Venier

Dieser Artikel behandelt die italienische Hochadelsfamilie. Für weitere Personen namens Venier siehe Venier (Begriffsklärung).
Stammwappen derer von Venier
Sebastiano Venier, 86. Doge von Venedig

Venier ist eine italienische Patrizier- und Hochadelsfamilie.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Familie ist eine der ältesten der Stadt Venedig. Anderen Legenden zufolge stammte die Familie ursprünglich aus Vicenza,[1] anderen Überlieferungen zufolge von der gens Aurelius.[2] Die Venier treten jedoch spätestens im 11. Jahrhundert urkundlich in Erscheinung und gehörten zu den neuen Familien, den case nuove. Nach dem Vierten Kreuzzug erhielten sie die Herrschaft über die griechische Inseln Kythira und Paros, und mit den Geschlechtern derer von Martinengo und Lion, die Burgen von Zemunik Donji in Dalmatien und Sanguinetto in Venetien.[3] Die Gemeinde Vinjerac (Italienisch: Castel Venier) in Dalmatien war seit 1409 als Eigentum der Familie urkundlich belegt und nach ihr benannt.

Ein Zweig der Familie zog nach Kreta, welches unter der Herrschaft der Republik Venedig war. Teile der Familie beteiligte sich beim Aufstand der venezianischen Siedler auf Kreta (1363–1366), dessen Anführer Tito Venier wurde. Die meisten Venier in Venedig blieben jedoch treu und weiterhin im Dienste der Republik. Aus ihrem Kreis stammten drei Dogen und militärische Persönlichkeiten, sie betätigten sich auch im kulturellen Bereich.[4]

Nach dem Sturz der Republik Venedig wurde der Adelstand jedoch mit Allerhöchsten Beschluss vom österreichischen Kaiser bestätigt. Das Diplom des österreichischen Grafenstandes wurde erteitelt. Als eines von 64 gräflichen Geschlechtern hatte die Familie einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des Reichsrates.

Bedeutende Persönlichkeiten

Die Venier stellten mit Antonio Venier († 1400), Francesco Venier († 1556) und Sebastiano Venier 1496-1578) drei Dogen, sowie 18 Prokuratoren und eine Reihe von Admirälen.

Cecilia Venier-Baffo (1525-1583) wurde später unter ihren osmanischen Namen Nurbanu zur Valide Sultan und somit einer der mächtigsten Frauen ihrer Zeit.

Die moderne Künstlerin Lydia Venieri (*1962) stammte aus der griechischen Linie der Familie ab.[5]

Besitztümer

Die Familie besaß in Venedig und der weiteren Region mehrere Besitztümer, darunter das Palazzo Venier dei Leoni, Palazzo Manfrin Venier und das Palazzo Venier Contarini in Venedig.

Die Kirche von San Zan Degolà in Venedig reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Der Bau wurde durch eine Stiftung der Familie gefördert, die in der Nähe einen Palast hatte.[6][7]

Einzelnachweise

  1. http://books.google.it/books?id=55sBAAAAQAAJ&printsec=frontcover&dq=libro+dei+nobili+veneti+messo+in+luce&hl=it&ei=5wlVTZO2DYOCOvrXhLwF&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CDwQ6AEwAA#v=onepage&q=Venier&f=false S. 86
  2. Giuseppe Tassini, Curiosità Veneziane vol. 2, note integrative e revisione a cura di Marina Crivellari Bizio, Franco Filippi, Andrea Perego, Venezia, Filippi Editore [1863], 2009. ISBN 9788864950631
  3. http://www.treccani.it/enciclopedia/venier/
  4. http://www.treccani.it/enciclopedia/venier/
  5. http://www.venieri.com/
  6. http://books.google.it/books?id=55sBAAAAQAAJ&printsec=frontcover&dq=libro+dei+nobili+veneti+messo+in+luce&hl=it&ei=5wlVTZO2DYOCOvrXhLwF&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CDwQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false
  7. Giuseppe Tassini, Curiosità Veneziane vol. 2, note integrative e revisione a cura di Marina Crivellari Bizio, Franco Filippi, Andrea Perego, Venezia, Filippi Editore [1863], 2009. ISBN 9788864950631

Weblinks

 Commons: Venier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien