Versöhnungsfonds

Der Österreichische Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit (kurz auch Versöhnungsfonds) bestand von 2000 bis 2005 und leistete freiwillige Zahlungen an Zwangsarbeiter auf dem Gebiet des heutigen Österreich während der Zeit des Nationalsozialismus.

Am 27. November 2000 trat das Versöhnungsfonds-Gesetz in Kraft. Mit Hilfe des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes in Bad Arolsen, der Landesarchive der österreichischen Bundesländer, der Versicherungsanstalten, der Gedenkstätte Mauthausen im Innenministerium und mittels eines mehrsprachigen Fragebogens wurde die Namen der damaligen Opfer recherchiert.

Bis 31. Dezember 2005 haben rund 132.000 Menschen weltweit Leistung aus diesem Fonds erhalten, und es wurde eine Gesamtsumme von 439.254.087 Euro in den Fond gespeist.[1] Ausgezahlt wurden 352,6 Millionen Euro. Mit 31. Dezember 2005 wurde der Versöhnungsfonds geschlossen. Zahlungen an Opfer der NS-Zwangsarbeit sind somit nicht mehr möglich.

Aus Restmitteln des Versöhnungsfonds wurde u.a. der Zukunftsfonds der Republik Österreich dotiert, welcher wissenschaftliche und pädagogische Projekte zur Aufarbeitung des NS-Regimes und zur Förderung von Toleranz und Achtung der Menschenrechte finanziert.

Publikation

  • Hubert Feichtlbauer: Zwangsarbeit in Österreich: 1938-1945. Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit: späte Anerkennung, Geschichte, Schicksale. Braintrust, Verl. für Weiterbildung, Wien 2005, ISBN 3-901116-21-4.
  • Dieter Bacher – Stefan Karner (Hg.): Zwangsarbeiter in Österreich 1939–1945 und ihr Nachkriegsschicksal. Studienverlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7065-5217-2 [derzeit in Druck, lieferbar ab Herbst 2012]
  • Stefan Karner (u.a.): Schweres Erbe und „Wiedergutmachung“. Bilanz der Regierung auf dem Gebiet der Restitution [Arbeitstitel, Erscheinen geplant für 2013]

Einzelnachweise

  1. [1]

Weblinks