Verein der Freunde der Wiener Polizei

Der Verein der Freunde der Wiener Polizei ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien, dessen Tätigkeit sich hauptsächlich auf Wien, aber auch auf das restliche österreichische Bundesgebiet und die EU-Staaten erstreckt. Zweck des Vereins ist lt. Statuten in erster Linie die "Verbesserung der Beziehung zwischen Bevölkerung und Wiener Polizei und den Aufbau sowie den Ausbau des gegenseitigen Vertrauensverhältnisses". Weitere Tätigkeiten und Ziele erstrecken sich auf Anerkennung von besonderen Leistungen und außergewöhnlichen Verdiensten für die öffentliche Sicherheit, auch durch Privatpersonen, sowie Unterstützung und Betreuung von verletzten, erkrankten und in Not geratenen Bediensteten der Wiener Polizei sowie ihrer Angehörigen aber auch Unterstützung und Hilfestellung für die Wiener Polizei bei Ausstattung, Ausrüstung etc. in technischer, sachlicher usw. Hinsicht.

Geschichte

Der Verein wurde 1973 unter dem Namen Verein der Freunde und Förderer der Wiener Polizei gegründet. Ursprünglicher Zweck des Vereins war die Unterstützung von notleidenden Polizisten und deren Hinterbliebenen.[1] 1980 wurde der Name auf Verein der Freunde der Wiener Polizei geändert.

Ins Rampenlicht geriet der Verein im Zuge von Amtsmissbrauchaffären in der Wiener Polizei im Jahr 2006, bei dem er in Verdacht kam, mit der Polizei Vergünstigungen für teils zwielichtige Personen aus dem Rotlicht und Glückspielmilieu auszuhandeln.[2][3] Im Zuge des Prozesses gegen den früheren Polizeigeneral Roland Horngacher wurde bekannt, dass der Vereinskassier Adolf Krchov, rechte Hand mehrerer Wiener Polizeipräsidenten, Horngacher ein Kuvert überbracht, das von Bawag-Chef Helmut Elsner gekommen war. In dem Kuvert waren Reiseschecks, auch Krchov bekam einen. Der zum Zeitpunkt des Prozesses im Amt befindliche Polizeipräsident Peter Stiedl sah in den sonstigen Tätigkeiten des Vereins, wie z.B. die Verpflegung bei Polizeifesten oder die Zurverfügungstellung von Polizeiautos[4] keine Unrechtmäßigkeiten. Nachdem sich auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte, stellte der Vereinspräsident, der frühere Nationalbankpräsident Adolf Wala, auch eine Auflösung des Vereins in Sicht, dazu kam es aber nicht.[5] Vom Büro für Interne Angelegenheiten sowie vom Kontrollamt der Stadt Wien wurden Untersuchungen durchgeführt, welche jedoch zu keinem straf- oder verwaltungsstrafrechtlich verwertbaren Ergebnis führten.[6][7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Michael Frank: Polizeiskandal in Wien: Freunde und Helfer im Korruptionssumpf. Süddeutsche Zeitung, 24. Oktober 2007, abgerufen am 17. August 2010.
  2. Rainer Novak: Wenn ein Bordellbesitzer der Polizei helfen will. Die Presse, 19. Oktober 2007, abgerufen am 17. August 2010.
  3. Florian Klenk: Sag beim Abschied leise „Danke!“ Falter, 17. Oktober 2007, abgerufen am 17. August 2010.
  4. 16 VW-Polos für die Wiener Polizei. Rathauskorrespondenz Wien, 1. Oktober 2003, abgerufen am 17. August 2010.
  5. Andreas Wetz, Rainer Nowak, Klaus Stöger: "Freunde der Wiener Polizei" vor dem Aus. Die Presse, 18. Oktober 2007, abgerufen am 17. August 2010.
  6. Freunde der Polizei. POLIZEI - Das Magazin des Landespolizeikommandos Wien, Oktober-Dezember 2009, abgerufen am 17. August 2010 (PDF archiviert auf der Homepage des "Vereins der Freunde der Wiener Polizei" [1]).
  7. Freispruch für Verein der Freunde der Polizei. Der Standard (Onlineausgabe), 28. August 2009, abgerufen am 16. August 2010.