Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof

Dieser Artikel befasst sich größtenteils mit der am Südtiroler Platz gelegenen Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof. Genauere Informationen zum in Hochlage neu errichteten Bahnhof Wien Hauptbahnhof (Bahnsteige 3-12) finden sich unter Wien Hauptbahnhof.

Die Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof (bis 8. Dezember 2012: Wien Südtiroler Platz) ist ein Umsteigeknoten im Bereich des Südtiroler Platzes in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Wiener Hauptbahnhofes. Sie besteht aus der 1962 eröffneten, seit 9. Dezember 2012 Wien Hauptbahnhof (Gleise 1 und 2) genannten Haltestelle der S-Bahn-Stammstrecke der ÖBB, der 1978 eröffneten, seit 9. Dezember 2012 im Namen ergänzten U-Bahn-Station Südtiroler Platz – Hauptbahnhof der U-Bahn-Linie U1 der Wiener Linien, einigen Haltestellen von Straßenbahn- und Autobuslinien (zumeist ebenfalls von den Wiener Linien betrieben), einem Busbahnhof regionaler und internationaler Buslinien und diversen Verbindungsbauwerken.

Die Verkehrstation befindet sich an der Bezirksgrenze zwischen dem 4. Wiener Gemeindebezirk, Wieden, und dem 10. Bezirk, Favoriten[1], dem bevölkerungsreichsten Bezirk Wiens, an der Südtiroler Platz genannten Kreuzung des Wiedner Gürtels (Landesstraße B221) mit der Favoritenstraße.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Hauptbahnhofs wurde die Verkehrsstation 2007–2012 in Zusammenarbeit von Wiener Stadtverwaltung, Wiener Linien und ÖBB grundlegend saniert und mit direkten Verbindungsgängen zum Bahnhof ausgestattet. Am 9. Dezember 2012 wurde der Teilbetrieb des Wiener Hauptbahnhofs aufgenommen. Die S-Bahn-Haltestelle wurde mit diesem Datum in Wien Hauptbahnhof umbenannt; sie wird organisatorisch als Teil des Hauptbahnhofs betrachtet und erhielt auf Grund ihrer starken Zugsfrequenz die prominenten Gleisnummern 1 und 2 des neuen Bahnhofs. Der Name der Station Südtiroler Platz der U-Bahn-Linie U1 bekam am gleichen Tag nur den Zusatz Hauptbahnhof, da sich Vertreter Südtirols, für das Österreich völkerrechtlich als Schutzmacht fungiert, bei der Stadtverwaltung für die Beibehaltung des historischen Stationsnamens ausgesprochen hatten.

Die neue Haltestelle Hauptbahnhof Ost der zur Alfred-Adler-Straße verlängerten Straßenbahnlinie D im Zuge der Karl-Popper-Straße ist räumlich von der hier beschriebenen Verkehrsstation weit entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Oberfläche, Bahnbrücke, Busbahnhof

Haltestelle Wien Hauptbahnhof
Bahnhof Südtiroler Platz 1.JPG
S-Bahn-Station Wien Hauptbahnhof
(bis 8. Dezember 2012: Südtiroler Platz)
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bauform Tunnelbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung Wsp (ÖBB), SL (VOR)
Eröffnung 1959
Lage
Stadt Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 11′ 11″ N, 16° 22′ 25″ O48.18638888888916.373611111111Koordinaten: 48° 11′ 11″ N, 16° 22′ 25″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

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An der Straßenoberfläche bestehen der Straßenzug der Favoritenstraße und der von ihr hier abzweigenden Laxenburger Straße in Nord-Süd-Richtung sowie der Wiedner Gürtel, hier in einer kurzen Unterführung, in Ost-West-Richtung, diverse Abbiegespuren, von Osten nach Süden die Gleise der Straßenbahnlinie O vom Gürtel zur Laxenburger Straße sowie Haltestellen der Autobuslinie 69A. (Bis zur Fertigstellung der U1, 1978, verkehrten hier weiters die Straßenbahnlinien 66 und (1)67 in Nord-Süd-Richtung zwischen Ring, Oper, und südlichen Bezirksteilen von Favoriten.)

Die Südbahn überquerte bis 2009 das südliche Platzende mit Favoritenstraße und Laxenburger Straße in Hochlage auf einer Brücke in West-Ost-Richtung, neben der sich östlich ein Bahnhofsstellwerk des Südbahnhofs befand. Da der neue Hauptbahnhof südlich des früheren Bahnhofs gebaut wurde, wurde diese Brücke bis 2012 durch eine Brücke in der Kurve nach Südosten ersetzt und das frühere Bahnhofsstellwerk abgerissen.

Mit Baubeginn des neuen Hauptbahnhofs, 2009, wurde der 1959 fertiggestellte größte Busbahnhof Wiens, der hauptsächlich von regionalen Autobuslinien Richtung Süden bedient wird, von seinem Platz östlich der Favoritenstraße auf die sogenannten Waldmanngründe westlich der Straße, ebenfalls südlich des Gürtels, verlegt und neu errichtet.

1959: Unterführung, S-Bahn und Straßenbahn

Unter dem Platz verlaufen, in den fünfziger Jahren des 20. Jh. errichtet, in Ost-West-Richtung (von Norden nach Süden angeführt):

  • die kurze vierspurige Unterführung des Gürtels, einer der großen Achsen des Wiener Individualverkehrs,
  • der unterirdische Streckenteil der Straßenbahnlinie 18 mit Haltestelle in einer großzügigen Halle (östlich befindet sich die Rampe der ursprünglichen Unterführung, statt deren westlicher Rampe bis 1969 ein Tunnel angeschlossen wurde) und
  • der Tunnel der S-Bahn-Stammstrecke mit einer Haltestelle (westlich der Station steigt die S-Bahn-Strecke zur Station Matzleinsdorfer Platz in Hochlage an).

Der reguläre S-Bahn-Betrieb auf dem 1959 fertig gestellten Streckenteil wurde 1962 aufgenommen. Hier kann man in die Linien S1, S2 und S3 sowie in Regionalzüge umsteigen. Das Design der Station wurde bis 2010 komplett erneuert und funktionell an den neuen Hauptbahnhof angepasst.[2] Dazu zählt auch ein zusätzlicher, östlicher Ausgang der S-Bahn-Station Richtung Argentinierstraße.

Die unterirdischen Haltestellen von S-Bahn und Straßenbahn sind miteinander und mit der Oberfläche durch Fußgängertunnel, Stiegen, Rolltreppen und später eingebaute Aufzüge verbunden. In der Haltestellenhalle der Linie 18 war ein Wandmosaik angebracht, das einen historischen Wiener Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten zeigte. Die geplante Entfernung des Kunstwerks im Zuge der Umbauarbeiten wurde nach Protesten nicht durchgeführt. Da das Originalbild auf Grund baulicher Gegebenheiten durch Wandverkleidungen verdeckt werden musste, wurde nun auf dem südlichen Bahnsteig der Straßenbahnhaltestelle eine Replik des Mosaiks angebracht.

Die zweigeschoßige Halle der unterirdischen Straßenbahnstation wurde vom Architekten Adolf Hoch gestaltet.

1978: U-Bahn

Südtiroler Platz – Hauptbahnhof
U-Bahn Wien.svg
U-Bahn-Station in Wien
Südtiroler Platz – Hauptbahnhof
U-Bahn-Station Südtiroler Platz – Hauptbahnhof
(bis 8. Dezember 2012: Südtiroler Platz)
Basisdaten
Bezirk: Wieden
Eröffnet: 1978
Gleise (Bahnsteig): 2 (Mittelbahnsteig)
Stationskürzel: SL
Nutzung
Linie(n): U 1
Umsteigemöglichkeiten: S 1 S 2 S 3 S 60 S 80 O 18 13A 69A N66 Regionalbusse internationale Buslinien

Unter den hier als Bauteil 1959 bezeichneten Einbauten befindet sich das Verbindungsbauwerk zwischen dem älteren Teil der Verkehrsstation und der bis 1978 erbauten U-Bahn-Station. Die S-Bahn-Stammstrecke wird hier im rechten Winkel von der sie unterfahrenden, in Nord-Süd-Richtung verkehrenden U-Bahn-Linie U1 gekreuzt.

Die U-Bahn-Station befindet sich in Tieflage drei Stockwerke unter dem noch bis 2014 namensgebenden Südtiroler Platz, zwischen der Einmündung der (inneren) Favoritenstraße in den Platz und dem in einer Unterführung verlaufenden Wiedner Gürtel. Sie verfügt über einen Mittelbahnsteig und wurde im Zuge der Eröffnung des ersten Abschnittes der U1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz am 25. Februar 1978 eröffnet. Die beiden Röhren der U1 wurden in geschlossener Bauweise errichtet und unterqueren in rund 20 Meter Tiefe die in Ost-West-Richtung verlaufenden Verkehrsbauten.

Ausgänge aus der U-Bahn-Station führen zu beiden Seiten der wie die U1 verlaufenden Favoritenstraße auf die Kolschitzkygasse (hier kann man in die Buslinie 13A umsteigen) und auf den Südtiroler Platz, wo über ein Zwischengeschoß und eine Passage der Bauteil aus dem Jahr 1959 erreicht werden kann.[3]

An der Situierung der U-Bahn-Station wurde seit jeher Kritik geübt. Bis 2009 wurde die Entfernung vom Südbahnhof (rund 400 Meter) bemängelt. Nunmehr wird auf die nicht viel geringere Entfernung zu den Bahnsteigen des neuen Hauptbahnhofes hingewiesen (sie beträgt über 300 Meter). Ein im Jahr 2010 teilweise eröffneter Personentunnel wird jedoch 2015 die bestehende Verkehrsstation direkt mit der Haupthalle des Bahnhofs verbinden. Anfang Dezember 2012 wurde jedes zweite Stationsschild mit roter Klebefolie von "Südtiroler Platz" auf "Hauptbahnhof" geändert.

Umbau der Verkehrsstation

Seit Juni 2007 wurde die Verkehrsstation generalsaniert und adaptiert, um für die neuen Fahrgastströme zum / vom Hauptbahnhof bereit zu sein. So wurde ein Teil einer neuen Passage, die sämtliche Verkehrsmittel miteinander verbindet und ab Dezember 2015 direkt in die Haupthalle des Hauptbahnhofes führen wird, eröffnet. An der Schnellbahnstation waren die größten Arbeiten notwendig. Zu Beginn der Bauarbeiten wurde die Decke des in offener Bauweise errichteten Tunnels entfernt. Als nächster Arbeitsschritt wurden die beiden Seitenbahnsteige auf 210 m verlängert und die Oberleitung gegen Deckenstromschienen getauscht. Anschließend wurde die entfernte Decke wieder errichtet. In der neu geschaffenen Passage sind derzeit noch Restarbeiten im Gange. Hier entstehen unter anderem eine Informationsstelle der Wiener Linien und die Filiale einer Großbäckerei. Die Verlängerung der Passage in die Bahnhofshalle wird zur Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs erfogen.

2012: Hauptbahnhof

Mit der Aufnahme des Teilbetriebes des Hauptbahnhofs am 9. Dezember 2012 wurde die U-Bahn-Station der Linie U1 von Südtiroler Platz in Südtiroler Platz – Hauptbahnhof und die S-Bahn-Station in Wien Hauptbahnhof umbenannt. Mit der vollen Inbetriebnahme im Dezember 2014 wird die U-Bahn-Station ebenfalls in Hauptbahnhof umbenannt werden.[4][5] Die beiden S-Bahn-Gleise in Tieflage gelten als Teil des Hauptbahnhofs und zählen zu den insgesamt 12 Gleisen mit Bahnsteig. Im Informationssystem des Hauptbahnhofs werden sie als Gleise 1 und 2 bezeichnet, da sie die bei weitem größte Zugsfrequenz aller Bahnsteige aufweisen werden. Auch die Straßenbahn- und Autobushaltestellen wurden auf Hauptbahnhof umbenannt.

Bildergalerie

Einzelnachweise

  1. Gesetz über die Änderung der Grenzen zwischen dem 4. und 10. Bezirk und dem 3. und 10. Bezirk
  2. Modernisierung der S-Bahn-Station Südtiroler Platz
  3. Wien im Rückblick - Oktober 1958 - Südtiroler Platz: Wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen - Riesige Materialmengen
  4. Wiener Hauptbahnhof: 335 Meter zur U-Bahn, Die Presse, abgerufen am 3. Juni 2010
  5. Stationsumbenennungen in Rahmen der Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofes, Stadtraum Hauptbahnhof, 13. Juni 2012

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Verkehrsstation Wien Südtiroler Platz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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