzahlenf0 A-8934 Altenmarkt bei St. Gallenf1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 12017
Zählbezirk/Zählsprengel Pichl-Nach d.Enns-Laussa (41522 003)
Enthält neben einigen Orten auch Streubesiedlung Unterlaussa-Zerstreute Häuser
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

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Unterlaussa (Zerstreute HäuserOrtschaft)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Liezen (LI), Steiermark
Gerichtsbezirk Liezen
Pol. Gemeinde Weißenbach an der Enns  (KG Weißenbach an der Enns)
Höhe 550 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 51 (2001)
Gebäudestand 16 (2001)
Postleitzahlenf0 A-8934 Altenmarkt bei St. Gallenf1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15895
Zählbezirk/Zählsprengel Weißenbach an der Enns (61248 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Unterlaussa ist eine Streusiedlung an der Grenze zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Der steirische Teil ist Ortschaft der Marktgemeinde Weißenbach an der Enns, der oberösterreichische Ortschaft des Marktes Weyer.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Unterlaussa liegt am Fuß des Hengstpasses im Tal des Laussabaches an der Landesstraße L 550.

Der Hauptteil des Ansiedlung gehört zu Oberösterreich, und umfasst die Häuser links (nördlich) des Laussabachs. Der Hauptort ist die Rotte Dörfl, um Fuß des Hengstpasses auf 539 m, daneben gibt es talauswärts die Rotten Sonndorf, Hausbauernhöhe, Platzl am Taleingang (welches zu Oberösterreich gehört, aber südlich des Bachs liegt), und Kößl direkt an der Enns, gegenüber von Altenmarkt bei St. Gallen. Der Rest der oberösterreichischen Häuser, die sich auch noch gegen Mooshöhe hinziehen, umfasst die im Tal und Nebental zerstreuten Häuser Unterlaussa-Zerstreute Häuser und Schweigerhäusl und die Höfe Engl, Hinteres Bambachgütl, Hollerthal, Huberbauer, Menauer, Pöglgut, Schildbauer, Seebacher, Tiefenbacher, Waldbauer. Die steierische Talseite umfasst die zerstreuten Häuser Unterlaussa mit Karlmühle und Kremsbichler.

Außerdem liegen im oberösterreichischen Ortschaftsgebiet die Königbaueralm am Hochkogel (1279 m ü. A.) im Westen, die Menaueralm, die Schüttbaueralm, und die Waldbaueralm am Bodenwies (1540 m ü. A.) im Norden, zwei Erhebungen des Reichraminger Hintergebirges.

Nachbarorte
Mooshöhe/Weißwasser (Gem. Weyer, OÖ.) Schönau an der Enns (bei Kleinreifling, Gem. Weyer, OÖ.)
Nachbargemeinden Altenmarkt bei St. Gallen (Gem., Oö.)
Oberlaussa (Gem. Weyer, OÖ./Weißenbach, Stmk.) Breitau (Gem. Weißenbach, Stmk.) Bichl (Gem. Weißenbach, Stmk.)

Geschichte

Während etwa 800 Jahren wurde im Tal von Unterlaussa Bergbau betrieben. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges reaktivierten die Vereinigten Aluminiumwerke AG (VAW) nördlich des Ortes (am Blahberg im Reichraminger Hintergebirg) den alten Bauxitbergbau für die Flugzeugindustrie.

Bei der entlegenen Grubenanlage entstand die Bergbausiedlung Weißwasser. Zum Abtransport des Rohstoffes errichtete man eine 14 Kilometer lange Materialseilbahn zum Bahnhof Weißenbach-St. Gallen im Ennstal. Mit der Bahn wurde das Bauxit zum Mattigwerk in Ranshofen transportiert und daraus im Elektrolyseverfahren Aluminium hergestellt.

Nach Kriegsende bestand der Bergbau noch bis 1964. Der Preisverfall am internationalen Rohstoffmarkt zwang die damalige Nachfolgefirma der VAW, die Vereinigten Metallwerke Ranshofen-Berndorf (VMW), den Bauxitbergbau zu schließen. Die Bergbauanlagen wurden demontiert und abgerissen, die Materialseilbahn abgebaut und die Siedlung Weißwasser aufgegeben. Das ehemalige Bergbauareal liegt jetzt im Nationalpark Kalkalpen.

In der Folge setzte eine starke Abwanderung aus Unterlaussa ein, die bis heute anhält. Von einst über tausend Einwohnern schrumpfte die Bevölkerung auf 220 Personen, die aktuell (2008) ihren Hauptwohnsitz in Unterlaussa haben.

Von einiger touristischer Bedeutung ist der Ortsbereich als Wanderregion mit zahlreichen Almen. Daneben bestehen vielfältigen Wander-, Kletter- und Radtouren-Möglichkeiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel

Erste Hinweise auf ein Kirchlein in Unterlaussa finden sich bereits im Jahr 1790. Am 1. Mai 1872 wurde schließlich eine kleine Kapelle eingeweiht, die ungefähr 50 Meter von der jetzigen Kirche flussaufwärts stand. In den Jahren 1906-1908 wurde die heutige kleine neugotische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel als Filialkirche von St. Gallen erbaut; die Inneneinrichtung erfolgte in den Jahren bis 1915. 1966 wurde Unterlaussa schließlich von Sankt Gallen abgetrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben. 2006 wurde die Kirche innen grundlegend renoviert.

Bergbaumuseum Knappenhaus

Das sogenannte Knappenhaus wurde nach dem Vorbild eines Gebäudes, das am Blaberg in 1000 m Seehöhe den Arbeitern des Bauxitbergwerkes bis 1964 als Stützpunkt und Unterkunft diente, originalgetreu nachgebaut. Heute beherbergt das Knappenhaus eine Ausstellung über den einstigen Bergbau in Unterlaussa. Es zeigt die bergmännische Vergangenheit vom Abbau, den Weg vom Rohstoff, der Gewinnung, Transport des Bauxits, Verarbeitung bis zum Endprodukt Aluminium.

Vereinshaus Unterlaussa

Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Unterlaussa wurde von den örtlichen Vereinen in den Jahren 2006-2007 ein neues Vereinshaus als Veranstaltungs- und Kulturzentrum errichtet.

Literatur

Bergbau- und Siedlungsgeschichte:

  • Harant Otto, Heitzmann Wolfgang: Reichraminger Hintergebirge - Vergessene Bergheimat zwischen Ennstal und Sengsengebirge. Verlag W. Ennsthaler, Steyr, ISBN 3-85068-171-8
  • Stieber Julius: Land der Hämmer. Begleitbuch der O.Ö. Landesausstellung 1998, Residenz-Verlag Salzburg, ISBN 3-7017-1114-3

Weblinks

Knappenhaus Unterlaussa

Einzelnachweise