Völkermarkter Vorstadt

6. Klagenfurter Bezirk
Völkermarkter Vorstadt
Fläche 1,6 km²
Geografische Lage 46° 41′ N, 14° 21′ O46.68081222222214.34453445Koordinaten: 46° 41′ N, 14° 21′ O
Höhe 445 m ü. A.
Einwohner 4504 (Stand: 2006)
2815 Einwohner je km²
Postleitzahl 9020, 9013
Karte der Bezirke von Klagenfurt
Karte der Bezirke von Klagenfurt

Die Völkermarkter Vorstadt ist der 6. Bezirk der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee (Österreich).

Völkermarkter Tor (um 1867)

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Völkermarkter Vorstadt liegt östlich der Klagenfurter Innenstadt. Der Bezirk grenzt im Westen an den Völkermarkter Ring, die Grenze verläuft im Norden entlang der Pischeldorfer Straße und entlang des Flusses Glan bis zur Völkermarkter Straße, im Osten entlang der Linie Völkermarkter Straße - Reichenberger Straße - Ebentaler Straße - St. Peter Straße und im Süden entlang des Rudolfsbahngürtels und der Lastenstraße.

Geschichte

Die Völkermarkter Vorstadt gehört zum Historischen Stadtgebiet von Klagenfurt und umfasst jenes Gebiet, das östlich der ehemaligen Stadtmauer lag. Über das Völkermarkter oder Schwarze Tor an der heutigen Salmstraße war sie mit der Innenstadt verbunden. 1893 wurde die Völkermarkter Vorstadt geringfügig erweitert.

Verwaltungsgliederung

Die Völkermarkter Vorstadt bildet zusammen mit den 4 Bezirken der Klagenfurter Innenstadt und den Bezirken St. Veiter Vorstadt, Viktringer Vorstadt und Villacher Vorstadt die Katastralgemeinde Klagenfurt.

Bauwerke

Ehemalige Pfarrkirche Sankt Lorenzen und Elisabethinenkloster in der Völkermarkter Straße
Elisabethinenspital
Militärkommando Kärnten
Städtischer Schlachthof in der Schlachthofstraße 7
Völkermarkterstraße 16: „Jesuitenstöckl“
Völkermarkterstraße 36 (ehemaliges Knabenseminar MARIANUM)

Sakralgebäude

Der Bezirk gehört zur Gänze zur katholischen Pfarre St. Lorenzen.

  • Ehemalige Pfarrkirche St. Lorenzen, Völkermarkter Straße, die Kirche wurde 1720-1730 an das 1710 errichtete Elisabethinenkloster angebaut. Die Bauten wurden durch Erzherzogin Maria Anna, einer Tochter Kaiserin Maria Theresias gefördert. 1768 wurde das Elisabethinenspital errichtet und 1776 begann Erzherzogin Maria Anna mit dem Bau ihrer Residenz (jetzt Bischöfliches Palais). Bis 1853 gehörte St. Lorenzen zur Dompfarre, dann wurde es selbständige Pfarre. Der erste Pfarrer, Jakob Paulitsch, wurde später Bischof von Gurk.
  • Elisabethinenkloster. In der Krypta der Klosterkirche befindet sich die Gruft der Elisabethinen, in der auch Erzherzogin Maria Anna bestattet wurde.
  • Zur Pfarre St. Lorenzen gehören außerdem folgende Kapellen: Kapelle im Elisabethinenkloster, Krankenhauskapelle der Elisabethinen (1973), Kapelle der bischöflichen Residenz (1769-1776).

Profanbauwerke

  • Marianum (Bischöfliche Residenz): als Residenz für Erzherzogin Maria Anna nach Plänen von Nikolaus Pacassi gebaut (1769-1776), seit ihrem Tod im Jahre 1789 Residenz der Bischöfe von Gurk.
  • Krankenhaus der Elisabethinen
  • Ostbahnhof
  • Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land
  • Standesamt
  • Höhere Technische Lehranstalt
  • Bundesgymnasium der Slowenen
  • Handelsakademie
  • Knabenseminar MARIANUM und Priesterseminar
  • Windischkaserne und Hülgerthkaserne (Militärkommando Kärnten)
  • Arbeitsmarktservice
  • Städtischer Schlachthof

Bischöfliches Palais[1]

Mitten in der Völkermarkter Vorstadt, ein wenig hinter dem Spital der Elisabethinen in der Mariannengasse versteckt, liegt das Palais bzw. die Residenz des Gurker Bischofs. Ein repräsentatives Gittertor mit dem Wappen des Fürstbischofs und Kardinals Franz II. Altgraf von Salm-Reifferscheidt-Krautheim (1783-1822) führt in den hufeisenförmigen Ehrenhof, dessen zurückhaltend gegliederte Fassade unter einem Dreiecksgiebel bereits die Überwindung des Barock durch den Geist der Aufklärung spüren lässt. Ein Vestibül führt im Erdgeschoss beidseitig in die Arbeitsräume der bischöflichen Administration, eine einläufige Treppe aber ins Obergeschoss, wo sich im Osttrakt die bischöflichen Repräsentationsräume befinden. Während den schmäleren Seitentrakten hofseitig Gänge vorgelegt sind, ist der mittlere Haupttrakt nach französischem Geschmack zweihüftig (mit zwei untereinander korrespondierenden Zimmerreihen) angelegt. Die Räume spiegeln den frühen Klassizismus der Zeit des Kardinals Salm um 1800 wider: Besonders bemerkenswert sind das südliche vertäfelte Eckzimmer mit 13 eingelassenen Ölgemälden von Mitgliedern seiner Familie (Werke von Georg Weikert) sowie die 1797 von Salm eingerichtete Kapelle im Mitteltrakt mit einer Kopie der Gurker Pieta Raffael Donners und Assistenzfiguren. Der einfache Empiresaal wurde 1958 seiner architektonischen Gliederung durch eine Umgestaltung teilweise beraubt.

Das Palais wurde 1769 bis 1776 nach Plänen des Wiener Hofbaumeisters Nicolaus Pacassi errichtet, nachdem Maria Anna (1738–1789), eine Tochter der Kaiserin Maria Theresia, beschlossen hatte, sich nach dem Tode ihrer Mutter in der Nähe des von ihr geförderten Elisabethinenklosters anzusiedeln. Sie war somit die einzige Habsburgerin, die dauerhaft in Klagenfurt residierte. Die zeitlebens kränkelnde Erzherzogin war überaus sozial-karitativ engagiert und sammelte um sich einen Kreis gelehrter und freisinniger Personen, wodurch das Palais zu einem lokalen Zentrum der Aufklärung wurde. Nach ihrem Tode bezog Fürstbischof Salm das Gebäude, der bereits zwei Jahre vorher aus Schloss Pöckstein in Zwischenwässern nach Klagenfurt übersiedelt war und zunächst im ehemaligen Stadtpalais des Viktringer Abtes (an der Südostecke des Neuen Platzes) residiert hatte. Es ist somit zwar innerhalb der Schlossbauarchitektur Kärntens ein imperialer, vom Wiener Hof in die Provinz übertragener „Fremdkörper“, aber gerade deswegen von kulturgeschichtlichem Reiz.

Persönlichkeiten

Literatur

  • DEHIO Kärnten. Topographisches Denkmälerinventar, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001 (Dritte, erweiterte und verbesserte Auflage 2001, bearbeitet von Gabriele Russwurm-Biro), ISBN 3-7031-0712-X

Weblinks

 Commons: Klagenfurt-Völkermarkter Vorstadt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Deuer: Burgen und Schlösser in Kärnten, Verlag Johannes Heyn, 2008, ISBN 978-3-7084-0307-6