Veronika Bennholdt-Thomsen

Veronika Bennholdt-Thomsen (* 1944 in Seefeld in Tirol) ist eine österreichische Ethnologin und Soziologin. Seit 1966 ist sie auch in Mexiko beheimatet, erst zum Studium, dann zu Forschungen.

Leben

Veronika Bennholdt-Thomsen wurde 1973 mit der ethnologischen Arbeit Zur Bestimmung des Indio: Die soziale, ökonomische und kulturelle Stellung der Indios in Mexiko an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln promoviert. An der Universität Bielefeld habilitierte sie sich 1982 mit der soziologischen Schrift Bauern in Mexiko, zwischen Subsistenz- und Warenproduktion.

Von Anfang an war sie in der Frauenbewegung engagiert und wurde Mitschöpferin der deutschen Frauenforschung. Von ihr erschienen zahlreiche Bücher und Artikel, die auch in mehrere Sprachen übersetzt wurden, zu folgenden Themen: Soziale Bewegungen von Bauern und Frauen, feministische Gesellschaftstheorie, alternative Wirtschaftstheorie, Matriarchatsforschung.

Veronika Bennholdt-Thomsen war an verschiedenen Hochschulen als Dozentin und Gastprofessorin tätig, so in Innsbruck, an der Universität für Bodenkultur in Wien, für „rurale Frauenforschung” an der Humboldt-Universität zu Berlin und im Bereich Frauenstudien an der Universität Klagenfurt tätig. An der Universität Bielefeld hatte sie als Professorin auf Zeit in fünfjähriger Arbeit (1983-88) das Fach "Frauen und Dritte Welt" aufgebaut. 1997 erhielt Sie die Ernennung zur Honorarprofessorin an der Universität für Bodenkultur Wien. 2005 und 2006 beriet sie das Zentrum für Forschung und höhere Studien in Sozialanthropologie (Ciesas) in Oaxaca/ Mexiko beim Aufbau eines Magisterstudienganges, speziell hinsichtlich der Frauenforschung. Sie ist Leiterin des außeruniversitären Instituts für Theorie und Praxis der Subsistenz (ITPS) in Bielefeld.

Schriften (Auswahl)

als Autorin
  • Frauen, die letzte Kolonie. Zur Hausfrauisierung der Arbeit. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988 (1983), ISBN 3-499-12239-1 (zusammen mit Maria Mies und Claudia von Werlhof.)
  • Frauen Wirtschaft. Juchitán, Mexikos Stadt der Frauen. Frederking & Thaler, München 2000, ISBN 3-89405-406-9.
  • Geld oder Leben. Was uns wirklich reich macht. Oekonom Verlag, München 2010, ISBN 978-3-86581-195-0.
  • Eine Kuh für Hillary. Die Subsistenzperspektive. Verlag Frauenoffensive, München 1997, ISBN 3-88104-294-6 (zusammen mit Maria Mies).
  • Ohne Menschen keine Wirtschaft. Oder: Wie gesellschaftlicher Reichtum entsteht. Berichte aus einer ländlichen Region in Ostwestfalen. ökom Verlag, München 2005, ISBN 3-936581-67-3 (zusammen mit Andrea Baier und Brigitte Holzer).
als Herausgeberin
  • Internationale Verflechtung und soziale Kämpfe. 2. Aufl. Verlag Olle & Wolter, Berlin 1980, ISBN 3-921241-42-1.
  • Das Subsistenzhandbuch. Widerstandskulturen in Europa, Asien und Lateinamerika. Promedia, Wien 1999, ISBN 3-85371-143-X (zusammen mit Christa Müller u.a.).
  • There is an Alternative. Subsistence and Worldwide Resistence to Corporate Globalization. Sphinifex Press, North Melbourne, Victoria 2001, ISBN 1-8427-7006-3 (zusammen mit Nicholas Faraclas und Claudia von Werlhof).
  • Verelendungsprozesse und Widerstandsformen. Verlag Olle & Wolter, Berlin 1980, ISBN 3-88395-402-0.

Weblinks