Vereinigte Kärntner Brauereien

Vereinigte Kärntner Brauereien AG
Rechtsform AG
Gründung 1858
Sitz Villach
Leitung Clemens Aigner, Josef Pacher
Website http://www.villacher.com

Die Vereinigte Kärntner Brauereien AG (VKB) ist ein traditionsreiches Unternehmen in Kärnten. Neben der Villacher Brauerei in Villach als Muttergesellschaft, der Schleppe Brauerei Klagenfurt (Übernahme Juni 1996) und Piestinger Brauerei in Markt Piesting (Übernahme der Markenrechte im September 2005; Brauerei seither geschlossen[1][2]), sind auch noch die Tochterunternehmen Unteregger GesmbH (80%-Gesellschaftsanteil als Geschäftsbereich Maschinen mit Gastronomiemaschinen und Großkücheneinrichtungen), der GNG Leber KG Getränke-Fach-Großhandel und die IVG Immobilienvermietungs GesmbH (zur Verwertung des nicht mehr betrieblich notwendigen Immobilienvermögens) unter dieser Dachmarke vereint.[3][4]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ein Glas Villacher Bier

Im Jahre 1738 wurde die Villacher Brauerei unter der Leitung von Jakob Fischer als Steinbierbrauerei erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1858 ließ sieJohann Fischer in eine moderne Kesselbierbrauerei umbauen. In den folgenden Jahren erfolgte ein steter Ausbau und laufende Modernisierungen. Gär- und Lagerkeller mit künstlicher Kühlung und eine automatische Flaschenwaschanlage wurden ebenso errichtet wie ein Doppelsudwerk und oberirdische Abfüllhallen.

Zweigniederlassungen wurden in Triest, Krain, Istrien, Pula, Venedig, Brindisi und Ancona eröffnet.[5]

Im Jahr 1901 erwarb Johann Koutnik die Brauerei Fischer und baute sie unter erstmaligem Einsatz von elektrischem Strom zur Großbrauerei aus.[6] Der Erste Weltkrieg zwang Johann Koutnik, die Brauerei auf eine breitere Basis zu stellen und führte nach dem Krieg zur Gründung der Vereinigte Kärntner Brauereien AG. Koutniks Partner waren Peter Reininghaus, sowie sein Bruder, die Brauerei Göss und andere kleinere Brauereien.[5] Im Jahr 1929 konnten somit in Villach bereits wieder 55.000 Hektoliter Bier gebraut werden.

Im Jahr 1941 hinterließ Johann Koutnik seinen Aktienanteil von 50 % seiner Tochter Dorothea Grubissich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die stark beschädigte Brauerei modernisiert und ausgebaut.

Als 1982 Dorothea Grubissich starb, vererbte siehe ihren 50%-Aktienanteil an ihre Enkelin Madeleine Herberstein.[6] Mit 26. September 1984 brachte Herberstein ihre Unternehmensmehrheit[6][7] (50 % plus 1 Aktie[8]) in die zu 100 % in ihrem Eigentum stehende Gambrinus Beteiligungs Aktiengesellschaft ein.[9] Der zweite 50%-Anteil steht im Eigentum der Brau Union[4], zurückgehend auf die 50%-Gründungspartner der Vereinigten Kärntner Brauereien, Brauerei Puntigam der Brüder Reininghaus, Brauerei Göss und die anderen kleinen Brauereien (siehe oben), die in der Brau Union aufgegangen sind. Unter der Leitung des früheren Vorstandsdirektors Johann Stockbauer wurden seit seiner Bestellung zum Alleinvorstand des Unternehmens im Jahr 1990[6] massive Investitionen getätigt.

Am 3. September 2005 wurde das neue Sudhaus eröffnet und das alte Sudhaus als KunsthausSudhaus für Ausstellungen adaptiert. Mit 1. Jänner 2009 übernahmen Clemens Aigner und Josef Pacher das Vorstandsmandat des in Pension gehenden Johann Stockbauer.[6]

Produkte

Die Produktpalette der Villacher Brauerei umfasst die folgenden Biersorten:

  • Das Villacher Märzen ist ein untergäriges, helles Vollbier mit 11,8° Stammwürze und 5,0%Vol Alkohol. Es stellt mengenmäßig die Hauptsorte dar.[10]
  • Das Villacher Glocknerpils ist ein untergäriges, helles, kohlensäurereiches und hopfenbetontes Bier mit 11,7° Stammwürze und 4,9%Vol Alkohol.
  • Das Villacher Dunkel ist ein untergäriges, dunkles, leicht gehopftes Spezialbier mit malzbetontem Antrunk. 12,8° Stammwürze und 4,9%Vol Alkohol.[11]
  • Der Villacher Festbock ist ein Starkbier mit 16,4° Stammwürze und 6,9%Vol Alkohol. Es wird nur zur Weihnachts- und Osterzeit gebraut.
  • Das Villacher Zwickl ist ein untergäriges, helles, ungefiltertes Vollbier mit 11,8° Stammwürze und 5,0%Vol Alkohol. [12]
  • Das Villacher Frühlingsbier ist ein untergäriges Leichtbier mit 7,9° Stammwürze und 3,3%Vol Alkoholgehalt.
  • Das Villacher Senator ist untergäriges, kräftiges, feinherbes Spezialbier mit 18,8° Stammwürze und 5,5%Vol Alkohol.
  • Das Villacher Hugo ist ein Mischgetränk aus Minze, Zitrone und Holunder mit 9,8° Stammwürze und 2%Vol Alkohol.[13]
  • Das Villacher Pur wird mit Saphierhopfen gebraut, hat eine Stammwürze von 9,5° und 4,0%Vol Alkohol.[14]
  • Das Villacher Oktoberbräu wird mit Karamelmalz gebraut, hat eine Stammwürze von 12,9° und 5,3%Vol Alkohol.[15]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Brauereiführer von Michael Kranewitter: Brauerei Piesting Getränkeindustrie GmbH. Abgerufen am 1. April 2010.
  2. Piestinger Brauerei: Chronik. Abgerufen am 1. April 2010.
  3. VKB: http://www.villacherbier.at/vkb Kärntens größte Getränkegruppe. (Seite nicht mehr vorhanden am 21. Mai 2011.)
  4. a b firmenabc.at: Vereinigte Kärntner Brauereien Aktiengesellschaft. Abgerufen am 1. April 2010.
  5. a b ORF Kärnten: Villacher Brauerei feiert 150-Jahr-Jubiläum, 18. Juli 2008. Abgerufen am 1. April 2010.
  6. a b c d e Unternehmenswebsite Villacher Bier: Neue Geschäftsführung der Vereinigten Kärntner Brauereien AG. Meilensteine. Presseaussendung, 12. Dezember 2008. Seite nicht mehr vorhanden am 21. Mai 2011.
  7. Website Stadt Villach: Erfolgsgeschichte "150 Jahre Villacher Brauerei": Tradition & Moderne in einem (Sud-)Haus, 1. August 2008. Abgerufen am 26. April 2010.
  8. „das proBier-Team“: Höchstes Niveau am Wildschweintunnel, 21. Juni 2009. In: Trink Mit Mir Ein Bier – Geschichten rund ums Bier. Abgerufen am 26. April 2010.
  9. firmenabc.at: Gambrinus Beteiligungs Aktiengesellschaft. Abgerufen am 1. April 2010.
  10. Villacher Märzen. Abgerufen am 7. November 2012.
  11. Villacher Dunkel. Abgerufen am 7. November 2012.
  12. Villacher Zwickl. Abgerufen am 7. November 2012.
  13. Villacher Hugo. Abgerufen am 7. November 2012.
  14. Villacher Pur. Abgerufen am 7. November 2012.
  15. Oktoberbräu. Abgerufen am 7. November 2012.